Männer, die auf Technik starren ... 

George Clooney und Jeff Bridges wären sicher die Idealbesetzung für den Trailer zur SPS/IPC/DRIVES: „Männer, die auf Technik starren.“ Allerdings ist Technik keine Ziege, die bei intensiver Betrachtung umkippt. Technik will betrachtet werden – von Männern und von Frauen. Der Film „Männer, die auf Ziegen starren“ handelt übrigens vom Training ungeahnter Fähigkeiten. Um ungeahnte Fähigkeiten geht es auch in der Technik – und die sind unter beiden Geschlechtern normal und nahezu gleich verteilt.

 

Dass hauptsächlich Männer Technik „anstarren“ liegt nur daran, dass es zu wenig Frauen in technischen Berufen gibt. Technische Messen, wie all unsere Automatisierungsmessen gelten rein rechnerisch als Biotop für den Mann. Die Ingenieurin, die ihr Unternehmen auf Messeständen vertritt oder dort als Fachbesucherin Lösungen sucht, steht etwa im Verhältnis 1 : 100 gegenüber männlichen Kollegen. 

 

Wer heute bei Google „Frauen und Messen“ eingibt, findet Messen im Lifestyle-Sektor mit Themen wie Mode, Kosmetik, Hairstyling, Inneneinrichtung, Sport, Gesundheit, Wellness und Beauty – aber keine Messe der elektrischen Automatisierung. Schade, hier sind die „Frauenversteher“ wohl nur verbal tätig. Ansonsten stehen Ingenieurinnen dort auf der roten Liste der seltenen Arten.

 

 

Umgekehrt gibt es bei der Frauen-Messe auch etwas für Männer, wie die Kinder-Ecke bei Ikea. „Selbstverständlich sind auch Männer auf der Messe willkommen, denn neben Autos, Bier und Würstchen, kann sich der Mann vor allem informieren, was seiner Frau wichtig ist.“ Eben Lifestyle und Beauty... . Gemeint ist sicherlich keine SPS, auch wenn Frauen den Videorekorder besser programmieren als ihre Männer.  

 

Technik begeistert auch Frauen. Jungs bringen nicht naturgemäß ein höheres technisches Interesse mit. Die globalisierte Welt bricht das klassische Rollenverständnis langsam auf. Junge Frauen haben längst bewiesen, dass sie in technischen Berufen hervorragend ihren „Mann“ stehen.

 

 

Es ist eine Binsenweisheit, dass Fachkräfte mit Abschlüssen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT –bessere Berufsaussichten haben. Dennoch nutzen gerade junge Frauen die Chancen dieser Zukunftsberufe bislang nur unzureichend. Klar die Bedingungen sind hart: Frauen aus den MINT-Fächern erreichen seltener eine Leitungsposition. Selbst wenn ihnen das gelingt, benötigen sie dafür mehr Zeit als ihre Kollegen.

Ein wichtiger Grund für Unterschiede im Berufsverlauf sind traditionelle Muster der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung: Zum Beispiel Kind und Küche. Wie im kybernetischen Regelkreis, hängt alles zusammen - und manchmal am seidenen Faden. Durch mehr und bessere Kindertagestätten können in 20 Jahre mehr Frauen zum Beispiel in Elektrotechnik oder Mechatronik abschließen. Dann gibt es auf der SPS/IPC/DRIVES 2030 auch mehr Frauen, die auf Technik starren.

 

 

 

Herzlichst Ihr

 

 Peter Schäfer

 

 „Ein Schritt in die richtige Richtung sind die nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen“

 

 

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