[me] im Gespräch mit ...

Gerhard Kocherscheidt, 

Unternehmensgründer von Koco Motion

 

 

"Motoren für Industrie 4.0"

 

 

Seit der Jahrhundertwende ist das eingetragene Warenzeichen MDrive der Begriff für Integration von Steuerungen in Schrittmotoren. Die kleinen, netzwerkfähigen Schrittmotoren gibt es in immer neuen und besseren Varianten.

Der Hersteller und Distributor kompakter hochintegrierter elektrischer Antriebe Koco Motion aus Dauchingen verkündet regelmäßig Zuwachs in seinem Schrittmotor-Portfolio. Die Redaktion hat den Unternehmensgründer Gerhard Kocherscheidt nach dem Entwicklungsstand befragt.


MDrive steht als Begriff für die Integration von Steuerungen in Schrittmotoren. Vertriebspartner für MDrive ist Koco Motion. Was gehört aus Ihrer Sicht alles in ein MDrive-Paket?


Gerhard Kocherscheidt: Das MDrive-Paket besteht zunächst aus dem Schrittmotor (von Nema 14 bis Nema 34) und dem Controller. Bei Bedarf kommt dann noch ein Encoder dazu. Den Controller gibt es in verschiedenen Ausbaustufen von einfach (Schritt und Richtung => Step/Direction) bis zum Servosystem (Closed Loop) sowie mit bis zu acht zusätzlichen vollprogrammierbaren Ein- und Ausgängen für die Schaltung weiterer Funktionen in der Applikation. Und natürlich ist das Softwarepaket nicht zu vergessen.

 

MDrive gibt es heute bereits in der dritten Generation. Wie haben sich die integrierten Schrittmotorantriebe bis zur Industrie 4.0-Fähigkeit entwickelt?


Für Industrie 4.0 benötigt man verschiedene Schnittstellen zur Vernetzung mit dem gesamten Umfeld. Je nach Anforderung des Marktes wurden diese entwickelt und mit integriert. Die erste Schnittstelle war die RS 432, dann folgten CANopen und dann Ethernet, ModBus oder Ethernet IP, Profinet.

 

Trotz der dritten Generation bezeichnen Sie die meisten Varianten der ersten Generation immer noch als Stand der Technik. Was rechtfertigt diese Einschätzung?


Auch die erste Generation entspricht noch allen Anforderungen bis hin zu Motion Control mit Schnittstelle RS 485, die zweite Generation hatte zusätzliche Features, die der Markt verlangte, CAN Bus weitere Feldbusse wie Modbus IP, Closed Loop, IP56, bis acht vollprogrammierbare Ein-/Ausgänge, etc.

 

Die dritte Generation von MDrive erscheint erstmals unter dem Schneider Label Lexium MDrive auf dem Markt. Welche Konsequenzen hat das für Koco Motion?


Lexium ist eine eingeführte Marke von ehemals Berger Lahr (jetzt Schneider Electric Motion), man wollte von beiden starken Trademarks profitieren und hat sie für die dritte MDrive-Generation zusammengeführt zu Lexium MDrive. Für die Koco Motion GmbH ändert sich nur insofern etwas, dass wir den Kunden immer wieder erklären müssen, dass dies ein Produkt von SEM USA ist und nicht von Schneider Electric Motion Lahr, deren Produkte wir ja auch nicht im Portfolio haben.

 

Die Lexium-Reihe baut auf der Funktionalität der bisherigen MDrive-Antriebe auf. Was hat sich dabei technisch geändert?


Für die ersten beiden Generationen wurden die von IMS entwickelten und patentierten ASICs IM 2000 und IM 3000 verwendet, die Lexium-Baureihe wurde mit FPGAs versehen. Allerdings wurde die Software in der bewährten Form aus Basis von ASCII weiterentwickelt.

 

Für MDrive gibt es jetzt auch die High-Torque-Option mit bis zu 50 Prozent mehr Drehmoment in der Baugröße NEMA 23. Welche Varianten stehen heute zur Verfügung?


Für die High-Torque-Versionen stehen in Nema 23 drei verschiedene Gehäuselängen zur Verfügung.

 

Was leisten diese Varianten, und wo werden sie eingesetzt?


Gegenüber den Standard Versionen mit Drehmomenten von 0,7 bis 1,7 Nm stehen mit den High-Torque-Versionen Drehmomente von 1,1 bis 2,9 Nm zur Verfügung, was natürlich bei gleichbleibendem Bauraum ein großer Zugewinn ist.

 

Wie werden diese MDrives zum Beispiel in Holzbearbeitungsmaschinen eingesetzt?


Bei Holzverarbeitungsmaschinen sollten unbedingt die IP65-Varianten mit Schraubanschlüssen verwendet werden, um Frühausfälle durch die feinen Stäube zu verhindern.

 

Wie schneiden solche servoähnlichen Lösungen im Vergleich zu Servolösungen ab?


Sehr gut, für langsam drehende Anwendungen sind sie aufgrund des hohen Drehmoments sowohl im Bauraum als auch im Preis überlegen.

 

Mittlerweile gibt es auch Integrierte Schrittmotoren mit M12-Anschluss in Größe NEMA 17 und Schutzart IP65. Welche Anwendungen erschließen Sie damit?


Anders als im Apparatebau werden im Maschinenbau eigentlich nur die industrietauglichen Schraubanschlüsse gewünscht und verwendet. IP65 wird bei entsprechend harten Umgebungsbedingungen gefordert.


www.kocomotion.de

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Beitrag aus [me] 2/2016

 

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