Kontrollverlust

Der Hype auf Cloud Computing ist groß. Doch keiner weiß so recht, was alles aus den Wolken kommt?
Cloud Computing verspricht den flexiblen und bedarfsgerechten Zugriff auf IT-Ressourcen wie Speicherkapazität, Rechenleistung und Software. Aus der Wolke werden zum Beispiel Software, Plattformen oder Infrastruktur „as a Service“ angeboten. Wenn Ingenieure auf ihrem Desktop arbeiten, können sie die Ergebnisse auf dem Cloud Server speichern. Außerdem können externe Konstruktionsteams gleichzeitig darauf zugreifen (siehe „3D aus den Wolken“, Seite 9).Wer konstruiert oder automatisiert kann sich auf dem Cloud Server bedienen.

Eigentlich eröffnet das tolle Möglichkeiten, denn jeder weiß, Software wird immer wichtiger, und die Hardware baut ab. Wenn Cloud Computing leistungsfähigere und teurere Hardware erspart, können selbst einfache Automatisierungskomponenten komplexe Aufgaben lösen. Alles gute kommt aus den Wolken.

Aber viele Experten warnen vor allzu großer Euphorie. Noch zu viele Fragen sind offen. Bis das Konzept ausgereift sei, vergehen noch fünf bis sieben Jahre vergehen, erwartet Gartners Forschungschef Peter Sondergaard. Richard Stallman ist einer der Urväter Freier Software. Er warnt im Gespräch mit der britischen Zeitschrift Guardian. Abhängigkeit und Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten, sieht er als großes Risiko. Beim Cloud Computing Dienst, den beispielsweise Red Hat über Amazons elektronische Wolke EC 2 anbietet, werden IT-Dienste wie Software, Rechenkapazitäten oder auch Speicher fallweise über externe Anbieter gemietet. Jeder zahlt soviel Dienst, wie er braucht. Aber ist diesem Versprechen ohne eigene Kontrolle zu trauen? So zwingst der E-Mail-Dienst von Google den Anwender durch web-basierte Programme in geschlossene, proprietäre Dienste. Stallman fürchtet, dass diese mit der Zeit immer teurer werden. Ob es ganz ungefährlich ist, eigene Informationen an Firmen wie Google, Amazon und Microsoft weiterzugeben, mag dahingestellt sein.

Die Angst vor Kontrollverlust in der Wolke ist berechtigt. Denn wie können Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheit ihrer Daten gewährleisten, wenn sie nicht einmal wissen, wo diese Daten gespeichert werden?
Wir werden weiter darüber berichten, denn drei Viertel aller deutschen Unternehmen haben sich noch nicht mit Cloud Computing beschäftigt. 29 Prozent der Firmen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, nutzen bereits Cloud-Services. 15 Prozent haben sich dagegen entschieden. Was halten Sie von diesen Wolken?

Ihr
Peter Schäfer

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