Give [me] five  

Die Zahl 5 ist ein Meilenstein – das erste Jubiläum der [me]. Jetzt ist Zeit, sich Gedanken zu machen, über Gott und die Welt, über den technologischen Fortschritt, über Innovationen, diese nützliche Form der Neuigkeit – und last, but not least über den neuerlichen Konsens zur Mechatronik. Alle wollen sie, alle reden davon, und einige packen sie wirklich an. Sogar Maschinen werden mechatronischer.

 

Über die Mission Mechatronik haben einige vor 5 Jahren nur geschmunzelt. Fragt man sie heute, haben sie die ganze Zeit nie etwas anderes getan als Mechatronik.


Gut so, die Sache mit der Mechatronik läuft einigermaßen. Aber das ist nur die erste Mission, die andere soll dafür sorgen, dass uns der technische Nachwuchs nicht ausgeht. Der Mangel wird immer wieder mit großen Tönen beschworen. Die haben etwas von einem Mantra, der kurzen formelhaften Wortfolge, die immer wiederholt wird – meist als monotoner Singsang. Zunächst heißt es da, dass es an allen Ecken an MINTlern fehlt. Das steht nicht für pfefferminzartige Gewächse, sondern für Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Von solchen engagierten Fachkräften hängen „maßgeblich Innovation und Wachstum des Wirtschaftsstandorts Deutschland ab“, summt das Mantra und hat recht. Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert bis 2015 eine Lücke von 254 000 MINTlern. Bis 2020 rechnen die Kölner Wissenschaftler sogar mit einer Fachkräftelücke von rund 426 000 Köpfen in allen technischen Berufen. Dann blockiert die Innovationsbremse. Aber was tun?


Sechs führende Automatisierungsunternehmen, der ZVEI und die Robotation Academy haben auf der Hannover Messe einen Verein mit dem geheimnisvollen Namen „New Automation“ gegründet. Er soll Jugendliche frühzeitig für Automatisierungstechnik interessieren und dazu Projekte mit aktueller Hard- und Software nach Industriestandard unterstützen. Gemeint ist Technik aus den Bereichen Automatisierung, Antriebstechnik und mechanische Bauelemente bis hin zu Spezialwerkzeugen. Seit der Messe war von der Initiative wenig zu hören.


Gefördert wird das Interesse an anderer Stelle. Zum Beispiel durch Wettbewerbe wie die First Lego League oder die World Robot Olympiad. Die Ausscheidung für Süddeutschland fand bei ITQ in Garching statt (siehe Nachrichten). Die durchgehende Erfahrung vieler dieser Wettbewerbe. Alles macht riesig Spaß, wenn nur nicht die verwendete Technik wäre. „Das ist doch nur Spielzeug“, krittelten einige der jugendlichen Teilnehmer. Die Lego-Sensoren sind fast blind und die als Roboterantrieb verwendeten Gleichstrom-Motoren stellen sich oft taub gegegenüber der Progammierung: „Sie gehören ins Kinderzimmer, aber nicht auf einen Wettbewerb, der für Technik begeistern soll“.


Unsere Antriebs-, Sensorik- und Automatisierungsunternehmen sollten der allgegenwärtigen Legotechnik unter die genoppten Arme greifen und die Wettbewerbe mit Hightech ausstatten. Hier könnten die New Automaticer einen tollen Job machen und wirklich für Technik begeistern. Mein Jubiläums-Aufruf: „Give me five 4 more Hightech!“

 

Herzlichst

Ihr  Peter Schäfer

 

 

Juni 2013

Editorial aus:

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