[me] im Gespräch mit ...

Jutta Humbert ist bei Nord Drivesystems
Geschäftsführende Gesellschafterin

 

„Unsere Antriebslösungen werden überall benötigt“

 

 

„Schwerpunkte des Messeauftrittes von Nord Drivesystems auf der SPS IPC Drives in Nürnberg sind die immer stärkere Internationalisierung des Unternehmens sowie die Weiterentwicklung mechatronischer Antriebe, die nun auch Servoanwendungen ausführen“, erklärt Jutta Humbert, die Geschäftsführende Gesellschafterin des Antriebsherstellers aus Hamburg. 


Die Messe in Nürnberg gilt als das Schaufenster der Antriebstechnik und Automatisierung – nicht nur für den regionalen und deutschen Markt. Wie ziehen Sie die internationalen Besucher an Ihren Stand?


Nord Drivesystems ist mittlerweile international eine Marke mit hohem Wiedererkennungswert, in Deutschland sowieso. Das haben wir durch überzeugende Lösungen erreicht. Nicht nur Konzerne, auch Kleinunternehmen und Mittelständler werden in immer größerer Zahl international aktiv. Sie sprechen wir mit kompletten Systemen aus Getriebe, Motor und Antriebselektronik an, die weltweit eingesetzt werden können. Unsere Kunden müssen also keine parallelen Produktlinien aufziehen oder die Konstruktion länderspezifisch anpassen.

 

Beim Stichwort internationale Kompatibilität denkt man auch gleich an die Normen für sogenannte energieverbrauchsrelevante Produkte. Sind darüber alle Unternehmen, die Motoren einsetzen, ausreichend informiert?


Darum bemühen wir uns zumindest sehr. Am 1. Januar greift die nächste Stufe der europäischen Verordnungen zur Energieeffizienz von Elektromotoren. Dann ist für viele Motoranwendungen die Effizienzklasse IE3 vorgeschrieben [siehe dazu auch den Infokasten]. Wir weisen Kunden direkt darauf hin und informieren in der Presse darüber. Der aktuelle Stichtag betrifft den EU-Markt. In verschiedenen internationalen Wirtschaftsregionen gelten allerdings abweichende Termine und Ausnahmen. Da sind wir natürlich bestrebt, unseren Kunden die Antriebsbeschaffung möglichst leicht zu machen. Mit unserem global harmonisierten Produktsortiment erfüllen oder übertreffen wir alle aktuellen gesetzlichen Effizienzregelungen weltweit. Das gehört dazu, wenn wir wirklich ein verlässlicher internationaler Partner sein wollen. Wir setzen uns mit der Situation unserer Kunden auseinander. Wie sollen sie den Mehraufwand für die Integration von gleich zwei neuen Motorengenerationen innerhalb weniger Jahre kompensieren? Da zeigt Nord seine über Jahrzehnte aufgebaute Branchenerfahrung und Konstruktionskompetenz. Wir haben es beim Umstieg von IE1 zu IE2 im Wesentlichen geschafft, die Motoranschlussmaße identisch zu halten. Und dasselbe haben wir erneut bei unseren IE3- Motoren erreicht. Das bedeutet, dass unsere Kunden am Maschinenbett kaum Veränderungen vornehmen müssen, wenn sie auf eine höhere Effizienzklasse umstellen. Sie sparen also erheblichen Aufwand und Zeit.

 

Werden Sie diese energieeffizienten Systeme wie die IE 3 Motoren auf Ihrem Messestand zeigen?


Ja, wir werden unser gesamtes modulares Sortiment ausstellen und vieles davon in Aktion vorführen.

 

B2C und B2B: Wo finden sich Nord-Lösungen, und wo platzieren Sie die meisten Lösungen?


Als Querschnittstechnologie werden unsere Lösungen überall benötigt. Sie finden Nord-Antriebe in praktisch allen Bereichen des täglichen Lebens und in vielfältigen industriellen Anwendungen in über 100 Branchen. Geographisch gesehen hat weiterhin Europa den größten Anteil an unserem Umsatz. Stolz sein dürfen wir aber auch auf die Entwicklung im nicht-europäischen Ausland. In bestimmten Branchen und Regionen sind wir in den letzten Jahren zum Marktführer geworden, beispielsweise in der indischen Stahlindustrie – dort stammt jeder zweite 2013 in Betrieb genommene Getriebemotor von Nord.

 

Bei einer derartigen Bedeutung des Exportgeschäfts sind Sie sicher nur noch unterwegs?


