[me] im Gespräch mit ...

 

Matthias Poguntke

Vice President Global Engineering &
Product Management bei Weiss


„Wir wollen unsere Kunden begeistern“

Wer heute Handling-Einheiten und Rundschalttische im eigenen Haus entwickelt, konstruiert und fertigt, braucht besondere Ideen. Matthias Poguntke ist für das volle Pensum an Innovation bei Weiss verantwortlich. Der neue Vice President Global Engineering & Product Management erklärt im Gespräch mit der [me] wie er sich die künftige Entwicklungsstrategie des Maschinenbauunternehmens vorstellt.


Herr Poguntke, was sind die strategischen Markierungspunkte Ihrer Entwicklungsstrategie?


Das größte Geheimnis unserer Entwicklungsstrategie ist gar keines. Wir wollen weiterhin das tun, was wir auch in den letzten knapp 50 Jahren getan haben – nämlich unsere Kunden begeistern. Und das geht nur, indem wir echten Kundennutzen schaffen. Die große Herausforderung besteht darin, scheinbar unvereinbare Anforderungen zu erfüllen: Losgröße Eins und schnelle Lieferzeit, komplizierte Technik und einfachste Bedienung, globales Geschäft und lokale Bedürfnisse. All diese Anforderungen wollen wir verbinden. Man kommt schnell zu dem Schluss, dass es dabei nicht nur um die klassische Produktentwicklung geht, sondern plötzlich auch Faktoren wie z. B. Prozesse, Geschäftsmodelle oder gar die Organisation auf der Agenda stehen.

 

Kundenindividuell entwickeln und modularer Aufbau der Systeme. Das klingt gut, ist aber nichts, was andere nicht auch tun wollen. Wie unterscheidet sich Weiss hier von anderen?


Als ich zu Weiss kam, haben mich zwei Dinge besonders positiv überrascht. Erstens das Maß der gelebten Kundenzentrierung. Zweitens, wie umfassend der mechatronische Gedanke verinnerlicht ist. Beides ist tief in der DNA von Weiss verankert. Ich bin davon überzeugt, dass genau diese Mischung aus Kundennähe und interdisziplinärer Kompetenz die beste Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg ist.

 

All die Modularität funktioniert nicht ohne Software. „W.A.S. 2“ heißt die neue Version Ihrer Steuerungssoftware. Was kann sie besser als ihre Vorgängerversion, und was ist hier der USP?


Die W.A.S. 2 kann im vorliegenden Release das, was die W.A.S. konnte – aber noch besser und auf einer aktualisierten Controller- Plattform. Die Inbetriebnahme von Weiss-Rundtischen und Achsen ist noch einfacher und schneller. Wir haben viele kleine und große neue Funktionen integriert – allesamt aus echtem Kundenbedarf heraus entwickelt. Das Gesamtpaket ist einzigartig. Und das Tolle ist – während der Entwicklung der W.A.S. 2 haben wir bereits heute die Grundsteine für weitere Funktionsumfänge gelegt, die nun nach und nach umgesetzt werden können. Insbesondere rund um die Themen Mehrachsfähigkeit, Condition Monitoring und Webfunktionen.

 

Tools gibt es viele, aber die meisten sind sehr eng an die Hardware einzelner Hersteller gebunden. In welche Richtung bewegt sich Weiss hier?


Hier agieren wir frei nach dem Motto: „Der Kunde braucht keinen Bohrer, sondern ein Loch in der Wand“. Die Hardware ist in gewisser Weise also Mittel zum Zweck. Daher ist es unser Ziel, zukünftig unterschiedlichste Plattformen zu unterstützen. Übrigens, wenn man den „Bohrergedanken“ noch weiter spinnt, fällt auf, dass der Kunde nicht einmal das Loch in der Wand möchte. Stattdessen soll nur etwas befestigt werden. Das ist vielleicht der Grund für den Erfolg selbstklebender Bilderhaken.

 

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie heute im Engineering?


Eine Herausforderung liegt darin, vorab möglichst präzise zu definieren, was entwickelt werden soll. Weiße Flecken sind rar im Markt. Die Chance daneben zu liegen ist groß, und Misserfolg ist teuer. Man muss klar definieren, wie man sich differenzieren wird. Auf diesen Definitionen basieren dann Standardentwicklungen. Sie bilden die Grundlage des Produktportfolios und damit wiederum Wohl und Wehe der nachfolgenden Bereiche Customizing und Systemtechnik. Entsprechend gilt es, bereits in der Entwicklung smarte Antworten auf vordergründig gegensätzliche Forderungen aus der Kunden- und Systemwelt zu geben. Ein paar Beispiele dafür habe ich bereits genannt. Losgröße Eins bei gleichzeitig schnellster Lieferzeit. Kompliziertere Technik bei gleichzeitig einfachster Bedienbarkeit. Und das dann alles zu definierten Zielkosten in einem internationalen Kontext. Im kundennahen Customizing und in der Systemwelt ist die große Herausforderung dann die Time-to-Market. Unsere Kunden stehen unter Zeitdruck. Entsprechend schnell müssen Kundenspezifika bei Weiss durchlaufen. Damit das klappt, müssen alle Glieder unserer Wertschöpfungskette tipp-topp ineinandergreifen. Von A wie „Anforderungsklärung“ bis Z wie „Zum Laufen bringen“.

 

Die neue Managementstruktur lässt den Wechsel von einer zentralen Führung hin zu dezentralen Strukturen erahnen. Wie ist Weiss aufgestellt?


Als Unternehmen wollen wir in der Lage sein, verbindlich, schnell und kundennah zu reagieren. Und das im globalen Maßstab. Gleichzeitig haben wir natürlich auch das Ziel, die daraus resultierende Komplexität handhabbar zu halten. Wir denken, das gelingt uns mit einer ausgewogenen Balance aus zentraler und dezentraler Verantwortungsstruktur.

 

Weiss definiert sich selbst als ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen. Heißt das, ein Maschinenbauer produziert für andere Maschinenbauer?


Weiss stellt keine Maschinen und Anlagen im eigentlichen Sinne her. Stattdessen bieten wir ein umfangreiches Portfolio an Komponenten und Subsystemen. Diese werden dann von unseren Kunden in Maschinen und Anlagen verbaut. Maschinen- und Anlagenbauer fast aller Branchen und internationaler Regionen kaufen unserer Produkte und Dienstleistungen. Sie vertrauen darauf, dass wir sie als verlässlicher Partner bei der Erreichung ihrer eigenen Unternehmensziele unterstützen. Genau das ist unser Ziel.

Die Fragen stellte Peter Schäfer. 

www.weiss-gmbh.de

 

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Beitrag aus [me] 4/2015

 

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