Hussein macht ein Praktikum

„Schüler müssen lernen, lernen, lernen“, das hat der Drache „Frau Mahlzahn“ aus der Geschichte „Jim Knopf und die Wilde 13“ nervig oft gesagt. Ihre Klasse bestand aus bunt aus allen Ländern der Welt zusammengewürfelten Schülern.


Die Umstände in dem Puppenspiel waren zwar unglücklich für die Kinder, die Wilde 13 hatte sie nämlich geraubt und zu dem Drachen gebracht. Aber die Erkenntnis des Drachensatzes stimmt: Junge Menschen brauchen Qualifikation.

 

 

Vor allem, wenn sie junge Flüchtlinge sind, die aus ihrer zerstörten Heimat geflohen sind. Sie brauchen unsere Hilfe, um sich möglichst schnell zu integrieren. Das wiederum funktioniert nur, wenn sie möglichst schnell Beschäftigung finden. Eine Initiative für Praktikums- und Ausbildungsplätze aus dem Maschinenbau und der Automatisierungsbranche wäre ein positives Signal. Angesichts irritiert wirkender Politiker, sieht so die praktische Antwort auf eine konkrete Notlage aus.


Die anfängliche Euphorie ist verflogen: Die Flüchtlingswelle wird auch angesichts des Arbeitskräftemangels kein Wirtschaftswunder auslösen, wie es Daimler- Chef Dieter Zetsche im Sommer formulierte. Durch die Ernüchterung angesichts der großen Zahl der Flüchtlinge nehmen aggressive Töne zu, wie die von Schusswaffen-Petry aus der AfD, die Flüchtlinge als Bedrohung darstellen. Soweit darf es nicht kommen. Doch weder übertriebener Optimismus ist angesagt noch ein Pessimismus mit demagogischen Obertönen. Es ist erstens notwendig, die Zahl der Ankommenden zu begrenzen. Zweitens müssen wir, um ihre soziale und wirtschaftliche Gettoisierung zu verhindern, versuchen sie durch Beschäftigung zu integrieren.


Der Fakt bleibt: Zuwanderung hilft, den Mangel an Fachkräften zu lindern, der uns heute schon lähmt, aber in 10 Jahren wirtschaftlich aus der Bahn wirft.


Bis ein Flüchtling den Weg in den Arbeitsmarkt schafft, braucht er Hilfe. Damit die auch greift, muss die Bürokratie entrümpelt werden. Noch leben wir in einem Land, das Asylbewerber vom Arbeiten fernhält und wo sich nur wenige über ihre Qualifikation Gedanken machen. Hier wartet eine Riesenaufgabe auf uns, denn Migranten müssen qualifiziert werden, um eine Chance auf dem modernen Arbeitsmarkt zu haben.


Am Anfang kann ein Betriebspraktikum stehen. Der syrische Praktikant eines Garchinger Unternehmens sammelt zum Beispiel Erfahrung in Sachen Mechatronik sowohl in der Software am Schreibtisch als auch im factory floor bei einem Maschinenbauer. Dieser junge Mann findet seinen Weg in den Arbeitsmarkt. Er wird auch vor den Anforderungen an Arbeit 4.0 nicht scheitern.


Viele Unternehmen haben die Arme hochgekrempelt und zeigen Initiative (siehe Nachrichten: „Ausbildung als Schlüssel der Integration“). Solche Initiativen sind hoffentlich ansteckend. Deshalb wollen Redakteure unseres agile technik verlags über weitere Fälle dieser erfreulichen Infektion berichten.

 


Herzlichst

Ihr

Peter Schäfer 

 

 

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Peter H. Schäfer
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Editorial aus [me] 1/2016, Februar:

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