[me] im Gespräch mit ...

Henning Dombek 
leitet den Fachbereich Systemlösungen innerhalb der Lineartechnik von Schaeffler Technologies im saarländischen Homburg


"Wir haben das Netzwerk der Komponenten und Systeme"


 

„Stärken kombinieren und Schwächen kompensieren“, sagt Henning Dombek. Es ist wie mit den Disziplinen der Mechatronik, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. „Durch das Netzwerk der Schaeffler Technology Partner-Systems erreichen wir mit unseren Lösungen vor allem kleinere Kunden.“ Dombek leitet den Fachbereich Systemlösungen innerhalb der Lineartechnik von Schaeffler Technologies im saarländischen Homburg.

Ein Gespräch über Hintergründe, Aspekte der Partnerwahl und Vorteile des neuen Schaeffler-Netzwerks.


STP Systems – was steckt hinter dieser geheimnisvollen Bezeichnung?


Henning Dombek: Schaeffler Technology Partner- Systems (kurz: STP-Systems) übernehmen bei ihren Kunden Aufgaben, die mit unseren Systembausätzen und ihrem Know-how gelöst werden. „Systems“ ist dabei das Suffix, das die Spezialisierung unserer externen Partner auf Systemtechnik kennzeichnet. Schaeffler wird hier weitere Partner in unterschiedlichen Fachgebieten aufbauen. Die Aufgaben umfassen die technische Beratung, Konzepterstellung, Engineering und Produktion bis hin zur Inbetriebnahme. Darüber hinaus bieten die Partner den Kunden weitere umfassende Dienst- und Serviceleistungen.


Die STP-Systems sind ein wichtiger Baustein im Schaeffler Global Technology Network. Hier kombiniert Schaeffler seine seit Jahrzehnten vorhandene, lokale Kompetenz in der Region mit dem Wissen und der Innovationskraft seiner Experten weltweit unter einem Dach. Ziel ist es, dem Kunden stets optimale Betreuung und die beste Lösung für seine Anforderung zukommen zu lassen. Dafür bringen die „Schaeffler Technology Center“ als lokale Kompetenzzentren das Leistungsspektrum mit zertifizierter Engineering- und Service-Expertise weltweit in die Nähe der Kunden. Die Schaeffler Technology Partner sind eine wichtige Ergänzung in unserem globalen Netzwerk, das intern und extern sukzessive und bedarfsorientiert erweitert wird.

 

Welche Arbeitsgrundlage bieten Sie Ihren Partnern? Was ist Ihre Rolle in dieser Partnerschaft?


Arbeitsgrundlage sind die System-Bausätze aus unserem Produktprogramm sowie die dazugehörigen Werkzeuge wie Berechnungstools und Schulungen. Wir werden den STP erstmals die Achsen in Form eines Kits zur Verfügung stellen, das in der Regel fünf bis sechs Baugruppen enthält, um eine Linearachse zu komplettieren. Unsere Partner übernehmen die Konfektionierung und kombinieren die Kits zu einer idealen Lösung für die entsprechende Anwendung.

 

Welche Kunden möchten Sie mit diesen Systempartnerschaften erreichen?


Vor allem die Sondermaschinenbauer und Instandhaltungen. Dort geht es oft um kleine Stückzahlen verbunden mit kundenspezifischen Lösungen. Bisher konnten wir diese Bedarfe aufgrund fehlender Kapazitäten und Möglichkeiten oft nicht umfassend bedienen. Deshalb sind solche Unternehmen genau die Zielgruppe für unsere System-Partner.

 

Wie wird daraus eine Win-Win-Situation für Schaeffler und die System-Partner?


Durch die Schaeffler Technology Partner-Systems können unsere Partner und wir miteinander im Volumen wachsen und kurzfristige Anfragen bedienen. Bisher konnten wir weniger flexibel und schnell auf die von Kunden gewünschten Sonderanpassungen für kleine Stückzahlen reagieren. Vom Zeit- und Kostenaufwand war es nur schwer machbar, etwa eine zusätzliche Bearbeitung durchzuführen. Durch das Partnerprogramm wird es diese Probleme nicht mehr geben. Wir stellen unseren STP-Systems die entsprechenden Bausätze für solche Aufträge zur Verfügung. Die kundenspezifische Konfiguration bis hin zur Inbetriebnahme liegt dann in deren Hand. Dies bedeutet einen beidseitigen Zugewinn, denn wir werden flexibler und unsere Partner wiederum können auf ein hochwertiges Produkt- und Leistungsportfolio zugreifen.

 

Verstehe ich richtig, Time to Market ist damit ein Hauptansatzpunkt des STP-Konzeptes?


Ja, wir haben unsere Stärke darin, hochwertige und hochserielle Standards zu erzeugen – sowohl in puncto Produktportfolio als auch in Form von zugehörigen Auslegungstools. Unsere Partner haben ihre Stärke darin, schnell und flexibel Einzel- und Kleinserienlösungen aus vorhandenen Standards zu kombinieren.


Wir haben diese beiden Stärken im STP-Systems- Konzept kombiniert. Die Partner können dazu all unsere Tools, also unsere bewährten, eigen-entwickelten technischen Berechnungsprogramme und CAD-Daten nutzen. Dadurch können sie sehr schnell unsere Standards handhaben. Ihre operativen Einheiten sind klein und darauf ausgerichtet, aus den modularen Bausätzen schnell das konfektionierte System für den Endkunden zur Verfügung zu stellen.

