Ideen finanzieren

Es muss ja nicht der Film über fliegende Haifische sein, auf deren Rücken üble Nazi-Zombies reiten. Mit Crowdfunding werden meist vernünftige Dinge finanziert. Wer heute Ideen mit kommerziellem Erfolgspotential auf die Straße bringen möchte, sollte sich übers Crowdfunding bzw. die Schwarmfinanzierung Gedanken machen.

Das Charmante daran: Banken braucht dazu keiner. Das Kapital wird durch viele Geldgeber über ein Onlineportal zur Verfügung gestellt.


Die Idee zu Crowdfunding stammt ursprünglich aus den USA und wurde zunächst zur Finanzierung von Musikproduktionen eingesetzt. Auch Hollywood macht mit. Der 2013 oscarprämierte Dokumentarfilm Inocente wurde über die Crowd finanziert. Amerikaner sind begeisterungsfähig – als Gründer wie auch als Investoren. Erfinder und Produktentwickler schlagen dort weit öfter als in Europa den Weg von der Idee zum Produkt über die Schwarmfinanzierung ein.


Die Smartwatch des US-Start-ups Pebble wurde im April 2012 über das Crowdfunding- Portal Kickstarter.com angekündigt und wird seit Januar 2013 verkauft. In den USA wurden im Jahr 2012 insgesamt rund 1,6 Mrd. US-Dollar durch Crowdfunding eingesammelt, weltweit waren es 2,7 Mrd. US-Dollar. Die Begeisterung wächst dort von Jahr zu Jahr. Allein Kickstarter hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 82 000 Projekte mit 1,5 Mrd. Euro finanziert. Seit 12. Mai ist das Portal auch in Deutschland am Start.


Sicherlich wird Crowdfunding den deutschen Investoren nicht so leicht das Geld aus den Taschen ziehen. Die Erfahrung zeigt, dass nicht jedes Projekt zum Selbstläufer wird, wenn es über ein Portal finanziert wird. Die Erfolgsquote liegt etwa bei 40 Prozent. Alles ist wie so oft im Leben eine Frage des Muts zum Risiko. Aber vielleicht gelingt es ja im Verbund mit tausenden anderen, mit geringen Mitteln Großes zu schaffen?


Auch hierzulande rührt sich einiges. Jede Industrie sollte von den Vorteilen von Crowdfunding profitieren. Diesen Grundsatz teilen die zahlreichen Macher, die hinter dem German Groundfunding Network stehen. Hier wird tüchtig missioniert. Ob sich Schwarmfinanzierung als Finanzierungsplattform für Start-ups durchsetzt, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht können wir den Fortschritt beschleunigen. Denn die Idee besticht, dass sich ein Start-up über eine Plattform einer großen Schar von potentiellen Investoren präsentieren kann. Die Kreise sind größer als sie mit Venture Capital oder mit diversen Business Angels Netzwerken gezogen werden. Schließlich muss es ja nicht immer ein IT-Start-up sein, der den Schwarm der Investoren überzeugt. Ingenieure oder junge Wilde mit guten Ideen aus den Hochschulen gibt es viele bei uns. Jeder von uns kennt einige. Die Maschinenbau- Szene schafft einen unendlich großen Raum für unterstützenswerte Projekte.



Herzlichst

Ihr

Peter Schäfer

 

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Editorial aus [me] 3/2015, Juni:

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