[me] im Gespräch mit ...

Michael Volz
ist der Geschäftsführer von HMS

 

„Wir verbinden die Welten“

 

Die industrielle Welt ist längst nicht standardisiert – es gibt sie auch nicht wirklich, die einheitlichen Kommunikationsstandards. Wie soll unter diesen Umständen eine durchgängige Vernetzung funktionieren, wie sie Industrie 4.0 erfordert? Michael Volz, der Geschäftsführer von HMS, ist im Gespräch mit der Redaktion der [me] dieser Frage nachgegangen. 


Es gibt oft Stimmen, die behaupten, die deutsche Industrie sei nicht vorbereitet und wir würden jetzt von anderen überholt werden? Sehen Sie das auch so?


Michael Volz: Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, die deutsche Industrie ist sehr gut aufgestellt. Wir haben viele sehr innovative Firmen in Deutschland, die moderne Fertigungskonzepte und -technologien schon heute verwirklichen, und die offen sind für all das wofür Industrie 4.0 steht. Wo die Reise hingeht, zeigt beispielsweise die Automobilindustrie. Dort werden Autos schon heute ganz individuell in Serie nach Kundenbestellung gefertigt.

 

Ist Losgröße 1 da das Stichwort?


Ja. Wenn man sich heute einen modernen Mittelklassewagen ansieht, dann hat der Dutzende von Bestelloptionen und es läuft eigentlich kein Fahrzeug mehr wie das andere vom Band. Es wird individuell gefertigt und dazu müssen an jeder Stelle der Produktion der Materialfluss sowie die gesamte Logistik stimmen. Alle Elemente müssen vernetzt sein, damit sie zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommen. Industrie 4.0 wird heute schon dort praktiziert, wo Innovation das tägliche Geschäft ist – wie in der Automobilfertigung. Wo längere Innovationszyklen angesagt sind, wie in der Prozessindustrie, werden wir sicher noch etwas warten müssen bis Industrie 4.0 Realität wird.

 

Wie sieht die Entwicklung im klassischen Maschinenbau aus?


Der Maschinenbau ist allein schon durch seine enge Verbindung zur Automobilindustrie sehr weit. Dort gibt es viele positive Vorzeichen für die Einführung von Produktionsverfahren nach den Modellen von Industrie 4.0.

 

Was sind die tragenden Elemente von 4.0 aus der Sicht von HMS?


Erst die durchgängige Kommunikation in allen Anlagenteilen macht Industrie 4.0 möglich, und genau das ist unser Part. Je besser die Anlagenteile, die Maschinen sowie alle Einrichtungen, die zu einer großen Anlage zusammengefasst sind, miteinander vernetzt sind, desto besser kann Industrie 4.0 funktionieren. Unser Beitrag ist die Kommunikationstechnologie. Wir liefern all das, was Gerätehersteller brauchen, um ihre Automatisierungsgeräte mit den modernen Netzwerken zu verbinden. Dazu unterstützen wir Systemintegratoren, die Maschinen und Anlagenteile in das IT-Netzwerk einbinden, das moderne Fertigung auszeichnet.

 

Welche Devices sind das? Welche Hardware- und Engineering-Leistungen bieten Sie?


Wir bieten Kommunikationsschnittstellen als Embedded-Kommunikationsmodule oder auch als Single-Chip-Lösungen, die man in ein Automatisierungsgerät integriert. Gerätehersteller können so ihre Geräte sehr flexibel an die verschiedenen Netzwerke ankoppeln. Unsere Zielgruppe sind die Gerätehersteller und Systemintegratoren.

 

Aber genau hier fehlen die Standards – denn in der Industrie, in der Fertigungsautomatisierung gibt es nicht ein Netzwerk, sondern es existieren immer noch viele verschiedene Netzwerke nebeneinander. Wer macht hier den Weg frei für Industrie 4.0?


Auf der Feldebene herrscht immer noch rege Vielfalt. Was die Entwicklung der Netzwerke betrifft, existiert auch 15 Jahre nachdem Industrial Ethernet in die Industrie eingeführt wurde, immer noch ein großes Nebeneinander von Feldbussystemen und Industrial-Ethernet-Systemen.

 

Der Feldbus lebt oft im Verborgenen. Wie wichtig ist er noch?


Es werden auch heute noch weit mehr Feldbus-Geräte neu installiert als Automatisierungsgeräte mit Industrial-Ethernet-Anschluss. Feldbusse wachsen auch heute noch im einstelligen Bereich, Industrial Ethernet wächst jedoch zweistellig und wird langfristig die Feldbusse ablösen.

 

Wie würden Sie diese Einschätzung prozentual untermauern. Worauf liegt das Hauptaugenmerk in der Kommunikation? Auf den Feldbussen oder auf Ethernet?


Nach unserer Einschätzung sehen wir heute, dass Industrial-Ethernet-Systeme ungefähr 34 % Marktanteil erreicht haben. Für Feldbusse schätzen wir 66 % Marktanteil. Aber wir haben starke Zuwachsraten bei den Industrial-Ethernet-Anlagen. Viele Neuanlagen werden jetzt mit Ethernet gebaut. Aber im Serienmaschinenbau, wo Maschinen in Serie gefertigt werden, werden Anlagen heute nach wie vor mit Feldbussystemen ausgestattet.

 

Also friedliche Koexistenz zwischen Feldbussen und Ethernet?


Ja, wir sehen ein Nebeneinander von Feldbussen und Ethernet. Alles mischt sich. Die heterogene Kommunikationslandschaft ist eigentlich eine Besonderheit, die wir in der Fertigungstechnik antreffen: die eine Maschine nutzt dieses System, die andere nutzt das andere, aber alles muss miteinander kommunizieren und miteinander verbunden werden. Genau hier kommt HMS ins Spiel.


Das Nebeneinander von Feldbus und Ethernet in einer heterogenen Kommunikationslandschaft macht unsere Lösungen so lebensnotwendig. Denn sie ermöglichen es den Geräteherstellern, ihre Geräte in diese heterogene, vielfältige Welt zu integrieren.

 

Und wie würden Sie die Entwicklung von Anybus schildern?


Anybus ist unsere Antwort auf die Netzwerkvielfalt. Unsere Anybus-Technologie verbindet die heterogenen Netzwerkwelten und ist seit 25 Jahren erfolgreich im Markt. Wir innovieren ständig und stellen jetzt die 4. Generation unserer Kerntechnologie vor, die genau auf die Anforderungen von Industrie 4.0 und das Industrial Internet of Things zugeschnitten ist.

Die Fragen stellte Peter Schäfer 

www.hms-networks.de

 

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Beitrag aus [me] 2/2015

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