[me] im Gespräch mit ...

Werner Böhringer (re.)
Vorstand der Mattke AG, Freiburg und

Simon Hübner (li.)

Prokurist der Mattke AG, Freiburg


"Wir verstehen uns als Problemlöser"


 

Der servotechnische Maßanzug ist das Kleidungsstück, das im übertragenen Sinne am besten zum Verständnis der Freiburger Mattke AG passt. Warum das so ist, wird aus dem Gespräch mit dem Vorstand Werner Böhringer und dem Prokuristen Simon Hübner deutlich.

Servotechnik ist ein weites Feld. Wer heute auf diesem Markt Kunden gewinnen möchte, sollte immer etwas Besonderes bieten. Was hat Mattke in der Servotechnik Besonderes zu bieten?


Simon Hübner:

Ein hervorstechendes Merkmal von Mattke ist vor allem unser Rundum-Sorglos-Service. Kunden werden von der Planung an bis über die Inbetriebnahme hinaus betreut. Außerdem versuchen wir immer interessante Nischenprodukte zu finden, die z.B. als Ersatz für ältere Technik eingesetzt werden können. Große Wettbewerber mit einem festen Produktspektrum können diesen Service kaum anbieten. Hier kommt uns zugute, dass wir relativ klein und wendig sind und schnell und flexibel auf Kundenwünsche eingehen können.


Werner Böhringer:

Das besondere an Mattke ist, dass wir durch unsere verschiedenen Kooperationen über ein Produktportfolio verfügen, das es am Markt so reichhaltig kaum ein zweites Mal gibt. Durch die Vielfalt an Produkten können wir maßgeschneiderte Lösungen von der Stange bieten. Wir verstehen uns als Problemlöser, der – übertragen ausgedrückt – für jeden Topf den passenden Deckel findet.

 

Geben Sie ein Beispiel für solche Sonderlösungen für Maschinenbauer.


Simon Hübner:

Unsere Sonderlösungen entstehen durch unsere Möglichkeit Produkte verschiedener Hersteller zu kombinieren, um kosteneffizient anzubieten. Aus Produkten unterschiedlicher Lieferanten können wir genau das Paket zusammenschnüren, das der Kunde für seine Anwendung braucht. Wir müssen nicht Lieferanten- oder Hersteller bezogen anbieten. So können wir zum Beispiel den Antrieb des Herstellers A nehmen, den Servoregler von B und das Getriebe von C, vorausgesetzt, das ergibt eine kostengünstige und technisch optimale Lösung für die Anwendung. Ebenfalls haben wir einige Produkte die im Hause Mattke entstanden sind, die im ATEX Bereich also in explosiver Umgebung wie z.B. in Lackieranlagen oder bei der Abfüllung von Lösungsmitteln zum Einsatz kommen.

 

Sind die Kunden offen für solche ‚freien‘ Lösungen oder sind sie nicht doch oft an bestimmte Hersteller gebunden?


Werner Böhringer:

Leider gibt es das immer noch, dass Kunden die Hände gebunden sind und sie auf den einen oder anderen großen Hersteller angewiesen sind. Als häufigster Grund wird der weltweite Service aufgeführt, den angeblich nur die Großen bieten.

Dieses Argument kann ich nicht teilen. Wenn der Motor eines „global players“ in Brasilien kaputt geht, dann hat dessen Niederlassung dort nicht unbedingt genau diesen Motor auf Lager. Er wird dann aus Deutschland nach Brasilien geflogen. Von Freiburg kommt der Motor allerdings genauso schnell dorthin wie von München oder Pforzheim aus.

Vor allem bei unseren großen Kunden sind manche Lieferanten vom Konzern vorgeschrieben. Anders sieht das beim mittelständischen Maschinenbauer aus. In solchen unabhängigen und meist noch inhabergeführten Unternehmen gibt es solche Vorgaben nicht. Dort hat man offene Ohren für unser Konzept der Lösung aus den besten Komponenten.

 

Wie sieht es denn konkret mit dem Weltweitservice aus?


Werner Böhringer:

Herr Hübner zum Beispiel war schon weltweit unterwegs, um verkaufte Lösungen vor Ort zu betreuen. Denn die Frage des Maschinenbauers ist typisch: „das kaufe ich bei euch, aber könnt Ihr es auch in Betrieb nehmen?“


Simon Hübner:

Wir legen dann auch Mal weitere Strecken zurück, um unsere Antriebspakete, für die sich der Kunde entschieden hat, in Betrieb zu nehmen.

