[me] im Gespräch mit ...

Tom Koeditz und Anja Hügel
von ebm-papst

 

„Grundlage sind eine Software und ein Motor“

 

Maßgeschneidert müssen heutige Antriebslösungen sein. Baukastensysteme mit variabel konfigurierbaren Modulen in Hard- und Software liegen heute im Trend. Anja Hügel und Tom Koeditz erklären, wie ebm-papst solche modularen Lösungen für Kunden aufbaut. 


Jeder will sein Angebot optimieren und Kundenwünsche individuell erfüllen. Wie verarbeitet ebm-papst diesen Trend der Individualisierung?


Tom Koeditz: Der Focus von ebm-papst wird in Zukunft immer mehr auf Baukastensystemen liegen. Zum Motor gehören z. B. verschiedene Komponenten wie das Getriebe oder die Steuer- bzw. Regelelektronik. Diese Elemente gibt es in unterschiedlicher Ausführung, z.B. als externe oder integrierte Elektronik mit Vernetzung über Bussysteme. Ebenfalls stehen mechanikseitig unterschiedliche Getriebemöglichkeiten und Motorquerschnitte mit verschiedenen Leistungsabgaben zur Verfügung. Aus diesen und vielen weiteren Elementen können wir zukünftig immer mehr und besser kombinieren. Dadurch decken wir eine große Bandbreite an Kundenapplikationen aus dem Baukasten heraus ab und sind mit individuell gestalteten Lösungen schnell am Markt. Ein weiterer Vorteil dieses Prinzips ist, dass wir diese besseren Lösungen unterm Strich für unsere Kunden auch kostengünstiger anbieten können.

 

Modular versus größere Varianz?


Anja Hügel: Modularbaukästen mit Standardmodulen sorgen für schnelleres „Time-to- Market“ als dies mit entsprechender Variantenvielfalt möglich wäre.


Neben den geringeren Kosten bedeutet das für den Kunden auch eine hohe Prozesssicherheit. Mehr Varianz in den Modulen bedeutet dagegen höheren Aufwand und geringere Prozesssicherheit. Auch wenn hundertprozentige Fehlersicherheit angestrebt wird, bei höherer Stückzahl eines Produkts lassen sich Fehler besser vermeiden als bei vielen Varianten.

 

Modularität setzt auch entsprechende Software voraus. Welche Rolle spielen dabei die Software und das Engineering?


Koeditz: Modulare Software ist ein sehr sehr wichtiger Punkt. Getriebe und Motor bilden den standardisierten und modular zusammensetzbaren Hardware- Block. Entscheidend ist allerdings auch die einfach zu bedienende modulare Software, um z. B. unterschiedliche Drehzahlen und Anwendungen mit verschiedenen Modi abzudecken. Das kommt zum Tragen, wenn wir als Vorzugstypen ein Planetengetriebe mit der Übersetzung 5:1 und mit der Übersetzung 30:1 als Standard für alle Baukastenmotoren definiert haben, also einen 63er VDC-Motor. Mit unserer Software bleibt der Kunde flexibel. Damit kann er für ein 30:1 Getriebe eine Drehzahl von 100 Umdrehungen erreichen, genauso wie er für eine andere Applikation über die Software 300 Umdrehungen einstellen kann. Die Software ermöglicht viele Lösungsvarianten mit der gleichen Hardware. Aus dieser Sicht nimmt die Bedeutung der Software immer weiter zu. Ebm-papst investiert deshalb in Software und Elektronik. Insbesondere im Hinblick auf Industrie 4.0 kommt es dabei immer mehr auf die Vernetzung an.

 

Haben Sie eine eigene Software-Plattform, die Sie je nach Anwendung und Engineering entsprechend konfigurieren können?


Hügel: Unsere Kickstart- Software basiert auf einer Plattform für mehrere Motoren oder Elektronikklassen. Diese Plattform bildet einen gemeinsamen Rahmen für alle möglichen Anwendungen. Mit Hilfe von Templates oder Vorlagen lassen sich die Einstellungen je nach Applikation komplett individualisieren. Der Kunde kann mit den jeweiligen Parametern und einzelnen Modulen dieser Software auch unterschiedliche Motoren ansteuern. Damit kann er einen K4-Motor mit individuellen Funktionen ansteuern, er kann damit aber auch andere Elektronikklassen konfigurieren.

 

Templates sorgen für Individualisierung?


Koeditz: Richtig. Die Software-Plattform ist der Rahmen, und die Vorlagen sorgen für die gewünschte Individualität der Anwendung. Mit Hilfe der Software kann der Kunde verschiedene Vorlagen erstellen und verwenden. Dabei können verschiedene Parameter, wie beispielsweise die Drehzahl, als auch verschiedene Regler oder Rampen eingestellt werden. Der Kunde kann alle Einstellungen mit dem jeweiligen Template konfigurieren. Alles ist machbar, und die Flexibilität ist grenzenlos. Unser Service unterstützt dabei auch das Engineering.

 

Kann man damit auch ältere Produkte aus ihrem Hause durch neuere ersetzen und das softwaremäßig dann unterstützen?


Hügel: Mit Hilfe dieser Plattform lassen sich Systemlösungen mit verschiedenen Motoren aufbauen. Mit unserer Außenläufer VDC- und Innenläufer ECI-Baureihe können wir den ganzen Anwendungsbereich abdecken. Ein Kunde kann mit der Software und den Templates einen Motor mit jeweils unterschiedlich parametrierten Einstellungen für diverse Anwendungen bedienen. „Ein Motor für alles“, das bietet dem Kunden vielerlei Vorteile.

www.ebmpapst.com

 

Beitrag aus [me] 2/2015

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