Zum Glück gibt es auch noch andere Wege, sich persönlich auszutauschen. Wir haben Tochterunternehmen in 36 Ländern auf allen fünf Kontinenten, mit denen wir ständig in Verbindung sind. Mit Telefon und Internet ist das ja kein Problem. Etwas, das wir übrigens auch am Messestand vorführen werden, ist unser Online-Beratungsangebot für Kunden und Partner. Wir bieten in mehr als 20 Sprachen qualifizierten Kundendienst an.

 

Ihr Mechatroniksortiment haben Sie zuletzt diversifiziert und neue dezentrale Antriebe vorgestellt. Was erwartet uns jetzt Neues?


Wir setzen die Pionierarbeit in Sachen funktionale Vielseitigkeit und Eroberung neuer Einsatzbereiche fort. Gerade im Bereich der Mechatronikeinheiten haben wir viele Alleinstellungsmerkmale. Unsere Universalstarter beherrschen sowohl Reversierbetrieb als auch – als einzige dezentrale Schalter für den Motoraufbau – Sanftstarts und -stopps. Außerdem decken sie einen vergleichsweise großen Leistungsbereich bis 7,5 kW ab. Auch bei den geregelten Antrieben haben wir eine größere dezentrale Leistungsspanne als die meisten Hersteller. Der SK 180E ist eine vollwertige Lösung für Pumpen-, Lüfter-, Mixer- und einfache Förderanwendungen und hat als einziger dezentraler Umrichter einen so geringen Ableitstrom, dass er sogar an einer einfachen Haushaltssteckdose betrieben werden darf. Der große Bruder, der SK 200E ist in vier Größen bis 22 kW erhältlich – dies sind die einzigen Frequenzumrichter zum Motoraufbau, die standardmäßig eine Positioniersteuerung integrieren. Und mit diesen Umrichtern lassen sich heute äußerst dynamische Anwendungen lösen.

 

Für solche dynamischen Anwendungen, also konkret die Servoanwendungen können Sie sicherlich einige Beispiele nennen.


Wir machen verstärkt auf die Leistungsfähigkeit von Standardantrieben mit der richtigen Regelungslogik aufmerksam. Mit unseren Baureihen SK 500E für zentrale Installationen im Schaltschrank und SK 200E zum direkten Motoraufbau realisieren wir ausgesprochen anspruchsvolle Funktionen: Positionierung, Gleichlauf, Sicherheitsapplikationen, Wickelrechner. Bis auf wenige Ausnahmen, wie etwa hochpräzise Werkzeugmaschinen, meistern wir einen Großteil der Servoanwendungen. Ein Beispiel ist die Beladung von Paletten, für die ausschließlich dezentrale Einheiten zum Einsatz kommen: Die Verpackungseinheiten werden über ein Förderband zum Verladekopf transportiert, der in einer fließenden Bewegung entlang der X- und Y-Achse positioniert sowie mit einer weiteren angetriebenen Achse rotiert wird. Dafür koordinieren sich drei SK-200EAntriebe, die auch noch die Pneumatik zum Kippen und Öffnen des Verladekopfes steuern, und Handling-Zeiten bis unter zwei Sekunden pro Einheit erreichen. Dabei sorgen wir mit S-Rampenverrundung auch noch für ein sanftes Handling.

 

Werden wir solche komplexen Lösungen auch live in Nürnberg sehen?


Am Messestand werden wir einen Förder- und Hubtechnikaufbau zeigen, in dem sich dezentrale Frequenzumrichter und Motorstarter untereinander koordinieren. Motordrehgeber und Sensoren sind direkt auf die Mechatronikeinheiten verdrahtet. Wir werden unter anderem berührungsloses und lückenloses Aufstauen demonstrieren.

 

Was gibt es in Sachen Umrichter am Stand sehen?


Geben Sie bitte ein Beispiel. Schaltschrankumrichter bis 160 kW sind prominent vertreten, ebenso wie speziell geschützte Systeme: Auf Basis des SK 180E haben wir den ersten geregelten Antrieb mit Schutzart IP66/IP69K auf den Markt gebracht. Der Umrichter wird mit einem Glattmotor und einem leicht zu reinigenden Getriebe kombiniert. Der Antrieb hat eine nsd-tupH-Oberfläche, die einen wirksamen Korrosionsschutz und hohe Kratzfestigkeit gewährleistet. So ist dieses Antriebspaket optimal für Anwendungen mit regelmäßigem Reinigungsbedarf ausgestattet und ermöglicht auch dort einen effizienten Betrieb von Förderbändern, Pumpen und Rührwerken.


Die Fragen stellte Peter Schäfer. 

www.nord.com

 

Beitrag aus [me] 6/2014

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