Germanys next Topmodul

„Warum malen kleine Kinder – vornehmlich Jungs – so gerne Autos und keine Schlauchbeutelmaschine?“ Mit dieser Montagsfrage hat unser Chef die Redaktionskonferenz eröffnet und frei heraus gefragt: „Wie machen wir Maschinen sexy?“

 

„Eine solide Verpackungsmaschine möchte ich nicht in den Schönheitswettbewerb mit den Automobilen schicken. Das Auto hätte null Chancen“, meint er, schließlich sind die um einiges abwechslungsreicher und keine durch den Strömungskanal uniformen automobilen Langweiler. Deshalb versteht er die Bescheidenheit vieler Maschinenbauer nicht, die hier ihr Licht allzu gerne unter den Scheffel stellen.


Autobauer tun das nicht, sie feiern Chrom, Pferdestärken, röhrende Motoren ihrer grandiosen Modelle in zig Autosalons dieser Welt. Dabei finden immer weniger Leute das cool, was dort präsentiert wird. Nur Blech von gestern?


Auch die Emotion sinkt. Das Auto hat längst als Statussymbol ausgedient. Die Meldung, dass das Smartphone ihm diesen Rang abgelaufen hat, ist sogar bis zu meinem Chef vorgedrungen. Er trägt sein Statussymbol ständig mit sich rum, und wirkt ziemlich abhängig davon. Sein Auto wäscht er nur noch alle 2 Jahre, immer dann wenn es ein neues Mobile vom Provider gibt. „Wenn das keine Abhängigkeitszeichen sind?“, merkt eine Kollegin an, die kürzlich den Volkshochschulkurs  „Psychologie des Vollrauschs“ an der Münchner Augustiner-Brauerei-Akademie absolviert hat.


Meinem Chef ist natürlich gleich aufgefallen, dass sein smartes Mobile doch ziemlich artverwandt zum Automobil sein muss, „schon wegen dem gemeinsamen ‚mobil‘. Das Automobil ist allerdings zweisilbig.“ Jedoch agiert der fahrbare Untersatz bisher ja alles andere als autonom. Was ziemlich böse für den vom Fahren befreiten Fahrer enden kann, wie Tesla ja unlängst bestätigt hat.


Bis autonomes Fahren kommt, hält sich mein Chef ans Mobile als Status-Demonstrator: „Wir warten auf das erste wirkliche Automobil“, tönt er bei der Redaktionskonferenz.


Allerdings zählt er wohl zu den letzten, die in der smarten Welt noch irgendwie ans Auto glauben. Die Generation Y schätzt z. B. die digitale Vernetzung des Autos weit weniger, als Leute die rund 20 Jahre älter sind. Ihr Urteil: Das Auto wird nicht besser durch Internet, Kommunikation und Navigation. „Dafür hat heute jeder sein Handy, das muss jetzt nur noch einen Antrieb mit Rädern bekommen, um als Smart Mobile durchzugehen“, folgert unsere auf der Augustiner-Akademie für wahre Bedürfnisse geschulte Kollegin.


Zurück zu den von der Öffentlichkeit etwas stiefmütterlich behandelten Maschinen für Verpackung, Spritzguss [me]-Drucken und all den Werkzeugmaschinen. „Die werden immer schlauer, aber auch attraktiver fürs Auge. Das Auge isst auch hier mit, wenn solch ein Wunderwerk der Maschinenbaukunst in einer Fabrik Wunderwerke vollbringt: schneller, flexibler und kostengünstiger“, doziert unser Chefredakteur. Er kommt geradewegs von der Motek, war aber inspirativ vorher auf der Fachpack unterwegs. Dort hatte er wohl die ein oder andere Begegnung der dritten Art maschinellen Art-Designs.


„Sex it up war hier angesagt“, beginnt er seinen etwas langatmigen Messebericht. Schon nach der ersten Stunde seines Berichts erklärt er, was es mit dem Zeichenkurs an der freien Kunstakademie für Beauty-Machines bei Pro7 auf sich hat, den er vereinbart hat. Der Sender wird demnächst unter Federführung der [me]-Redaktion den Wettbewerb „Germanys Next Topmodul“ promoten. „Dort werden keine wohlgeformten Autos gezeigt, dort geht es um die todschicken Module der Maschinen. „Mechatronik auf dem Laufsteg, praktisch“, wie er betont.


Wie immer bei solchen Contests, geht es dabei nicht nur ums gute Aussehen. Wie sich jeder denken kann, entscheiden auch die inneren Werte für die Qualifikation.


Die Königsdisziplin gilt der Nachwuchsförderung. An allen Kitas wird demnächst der trendige Wettbewerb ausgeschrieben: „Wir malen eine Schlauchbeutelmaschine.“ Dazu hat er bereits einige Tophersteller gefunden, die an ausgesuchten Kitas kleine Maschinen aufstellen, die Lego-Bauwerke à la Christo verpacken.


Großes Vorbild könnte hier die meisterlich designte Maschine sein, die unser Chef auf der Fachpack gesehen hat. Die Designerin selbst hat ihn begrifflich etwas unter ihre Fittiche genommen und ihm den Inner-Value der Maschine erklärt, die u. a. ein Schlauchbeutel-Modul hat. Immerhin darf er in einem Wochenend-Praktikum diese Maschine bedienen. Sie sieht nicht nur klasse aus, sondern ist auch absolut idiotensicher. Vielleicht muss die Maschine auf der nächsten Messe für einen Kurs der Maschinen-Mal-Akademie, an der mein Chef Abendkurse gibt, Modell stehen. Germanys next Topmodul (GNTM) begeistert nicht nur die Nutzer. GNTM wird auch Kunstgeschichte schreiben, und in 10 Jahren malen kleine Jungs am liebsten Schlauchbeutelmaschinen.

 

 


Herzlich
Ihr Heinrich

 tellerrand_2_me1.jpg

spacer
Online Werbung @ [me]
spacer