Effektivitätssteigerung durch Digitalisieren und Vernetzen

Der Messe-Stand von Siemens auf der EMO 2015 wird ganz im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung rund um die Werkzeugmaschinen stehen.

Unter dem Motto „On the way to Industrie 4.0 – Digitalization in Machine Tool Manufacturing“ präsentiert der Industriekonzern sein integriertes Portfolio aus Industriesoftware und Automatisierungstechnik, mit dem Unternehmen die Flexibilität und Effizienz in der Produktion steigern können. 

Fakt ist: Mit der Digitalisierung geht eine zunehmende Verzahnung von Prozessen und Anwendungen in der virtuellen und realen Welt einher. Diesen Herausforderungen stellt sich Siemens schon eine geraume Zeit. Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der EMO gab Joachim Zoll, Leiter des Business Segments Machine Tools Systems, einen ersten Überblick über die Produkte und Lösungen, die am Messestand zu sehen sein werden. Ein Thema war zum Beispiel der Integrated Engineering-Ansatz, der es Maschinenbauern ermöglicht, ihre Maschinen schneller und effektiver zu konstruieren und zugleich flexibler auf individuelle Kundenanforderungen eingehen zu können. Mit Hilfe von Siemens-Software können Entwickler aus ihren Konstruktionsdaten eine virtuelle Maschine erstellen und deren Funktionsfähigkeit vor der Herstellung und Auslieferung der realen Maschine überprüfen. Bei den Maschinenbetreibern hingegen steht die durchgängige CAD/CAMCNC- Prozesskette im Fokus. Hier kann die virtuelle Maschine zur Arbeitsvorbereitung genutzt werden. An dem Modell lässt sich prüfen, ob NC-Programme kollisionsfrei und die Syntax der Programme fehlerfrei sind oder wie lange die Bearbeitung an der Maschine dauern wird. „Integrated Engineering bedeutet für Werkzeugmaschinenbauer eine schnellere und flexiblere Entwicklung. Fertigende Unternehmen können Stillstandzeiten verringern, was die Investition in neue Werkzeugmaschinen schneller rentabel macht“, stellte Joachim Zoll heraus.

 

Produktivität werkstattorientierter Betriebe steigern


Gezeigt wird zudem, wie sich mit digitalen Technologien, etwa vernetzten Maschinen oder innovativen Bedienkonzepten mit Multitouch- Displays und mobilen Endgeräten, Arbeitsabläufe in der Fertigung optimieren lassen. Siemens hat hierfür mit Smart Operation ein zukunftsweisendes Angebot für werkstattorientierte Fertigungsbetriebe im Portfolio. Es umfasst Anwendungen für die Arbeitsvorbereitung am Rechner sowie für eine papierlose Produktion. Anwender können direkt an der Maschine Daten, zum Beispiel PDF- und DXF-Dateien, einsehen sowie Daten im Firmennetzwerk abrufen und bearbeiten. Per Smartphone oder Tablet überwacht das Personal über einen geschützten Webserver den aktuellen Maschinenzustand. „Mit Smart Operation bieten wir werkstattorientierten Fertigungsbetrieben den Einstieg in die Digitalisierung. Noch nie war es so einfach, eine Werkzeugmaschine in den Fertigungsablauf einzubinden und so die Flexibilität und Effizienz zu erhöhen“, so Zoll.


Zu beobachten ist, dass immer mehr Fertigungsbetriebe Roboter für Handhabungsaufgaben verwenden, um Maschinen zu beschicken oder den Werkstückfluss zu automatisieren. Hier setzt die neue Siemenslösung für automatisierte Zellen an. Über die Schnittstelle Run MyRobot/EasyConnect lassen sich Roboter unterschiedlicher Hersteller jetzt auch an die CNC-Steuerung Sinumerik 828D ganz einfach anbinden. Ferner werden Roboter zunehmend für Bearbeitungsaufgaben verwendet. Hier zeigt Siemens in Mailand Lösungen zur umfassenden Integration von Robotern.

 

Neue Technologiefunktionen für Sinumerik


Und nicht zuletzt bestimmen neue Technologiefunktionen den Messeauftritt des Unternehmens. Der erweiterte Kontur-Abspanzyklus zum Beispiel ermöglicht jetzt die einfache Programmierung von 4-achsigem Drehen. Zwei gegenüberliegende Drehwerkzeuge spanen gleichzeitig am Werkstück, was die Bearbeitungszeit erheblich verkürzt. Ferner verhindern die zwei gegenüberliegenden Drehwerkzeuge Verbiegungen am Werkstück. So wird insbesondere bei langen, dünnen Werkstücken die Maßhaltigkeit deutlich verbessert. Vorteil der Siemens-Steuerungen: Das neue Bearbeitungsverfahren lässt sich ohne CAD/CAM-System direkt an der Sinumerik-CNC programmieren, indem der Anwender das Bearbeitungsverfahren lediglich um zwei zusätzliche Parameter zum „Balanced Cutting“ erweitert. Die CNC-Sequenzen werden dabei automatisch vom Sinumerik Kontur-Abspanzyklus erstellt. Eine Weiterentwicklung in Sachen Oberflächenqualität im Formenbau zeigt Siemens mit Top Surface. Die Funktion optimiert die Daten aus dem CAM-System zur Erreichung einer optimalen Geometrie und Oberfläche des Werkstücks.

 

Additive Manufacturing


Auch diesem wichtigen Trendthema verschließe sich Siemens nicht, betonte der Leiter des Business Segments Machine Tools Systems. Angetrieben von verkürzten Innovationszyklen und der Massenproduktion individualisierter Produkte gewinne diese Fertigungstechnologie für die Erstellung neuartiger Geometrien und Formen sowie die Verarbeitung hochperformanter Metalllegierungen an Bedeutung, so sein Statement. Und man setze hier auf einen ganzheitlich Ansatz: Mit der Sinumerik 840D sl steht Maschinenbauern einerseits eine leistungsfähige Steuerung zur Verfügung, mit der hybride Werkzeugmaschinen realisiert werden können. Mit NX Hybrid Additive Manufacturing steht andererseits eine Anwendung für die Programmierung der Fertigungsschritte inklusive Simulation des Materialauf- und -abtrags bereit. Dies sei die Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilefertigung in kombinierten additiven und subtraktiven Verfahren.


www.siemens.com/emo

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Siemens liefert bereits wichtige Bestandteile für die „Digital Enterprise“, also das digitale Unternehmen, an seine Kunden. Die Digital Enterprise Software Suite besteht aus Softwareprodukten für die Industrie, die alle Anforderungen der Wertschöpfungskette abdecken: Diese Software-Suite verfügt über ein umfassendes Portfolio mit Product Lifecycle Management (PLM)-Software wie NX und Tecnomatix. Ihr Rückgrat ist Teamcenter, die weltweit am meisten genutzte Digital Lifecycle Management-Lösung. NX ist eine integrierte Lösung für Computer-Aided Design, Manufacturing und Engineering (CAD/CAM/CAE). Tecnomatix ist eine Software-Suite zum Entwerfen, Planen und Simulieren der Digital Factory. In der realen Produktion sind Produkte wie das Manufacturing Execution System (MES) Simatic IT und die CNC-Steuerungen Sinumerik sowie das Simatic S7-Controllerportfolio weltweit bewährt.


Beitrag aus [me] 4/2015

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