Es tut sich was

Wer glaubt Politiker hätten keinen Humor, der sollte sich doch mal Volker Kauder anhören. Der Chef der Unionsfraktion hat ohne ein Lächeln auf den Lippen formuliert: „Was Schwarz-Gelb macht, was Schwarz-Gelb will, das weiß ich doch nicht.“ Das ist ein klassischer Aphorismus der Bitterkeit, auch wenn manche meinen, es sei nur ein Freudscher Versprecher. Man stelle sich doch mal vor, was los wäre, wenn ein Projektleiter dem Kunden erklärt: „Wir konstruieren die Grundzüge der Maschine und möchten nicht, dass jemand in die Arbeitsabläufe unserer Konstruktion eingreift. Welche Sicherheitstechnik erforderlich ist, weiß ich doch nicht. Sie können sich später schlau machen, die Maschinenrichtlinie ist ja noch nicht scharf gestellt.“

Der Kunde würde sehen, dass er den falschen gewählt hat. In der Politik ist das Nichtstun bis zum nächsten Wahltermin nichts Ungewöhnliches, hat aber auch Konsequenzen siehe Kommunalwahlen in Frankreich und Landtagswahl in NRW. Aber am Prinzip wird sich trotz Schmerz nichts ändern. Politiker sind ja keine Kleinkinder, die eine heiße Herdplatte anlangen und es dann wegen Aua sein lassen.

Wer aktiv war, schöpft nach der Krise den Rahm ab. Das gilt vor allem für Forschung und Entwicklung. Deutschland gehört zur Spitzengruppe innovativer Länder, das geht aus dem "European Innovation Scoreboard 009" hervor. Dabei war die Dynamik der Innovation im Krisenjahr 2009 stärker als in den Vorjahren. Auch die Mechatronik hat sich entwickelt. Komponentenanbieter springen für die Maschinenbauer in die Presche – klar das ist ihr Geschäftsmodell. Aber es doch nicht verkehrt, wenn die Zulieferindustrie hoch integrierte mechatronische Komponenten entwickelt. Die Bedeutung der mechanischen Kompetenz an der Maschine nimmt zwar ab. Gleichzeitig wird die Software, die den Maschinenprozess beherrscht, immer wichtiger. Sie stellt das eigentliche Know-how und das zu schützende „Intellectual Property“ des Unternehmens dar. „Mechanik ist einfach kopierbar und Elektronik weltweit standardisiert. Der Anwender kauft also eigentlich nicht wie früher Eisen und Stahl, sondern eine Software mit Maschine“, schreibt Claus Kühnl im Beitrag „Software ist Mechatronik“ (Seite ...). Wie man sieht, tut sich hier einiges. Wer sich Mechatronik auf die Fahnen schreibt – wird manchmal als Missionare belächelt (siehe Heinrich, S 66). Andere treiben die Zukunft voran, wenn sie mit ihren Projekten junge Menschen für Technik begeistern. Was wäre die Hannover Messe ohne diese Missionare – siehe „Blickfang“ und TecToYou auf der Hannover Messe. [me] würde diesen Menschen gerne einen Zukunfts-Award in die Hand drücken. Wir sehen uns auf der Hannover Messe.

Herzlichst

Ihr
Peter Schäfer

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