 

War dieser Weltweit-Service schon immer im Angebot von Mattke?


Werner Böhringer:

Wir haben das schon immer versucht. Heute haben wir aber die entsprechende Personaldecke, sodass wir das auch stemmen können.

 

‚Kostensenken im Maschinenbau durch die richtige Produktauswahl‘, lautet Ihre Überschrift zur Motek. Um welche Produkte handelt es dabei?


Simon Hübner:

Gemeint sind natürlich die Produkte aus dem Bereich Servotechnik. Wir können hier auf Servomotoren unterschiedlicher Hersteller zugreifen. Das gilt für den klassischen Synchronservo, ebenso für die Servoregler und Getriebe.


Wir haben zu jedem Problem die Möglichkeit, eine optimale Lösung zu finden. Wir sind keineswegs an einen Hersteller gebunden. Das heißt nicht etwa, dass wir Produkte von überall und jedermann verkaufen. Natürlich haben wir unsere Partnerunternehmen mit denen wir teilweise jahrzehntelang zusammenarbeiten, denn die Produkte heutzutage sind oft sehr anspruchsvoll und bedürfen eingehender Schulungen, die unsere Mitarbeiter durchlaufen müssen.


Werner Böhringer:

Unsere passende und kostengünstige Lösung enthält soviel Technik wie nötig und nicht so viel Technik wie möglich.

 

Heißt das, dass Sie auch eine eigene Fertigung haben bzw. ein Unternehmen, das speziell für Mattke fertigt?


Werner Böhringer:

Wir setzen auf Kooperationen mit Unternehmen, die spezielle Komponenten für uns herstellen. Die Mattke Servotechnik gibt es natürlich auch. Denn wir verstehen uns als Problemlöser. Zum Beispiel: Ein Pumpenhersteller, der ein Dosiergerät mit einer besonderen Dosiersteuerung bauen möchte, weiß wie es aussehen soll und was es können soll. Aber wie das Gerät elektromechanisch umgesetzt werden kann, ist ihm in der Regel ein Rätsel – das ist ja nicht seine Kernkompetenz. In diesem Punkt kann er sich voll auf die Ingenieure bei Mattke verlassen.


Wir designen ihm dazu die passende Leistungselektronik ebenso wie den Servoregler, der genau das erledigt, was er braucht und entwickeln ihm auch noch die Software dazu.


Eine ähnlich umfassende Lösung haben wir zum Beispiel zur Modernisierung von Kleintransportsystemen in Krankenhäusern und Bibliotheken entwickelt.


Durch unser großes Portfolio sind wir in der Lage ganz spezielle Lösungen zu entwickeln. Wir ergänzen auch mechanische Lösungen unserer Kunden. Auf der Basis eines vorprojektierten Konstruktionsaufbaus können wir die Konstruktionsdaten verfeinern. Daraus entsteht eine kundenspezifische, elektromechanische Lösung für die Anwendung.

 

Sie bewegen sich viel im Sondermaschinenbau. Auf welchen Märkten wollen sie noch stärker präsent sein?


Simon Hübner:

Das stimmt. Wir konzentrieren uns mit unserem Know-how stark auf Sondermaschinen. Dort wo jede Maschine komplett anders ist, völlig andere Funktionen hat, fühlen wir uns zu Hause – und das geht durch alle Branchen. Ein Markt, den wir stärker bearbeiten wollen, ist die Verpackungsindustrie. Der Reiz dabei ist ganz klar. Dort werden oft hunderte von Servoachsen benötigt und mit unseren neuen Produktpartnerschaften haben wir zugeschnittene Lösungen anzubieten.


Werner Böhringer:

Da wir in unserer 50-jährigen Unternehmensgeschichte schon in sehr vielen Märkten tätig waren, bleibt neben dem Zugang zur Verpackungstechnik das Ziel, in jedem Markt noch ein bisschen mehr Tritt zu fassen. Schließlich sollte sich jedes erfolgreiche Unternehmen immer neue Ziele setzten.

www.mattke.de

 

Mattke auf der Motek: Halle 9-9401 

Vortrag Motek, Stuttgart:
“Die Wahl des richtigen Antriebs senkt Kosten im Maschinenbau“
im Forum Foyer Ost Stand 1915 Hübner/Böhringer
am Mittwoch 08.10.14 um 12:40

Programm Aussteller-Forum Motek 

 

 

Beitrag aus [me] 4/2014 

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