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28 Hannover Messe Energie-Monitoring im Druckhaus Das Druckhaus Zarbock, eine der ältesten Druckereien und leistungsfähigsten Offsetdruckereien Frankfurts, beschäftigt sich neben den branchenspezifischen Themen auch mit Fragen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Ein neues Energie-Monitoring-System trägt diesem Anspruch Rechnung. Dahinter steht Automatisierungstechnik, die darüber hinaus die Grundlage für Optimierungen und neue Geschäftsideen ist.  Timo Rebstock In einer digitalisierten Welt erweisen sich Daten als das neue Gold. Ohne sie gibt es keine Analyse der vergangenen Aktivitäten sowie keine daraus resultierenden Verbesserungen und die Entwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Ein Ansatz in diesem Umfeld stellt der Aufbau eines Energie- Monitoring-Systems dar, welches die unterschiedlichen   2.2017 Rohdaten aufzeichnet, verdichtet, verwaltet sowie bei Bedarf aktiv steuert. Als die Verantwortlichen des Druckhauses Zarbock die Entscheidung zur Einführung eines solchen Systems trafen, zielten sie im ersten Schritt auf die Dokumentation aller Energieflüsse im Unternehmen ab. Das moderne Medienunternehmen, das sich unter anderem auf die Herstellung von Katalogen, Geschäftsberichten, Broschüren und Zeitschriften spezialisiert hat, legt den Schwerpunkt dabei auf den Produktionsbereich. Aus den erhobenen Daten werden Maßnahmen zur Reduzierung der eingesetzten Energie sowie zur Optimierung bestehender Prozesse erarbeitet. Über die Analysefunktionen des Systems stehen dem Druckhaus automatisierte Auswertungen zur Verfügung, welche die Basis zur Erlangung verschiedener Zertifikate aus den Bereichen Umwelt- und Nachhaltigkeits-Management sowie Energie bilden, beispielsweise der DIN EN 16247-1. Beitrag zum Klima- und Umweltschutz Die aus der Betrachtung der Energiedaten resultierenden Verbesserungskonzepte fließen in den jeweiligen Unternehmensbereich ein. Im Druckhaus wurden bereits ungenutzte Potentiale identifiziert. Sowohl die Energiekosten als auch der Ausstoß von Treibhausgasen hat sich dadurch verringert. Neben der effizienten Verwendung der vorhandenen Ressourcen leistet das Energie-Monitoring-System einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Darüber hinaus ist Zarbock sowohl für klimaneutrales Drucken als auch FSC/PEFC (Einsatz nachhaltigen Papiers) zertifiziert worden – ein Aspekt, den viele Kunden in die eigene Nachhaltigkeitsstrategie mit aufnehmen. Das Unternehmen unterstützt so die Zielsetzung der Bundesregierung, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent gegenüber dem Wert von 2008 zu senken. Neue Funktionen und künftige Erweiterungen Vor der Einführung eines Energie Monitoring-Systems mussten zahlreiche Fragen beantwortet werden. Also welche Lösungen möglich sind, um die Ansätze anschließend mit der vorhandenen Infrastruktur und existierenden Systemen zu korrelieren. Daraus leitet sich ab, wie, wo und durch welche Geräte die ersten Daten erfasst werden. Zu klären ist ferner, welcher Finanzbedarf sich am Anfang des Projekts ergibt sowie welchen Umfang das System im Laufe der Jahre erreichen kann und darf. Darüber hinaus sollte festgelegt werden, welche Funktionen zur Verwirklichung der gesteckten Ziele zur Verfügung stehen. Außerdem sind Entwicklungsschritte der Lösung zu definieren, wobei Aspekte wie Langzeitverfügbarkeit und Flexibilität eine wesentliche u Um belastbare KPI zu erhalten, erweist sich die Integration der anfallenden Daten in das Energie-Management- System als unerlässlich. t Aufgrund der kompakten Abmessungen der Komponenten lassen sich Energiedaten- Erfassungssysteme auch in kleinen Schaltkästen installieren und bei Bedarf sukzessive erweitern. (Bilder: Phoenix Contact) Rolle spielen. Dazu haben die Energie-Spezialisten von Phoenix Contact gemeinsam mit Robertus Häßler, dem technischen Leiter im Druckhaus Zarbock, ein Konzept erarbeitet. Nach einer Bestandsaufnahme der örtlichen Gegebenheiten wurde ein passendes System ausgewählt. Dabei wurden die Möglichkeiten künftiger Erweiterungen sowie der Integration neuer Funktionen, beispielsweise eines Spitzenlast-Managements, berücksichtigt. Zudem hat das Team potentielle Kommunikationswege sowie die bestehenden technischen Einrichtungen und deren Leistungsdaten inklusive der nutzbaren Schnittstellen genau untersucht. Bedarfsgerechte Anforderung verschiedener Berichte Auf der Grundlage der gemeinsam entwickelten Lösung haben die Energie-Spezialisten von Phoenix Contact entsprechende Hard- und Software sowie Dienstleistungen zusammengestellt. Softwareseitig favorisierte Robertus Häßler eine lokal installierte Variante, die mit den Anforderungen an die jeweiligen Funktionen sowie an die Anzahl der Messstellen und der zu verarbeitenden Datenpunkte wächst. Das Standardmodell, das schon bis zu 100 000 Datenpunkte umfasst, lässt sich aufgrund


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