[me] im Gespräch mit ...

Rahman Jamal

von National Instruments

 


„Alles wird auf den Kopf gestellt

 

Wie weit sind die Innovationen eigentlich, die auf dem industriellen Internet der Dinge (IoT) basieren? Der 21. Kongress „Virtuelle Instrumente in der Praxis 2016“ (VIP) von National Instruments war für knapp 700 Besucher die Plattform zum Austausch über zukünftige Technologietrends. Im Veranstaltungsforum Fürstenfeld wurde unter anderem diskutiert, wie die Digitalisierung der Welt Branche für Branche auf den Kopf stellt. In seiner Eröffnungs-Keynote auf dem VIP-Kongress hat Raman Jamal erklärt, was hinter dem Phänomen des „Auf den Kopf-Stellens“, der „Disruption“ steht. Wir haben nachgefragt.

 

In Ihrer Eröffnungs-Keynote auf dem 21. VIP-Kongress war „Disruption“ eines der zentralen Themen. Was genau verbirgt sich dahinter?


Rahman Jamal: Wir erleben gerade einen unglaublichen Fortschritt. Laut Zukunftsforscher Ray Kurzweil kommt dies daher, dass wir das immense Potenzial exponentiellen Wachstums nutzen.


Der Grund für dieses exponentielle Wachstum ist die Digitalisierung der Welt. Sobald wir Phänomene digitalisiert haben, können Gesetze wie das Mooresche Gesetz darauf angewandt werden. Und damit steht der Optimierung nichts mehr im Wege. Das Resultat: Branche für Branche wird ordentlich auf den Kopf gestellt und dieses Auf-den-Kopf-Stellen wird im Englischen häufig als Disruption bezeichnet.

 

Disruption- das hört sich fast an wie Destruction - klingt regelrecht zerstörerisch.


Aber so negativ ist das eigentlich gar nicht. Es bedeutet die „schöpferische“ Zerstörung eines etablierten Ökosystems durch ein neues. Dieses wird angetriggert durch Technologien, die den Markt umkrempeln – aber auch gleichzeitig den Nährboden für neue Trends bilden.


Unternehmen, die disruptiv sind, kennen wir alle: Google etwa, das ursprünglich nur eine Suchmaschine bereitstellte, entwickelt nun selbstfahrende Autos. Das hätte keiner vor zehn Jahren erwartet, denn dieser Markt zählt nicht gerade zur Google-Kernkompetenz. Eigentlich geht es nicht um das selbstfahrende Auto. Google hat den Fahrer im Visier. Die Basis dafür ist eine Plattform, die sich auf Clouddienste und riesige Mengen an Daten stützt.


Beispiel Apple: das Unternehmen, das PCs in einer Garage entwickelte, hat den Markt klassischer Stand-alone-Geräte, wie Kamera, Navigationssysteme, MP3-Player etc., ordentlich durcheinandergewirbelt. Und zwar mit einem Telefon, nicht etwa mit einem PC, wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Möglich war dies allein durch Apples Plattform, bestehend aus iOS und einem Ökosystem von mehr als zwei Millionen Apps. Und das Ökosystem wächst stetig weiter, denn jeder kann eine solche App entwickeln.

 

Was hat Disruption und ein Ökosystem mit der Messtechnik zu tun?


Nichts anderes als Disruption und Wachstum eines Ökosystems bringen wir in unseren Bereich der Mess-, Prüf-, Steuer- und Regeltechnik. Auch hier gibt es einen Umbruch. Er wird getriggert durch Nls plattformbasierten Ansatz. Dabei entsteht ein gewaltiges Ökosystem, das zu einer massiven perspektivischen Verschiebung von herstellerdefinierten Messboxen zu benutzerdefinierten Systemen führt. Die Offenheit unserer Lösung ist dabei ein gewaltiger Trumpf.


Seit jeher setzen wir auf eine Plattform aus modularer Hardware (zum Beispiel PXI) und flexibler Software (LabView), die es dem Anwender erlaubt, jede Lösung sowohl zu automatisieren als auch benutzerspezifisch anzupassen. Die Crux aber ist, dass die Plattform durch ein ganzes Ökosystem ergänzt wird. Beispiele haben wir ja gerade erwähnt.

 

Sie beschreiben Disruption als die Zerstörung eines etablierten Ökosystems. Wie definieren Sie das Ökosystem Ihrer LabView-Plattform?


Als wir unsere Plattform ausbauten, begann ein ganzes Ökosystem sich darum herum zu entwickeln und ein riesiges Support-Netzwerk für Ingenieure im Bereich intelligenter Tests entstand. Wir haben es unseren Alliance-Partnern und Integratoren erleichtert, unsere Plattform als Basis für eine Komplettlösung für ihre Kunden zu nutzen. Aber es geht weit über pure Integration hinaus. Im LabView Tools Network gibt es hunderte von durch die Community erstellten Toolkits. Auch unsere Vertriebs- und Supportingenieure arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Und das Allerwichtigste: Es gibt mehr als 300.000 Anwender, die dieselben Aufgaben erledigen und bereitwillig ihren Code und ihre Erfahrungen in Online-Foren und Anwendergruppen mit anderen teilen.

 

Was erklärt den nun 40jährigen Erfolg von National Instruments?


Der plattformbasierte Ansatz von NI, die einheitliche Softwarearchitektur und die modulare, programmierbare Hardware. Das verringert die Komplexität heutiger intelligenter, vernetzter Systeme deutlich und unterstützt den Anwender dabei, mehr zu erreichen, Innovationen schneller umzusetzen und neue technische Entwicklungen am Markt unkompliziert in seine Anwendungen einzubinden.


Es ist unmöglich, zukünftige Systeme auf Basis der Infrastruktur und Standards von heute zu erstellen. Daher sind Innovationen von NI zukunftsorientiert. Ihre Grundlage sind Systemarchitekturen der nächsten Generation, noch nicht endgültig abgeschlossene Technologien sowie bislang nicht standardisierte Kommunikationsprotokolle. Nur so stellen wir sicher, dass unsere Kunden technologisch immer die Nase vorn haben. Mithilfe der leistungsstarken, kommerziell verfügbaren Standardlösungen von NI können Anwender ihre Systeme jederzeit auf zahlreiche Anforderungen zuschneiden.

 

Wie lautet das passende Innovationskonzept dazu?


Zusammenarbeit! Innovation und Fortschritt werden durch Zusammenarbeit schneller vorangetrieben. Seit mittlerweile 40 Jahren arbeiten wir zusammen mit Ingenieuren, Technikern und Wissenschaftlern daran, die anspruchsvollsten Herausforderungen zu bewältigen. So konnten NI-Kunden hunderttausende Produkte auf den Markt bringen, unzählige technische Hürden überwinden und durch ihre Entwicklungen die Lebensqualität für viele Menschen erhöhen.

www.ni.com


 
Interview aus [me] 1/2017

 

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