„Ich fahre elektrisch“

Die Hannover Messe wird von den Grünen organisiert, die  Automatica von Greenpeace, die Motek vom BUND und die SPS/IPC/Drives wird aushilfsweise vom Fraunhofer ISI geführt, weil beim WWF zu dieser Zeit das große Tigerschutzprogramm läuft und sich keiner mit Elektoautomation auskennt.

Das war nur ein Szenario zur „Green Automation“, die sich auf ihre geistigen Väter zurück besinnt. Keine Angst, wir lassen die Messen ihren angestammten Organisatoren: Der Deutschen Messe AG, der Messe München sowie der Schall Gruppe und der Mesago. Alle machen auf ihre Art einen guten Job, manche mehr, manche weniger.  Doch hätten sie noch vor 10 Jahren Vokabeln wie „Nachhaltigkeit“ und „grüne Technik“ zu oft in den Mund genommen, hätten zumindest die staatlich geförderten Messen kürzer treten müssen. Vielleicht wäre für solche Green-Technology-Pioniere ein Ökofond eingesprungen – oder eine Bürgerinitiative „Green Technology“ wäre entstanden?

Folgender Satz wäre bei solchen Initiativen sofort im Aktionsprogramm gelandet: „Green Automation nimmt Gestalt an. Zahlreiche Aussteller bekennen sich auf der Automatica 2010 zu zukunftsfähiger, umweltschonender Produktion und Energiegewinnung.“ Das ist kein Bekennerschreiben einer grünen Splittergruppe. Diese realistische Welt- und Umweltsicht wird von namhaften Unternehmen getragen, die auf der Automatica ausstellen. Von solcher Solidarität konnte die Umweltbewegung der 80er Jahre nur träumen. Wir sind im Umweltkonsens vielleicht weiter als wir es uns in den 80er Jahren jemals zu hoffen wagten. Hätte ich solche Sätze nur 30 Jahre früher vernommen! Aus mir  wäre ein positiv denkender Mensch geworden. 

Schön, wenn aus Ideen Taten werden. „Denn inzwischen hat das „grüne“ Engagement der Unternehmen und Forschungsinstitute die Theoriephase schon weit hinter sich gelassen“, heißt es im Pressetext zur Automatica weiter.  

Ein paar Wermutstropfen kann ich mir nicht verkneifen, denn leider hat die deutsche Automobilindustrie die Pool-Position des Technologieführers fürs Elektroauto verschlafen. Es gibt Verlierer, die heute noch als die Motoren der Wirtschaft gehandelt werden, selbst wenn der Motor stottert. Die nationale Plattform Elektromobilität will Elektro-Schläfer jetzt mobil machen. Hoffentlich nicht viel zu spät! 

Reicht der „Aufbau elektromobiler Systemkompetenz“ für die deutsche Wirtschaft? Was bewirkt ein wissenschaftlicher Diskurs zur Weiterentwicklung der Elektromobilität auf allen technischen Ebenen? Hat Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität mit globaler Ausstrahlung tatsächlich noch eine Chance? Oder kommen wir viel zu spät? Aber ich will mich nicht als Bedenkenträger profilieren. Solche Leute sind mir schon vor 30 Jahren auf die Nerven gegangen. Also, ich bekenne mich zur Elektromobilität und kaufe mir als Drittauto ein staatlich gefördertes Elektromobil! Viel Spaß beim Lesen der [me]

Ihr Peter Schäfer 

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