Wir sind die besten ...

"Wir sind die besten, im Osten und im Westen, vom Pol bis zum Äquator und auch in Ulan Bator." Der Ort in diesem Vers aus einem Ärzte-Song liegt in der Mongolei und tut eigentlich nichts zur Sache, es sei denn Sie besitzen dort eine Niederlassung und wir machen eine Reportage vor Ort.
Schließlich sind die Maschinenbaubranchen der [me]  international gut aufgestellt. 
Der eher  mit Erfolgsmeldungen  zurückhaltende VDMA meldet eine seit Sommer 2009 beispiellose Aufholjagd beim Auftragseingang. Gegenüber der vorjährigen Bescheidenheit klingt das geradezu euphorisch. Damals hieß es: Wir werden die schwarze Null erreichen. Die 2010-Zahlen rechtfertigen den Optimismus. Die Top-Levels der Vorkrisenjahre wurden zum Beispiel in der elektrischen Automation deutlich übertroffen. Auch die 2010 auf 74,8 Prozent gestiegene Exportquote stimmt positiv.
Deutsche Exporteure profitierten insbesondere von Chinas Wachstumsplänen. Der Absatz ins Reich der Mitte kletterte von Januar bis November 2010 um fast ein Drittel. Bereits 2009 hatten die Chinesen die USA als wichtigster Absatzmarkt der deutschen Maschinenexporteure überholt.
Und überhaupt, die Chinesen sind auf der Überholspur. Sie sind an den deutschen als Exportweltmeistern vorbei gezogen. In den meisten Segmenten schmilzt der deutsche Vorsprung. Quantitativ ist das in Zahlen messbar, aber auch qualitativ in der Technik zieht China an. In Sachen Qualität und Leistung nähren sich die Chinesen dem europäischen Niveau, bestätigt eine aktuelle Roland Berger Studie und nennt das einen globalen Megatrend der Branchenentwicklung.
Während die befragten europäischen Betreiber von Maschinen ihr technisches Niveau aufrecht erhalten wollen, planen die chinesischen eine deutliche Steigerung ihrer Standards. Das ist eine gewaltige Herausforderung für deutsche Maschinenbauer, die fürs sog. mittleren Leistungssegment arbeiten. Wenn die Eropäer tatsächlich mit ihrem technisches Niveau zufrieden sind - wird es irgendwann still um einige. "Wir sind die besten, im Osten und im Westen", aber um das zu bleiben, müssen Maschinenhersteller und Betreiber noch mehr in die Technologie stecken, also in Ausrüstung, F&E sowie in die Nachwuchsausbildung.
Wenn die Chinesen  aufholen, ändern sich für OEMs die Spielregeln im Mittelfeld. Die Luft im mittleren technologischen Leistungssegment wird dünner.  Die Autoren der Studie erwarten starken Wettbewerb zwischen europäischen und chinesischen OEMs in den einfach zugänglichen Wachstumsregionen. Also in Südostasien, dem Mittleren Osten und Afrika. Um die Position der Besten "im Osten und im Westen, am Pol und am Äquator" wird uns gekämpft. Leider zählt das Roland Berger auch zu den Megatrends.

Der dritte  Megatrend der Branche "Going green" ermutigt. Getrieben durch Kostensenkungen und die steigende Bedeutung des umweltfreundlichen Images gewinnt Energieeffizienz in Europa und Japan an Bedeutung. Aber viele Betreiber sind nicht bereit, dafür mehr Geld ausgeben. Der Megatrend  bleibt also den Marketingleuten überlassen. Sie dürfen von den Energieeffizienz schwärmen. Megatrends sind laut Definition leider nur "allgemeine Verlagerungen im Denken",  und haben zunächst nichts Handeln zu tun. 

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