[me] im Gespräch mit ...

Frank Gerull

von Layher

 

„IO-Link vereinfacht die Integration aller Komponenten“

 

 

Der Industriestandard für Druckschalter sieht sie nicht vor, die IO-Link-Schnittstelle. Allerdings sollte ein Drucksensor in der Industrie 4.0-Welt mehr können als nur Standard. Die Layher AG aus Kirchberg/Murr richtet sich auf die Zukunft aus. „Schließlich ist die vernetzte Industrie keine Vision mehr“, sagt Layher-Vorstand Frank Gerull. Er erläutert im Interview, welche Vorteile die Verbindung des Drucksensors mit IO-Link für den Kunden bringt, und was sein Unternehmen auf der Hannover Messe zeigt.

 

„Nur wer das Unmögliche versucht, wird die Grenzen des Möglichen erreichen“, lautet einer Ihrer Leitsprüche. Was bringen Sie mit zur Hannover Messe?


Frank Gerull: Highlight wird sicherlich unser überarbeitetes und erweitertes Elektronikprogramm. Ein umfangreiches Programm mit verschiedensten Drucksensoren und verschiedensten elektronischen Druckschaltern. Teilweise dem Industriestandard entsprechend und teilweise mit zusätzlichen beeindruckenden Merkmalen. Zum Beispiel der Schnittstelle IO-Link.


Im mechanischen Druckschalterbereich haben wir weitere elektrische Steckverbinder in unseren Druckschaltern integriert. Somit kann aus einem noch breiteren Bereich an Druckschaltern mit integriertem Stecker ausgewählt werden.

 

Der Kommunikationsstandard IO-Link schafft eine Schnittstelle für die Industrie 4.0-Fähigkeit des Druckschalters. Was muss er leisten?


Sehr viel! Er schließt die Kommunikationslücke in der untersten Feldebene und minimiert die Varianz der ganzen bestehenden Schnittstellen wie 0-10 V, 4-20 mA oder auch PNP.

 

Warum IO-Link?


Die vernetzte Industrie ist keine Vision mehr. Immer mehr Anlagenbetreiber gehen diesen Weg und profitieren von signifikanten Effektivitätssteigerungen und optimierten Prozessabläufen. Der Kommunikationsstandard IO-Link sorgt hierbei für die intelligente Anbindung von Sensoren und Aktoren an die Steuerungsebene. Kurz gesagt: IO-Link vereinfacht die Integration aller Komponenten im Schaltschrank und auf der Feldebene.

 

Gibt es weitere interessante Schnittstellen, die zu Industrie 4.0 passen?


Natürlich, sogar eine Vielzahl. Hierzu muss man aber erstmal betrachten, auf welcher Prozessebene soll eine Interaktion und Kommunikation stattfinden und welche Datenmenge beziehungsweise Komplexität wird verlangt. Dem entsprechend stehen dann verschiedene Kommunikationswege zur Verfügung. Zum Beispiel Profibus oder auch andere Feldbusse. Aber auch Funktechnologien wie WLAN, Bluetooth oder Mobilfunk sind schon vorhanden. Meiner Meinung nach ist die Standardisierung das eigentlich Wichtige beim Thema Schnittstellen. Wir müssen gemeinsame Sprachen und Beschreibungen entwickeln.

 

Welche Sonderwünsche zu Werkstoffen, Gewinden, Medieneinsatz sind bei Drucksensoren und elektronischen Druckschaltern erfüllbar?


Im medienberührenden Bereich setzen wir bei den Gehäusen von vornherein auf den Einsatz von Edelstahl. Bei den verbauten Drucksensoren kommen zwei verschiedene Trägermaterialien zur Auswahl. Zum einen haben wir als Trägermaterial Keramik. Gerade Keramik zeichnet sich durch eine hohe Medienbeständigkeit aus. Zum anderen haben wir die Möglichkeit, auf das Trägermaterial Edelstahl zurückzugreifen. Edelstahl hat hierbei besonders gute Eigenschaften in Bezug auf die Überlastfähigkeit und das Berstdruck-Verhalten und bieten auch bei undefinierten Druckspitzen eine hohe Sicherheit. Bei den Gewinden stehen die typischen Gewindegrößen zur Auswahl. Und wenn das Katalogprogramm einmal keine Lösung in puncto Werkstoffe, Gewinde oder Medieneinsatz bietet, sind wir jederzeit ansprechbar. Dieser Serviceaspekt unterscheidet uns mit Sicherheit von vielen Anbietern von Sensoren.

www.layher-ag.de


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Um die unterschiedlichsten Anwendungen zum Drucküberwachen von Medien wie Luft, Ölemulsionen, Wasser und so weiter abdecken zu können, hat die Layher AG aus Kirchberg den Drucksensor Typ 930 in mehreren Ausführungen für die Messbereiche von 0-10 bar, 0-100 bar und 0-250 bar und einem Temperaturbereich von 0 bis +70 °C seit geraumer Zeit im Portfolio. Aufbauend auf den konstruktiven und funktionalen Eigenschaften dieses Sensortyps wurde nun mit dem Typ 934 eine Variante vorgestellt, die mit dem internationalen Kommunikationsstandard IO-Link eine Schnittstelle zur Umsetzung der Anforderungen aus Industrie 4.0 bietet. Damit sei es möglich, so die Entwicklungsingenieure des schwäbischen Unternehmens, eine einfachere und schnellere Inbetriebnahme zum Beispiel durch Offline-Parametrierung der Sensoren vor dem Einbau oder automatischen Sensorerkennung online bei Einsatz der IO-Link-App auf dem AS-i/Feldbus-Gateway sicher zu stellen. Zudem geben die Kirchberger mit dieser Drucksensorvariante ihren Kunden eine Lösung an die Hand, die Verfügbarkeit ihrer Maschinen und Anlagen zu erhöhen. Fehlbedienung im laufenden Betrieb durch Abschaltung der Bedientasten am Sensor werden zum Beispiel vermieden. Die Messwerteübertragung erfolgt ohne Wandlungsverluste, die Werte auf dem Sensordisplay entsprechen den Werten auf dem Maschinen-Display. Und die Maschinendiagnose bis zum Sensor-Level funktioniert ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs. Da Sensoren und Aktuatoren, analog oder binär, über IO-Link-Ports angeschlossen werden können, lassen sich verschiedene Ein-/Ausgabemodule ersetzen und damit Installationskosten sparen. Die Akzeptanz dieses Kommunikationsstandards durch aller führenden Unternehmen in der Automatisierungsbranche sorgt wiederum für eine langfristige Investitionssicherheit bei Ausrüstern und Anwendern.

 

 

Beitrag aus [me] 2/2017
 
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