Alles steht parat

Damit die Vision von Industrie 4.0 Wirklichkeit wird, muss einiges stimmen. Der Frage der digitalen Transformation geht eine von Dassault Systèmes beauftragte Studie der International Data Corporation (IDC) nach. 55 Prozent der Befragten sagen, durch interne Abstimmungsprozesse werde zu viel Zeit vertrödelt. 44 Prozent geben an, deswegen sogar Umsatz zu verlieren.

 

Oft stünden etablierte Strukturen und mangelnder Veränderungswille einem breiten Roll-out im Weg. In den meisten Unternehmen ist das Thema vorwiegend in der IT-Abteilung angesiedelt. 81 Prozent der Führungskräfte dort beschäftigen sich mit Industrie 4.0. Im Engineering, in der Produktion oder der Logistik interessiert das nur 45 Prozent. Als große Hürde wird das Schaffen einer gemeinsamen Datenbasis sowie die Abstimmung zwischen den Abteilungen erkannt. Die Macher der Studie geben 5 Empfehlungen: organisatorische Weichen stellen, Datensilos aufbrechen, Mehrwert für das Unternehmen definieren, Digitalisierungs-Know-how aufbauen, Datensicherheit berücksichtigen.

Aber wie weit sind wir heute? Wie verbreitet ist die Disruption, wie sie von den Technik-Propheten aus dem Silicon Valley und dessen Seitentälern beschworen wird? Steht alles schon auf dem Kopf? Oder geht es nicht in kleinen Schritten voran? Also eher ohne „r“ und evolutionär?


Die SPS IPC Drives 2016 in Nürnberg zeigt: Alles ist da. Die intelligenten sich vernetzenden Komponenten, die Kommunikation in Echtzeit, leistungsfähige Rechnerkapazitäten stehen kostengünstig zur Verfügung. Das Mooresche Gesetz wirkt Wunder. Vor allem mangelt es nicht an Daten und Informationen.  Big Data ist kaum zu stoppen. Mit intelligenten Algorithmen entstehen Strukturen daraus. Außerdem ergänzen Simulationen, virtuelle Zwillinge der Objekte die digitale Transformation. 


Industrie 4.0 lässt sich auf zwei Ziele herunterbrechen. Maschinen werden intelligenter vernetzt, um effektivere Automatisierungsprozesse nutzen zu können. Außerdem werden gesammelte Daten noch effektiver und gewinnbringender eingesetzt. Allerdings lässt sich der Datenschatz nicht so einfach heben. Kooperation und Vertrauen gehören dazu. Letztendlich müssten die Betreiber der Maschinen und Anlagen ihren Automatisierungspartnern und Maschinenbauern 100prozentig vertrauen. Denn sie müssen bereit sein, dem Maschinen- oder Komponentenhersteller online Zugriff auf Daten zu gestatten. Nur so können sie „automatisiert“ neue Lösungen implementieren, die Qualität ihrer Anlagen optimieren, konsequent vorausschauende Wartung nutzen und Serviceleistungen wie Ersatzteilbeschaffung beziehen. Industrie 4.0 ist ohne Vertrauen schwer möglich.


Mangelnde Zusammenarbeit entlang der unternehmensinternen Wertschöpfungskette kostet deutsche Firmen Umsatz, das hat die IDC-Studie bestätigt. Aber auch zwischen den Partnern für Komponenten, Maschinen und den Betreibern muss ein Klima des Vertrauens herrschen. Wenn digitale Transformation über die gesamte Wertschöpfungskette läuft, lässt sich der Datenschatz heben. Gut, auch der Datenschutz sollte stimmen. Das wird unser nächstes Thema.


Herzlichst Ihr

Peter Schäfer 

 

 

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Editorial aus [me] 6/2016, November:

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