 

Wo liegt dann die Systemverantwortung für solche Lösungen?


Das Handlingsystem, das zum Beispiel dabei entsteht, ist ein Produkt unseres System-Partners und wird von ihm sowohl technisch als auch kommerziell verantwortet. Er nimmt es in Betrieb und gewährt den Service. Selbstverständlich sichern wir gemeinsam das dafür notwendige technische Know-how ab. Zudem garantieren wir mit den Schaeffler-Systembausätzen gleichbleibend hohe Qualität.

 

Nach diesem Geschäftsmodell sucht der Partner also den Kunden, projektiert und löst die Aufgabe mit Ihren Produkten und den zur Verfügung gestellten Werkzeugen?


Richtig. Das Besondere daran ist, dass dadurch Kleinbedarfe effektiv über unsere Partner abgewickelt werden. Sie übernehmen also Aufträge, bei denen wir uns zeitlich oder in der Flexibilität schwerer tun. Der Fokus richtet sich auf kleine Stückzahlen mit Sonderanpassungen während wir uns besser auf hohe Volumen sowie auf die Weiterentwicklung der Standards konzentrieren.

 

Wie wird sichergestellt, dass die Partner die notwendigen Qualifikationen haben, um diese Leistung zu erbringen?


Wir haben uns umfassend auf den Start dieser Partnerschaften vorbereitet. Beispielsweise haben wir vorab spezielle Werkzeuge entwickelt, wie unser Tool „BEARINX-onlineEasy Linear“. Damit lässt sich ein komplettes Mehrachssystem berechnen. Parallel dazu haben wir ein Trainingsprogramm aufgebaut, das die Qualifizierung der Partner sichert und erlaubt, sie regelmäßig zu zertifizieren. Unkontrollierte Zertifikate oder den „Führerschein“ auf Lebenszeit gibt es dabei nicht.

 

Das klingt nach strenger Selektion der Qualitätsmerkmale. Was muss der Partner können?


Er muss die Probleme des Kunden genau verstehen, um die richtigen Teile aus den Standards auf das auf die Anwendung abgestimmte System zu konfektionieren. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Theorie zu beherrschen, sondern die mit der Software si- mulierte Lösung auch hardwaremäßig um- zusetzen. Zu guter Letzt gehören zur Komplettprojektierung die Inbetriebnahme und der Service.


Das schließt auch kundenspezifische Anpassungen mit ein. D.h. er wird sicher keine Achse in ihrer Leistungsfähigkeit verändern. Aber er muss notwendige Adaptionen eigenständig durchführen können.

 

Wer Systempartner werden will, muss qualifiziert und zertifiziert sein. Eigenen sich auch Ihre Vertriebspartner für Schaeffler Technology Partner-Systems?


Die STP-Zielsetzung hebt klar auf ein Geschäftsmodell ab, in dem die technologische Lösungssuche als ganz wesentlicher Punkt verankert ist. Einige unserer Authorized Distributor (Vertriebspartner) bieten bereits diesen speziellen Service an und sind somit gleichzeitig Authorized Distributor und Schaeffler Technology Partner.

 

Lösungssuche, Konfektionierung und Anpassung sind verständliche Qualitäten, die gefordert werden. Aber warum erwarten Sie beim technischen Systempartner auch eigene Fertigung oder Montage?


Wir verfolgen mit dem Ziel der Schnelligkeit und Flexibilität, dem Kunden „alles aus einer Hand“ zu bieten: von der Aufnahme der Fragestellung bis hin zur Bereitstellung der fertigen Lösung. Deshalb muss der Partner mehr als „nur“ die Theorie beherrschen. Er muss die Lösung in Soft- und Hardware erzeugen, beim Kunden in Betrieb nehmen und den vom Kunden erwarteten Service leisten können. Und das funktioniert nur, wenn er die Möglichkeit hat, selbst „Hand anzulegen“.

 

Also nicht nur berechnen, sondern zum Beispiel auch ergänzende Hardware zu ihrem Systemtechnik-Portfolio bauen?


Er muss gegebenenfalls ergänzende Adaptionsteile herstellen, um die Gesamtlösung zu realisieren. Das ist aus unserer Sicht entscheidend für den Erfolg beim Kunden. Der möchte schließlich ein Gesamtsystem ohne Adaptierungsaufwand.

 

In welchen Branchenschwerpunkten sind Sie momentan mit den STP-Systems aktiv?


Zum Beispiel im Handlingbereich der Peripherie von Werkzeugmaschinen. Weiterhin im Bereich der Fabrikautomation in der Automobilfertigung und im allgemeinen Handling von Teilen, die als Fertigungshilfsmittel gebaut werden.

 

Treffen wir Ihre Partner auf Messen?


Klar. Ein Schaeffler-Technology-Partner-Systems ist zwar unabhängig, aber die Unterstützung bei Messeauftritten gehört zu einer Partnerschaft dazu. Auf der Motek werden beispielsweise einige der STP-Systems ausstellen ebenso wie auf weiteren regionalen Messen.

Die Fragen stellte Peter Schäfer

www.schaeffler.com  
www.ina.com

 

Beitrag aus [me] 5/2014, Oktober:

14_5_IV_ina_SEI.jpg 

 

14_5_TITEL_188.jpg

 

Gerne können Sie [me] 5/2014 mit weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de

oder:      Kontaktforumlar

AGT Verlag Thum GmbH
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

 

spacer
Online Werbung @ [me]
spacer