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3 Editorial www.me-magazin.com Den Turbo zünden Alles wird schneller. Das Telefon hat 75 Jahre gebraucht, um 100 Mio. Nutzer zu erreichen, das Mobiltelefon 16 Jahre, das World Wide Web 7 Jahre und WhatsApp 2 Jahre. Über Industrial Internet werden in 5 Jahren 50 Mrd. Geräte miteinander kommunizieren. Die Digitalisierung hat uns fest im Griff, sie verändert die Wirtschaftsstruktur massiv. Branchengrenzen verschwinden. Innovationszyklen werden kürzer, zumindest in der IT und der Automatisierung, die laut Industrie 4.0-Philosophie ja längst verschmolzen sind. Ich gehe davon aus, dass das bei jedem Mittelständler im Maschinenbau angekommen ist, zumindest hat er davon gehört. Wie er darauf reagiert, steht auf einem anderen Blatt. Großen Industrieunternehmen fällt es leicht, den digitalen Wandel als Standort- Turbo zu zünden. Siemens will dazu auf der Hannover Messe mit der „Digital Enterprise“ zeigen, wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können. Versprochen werden höhere Flexibilität, Effizienz und Qualität sowie kürzere Markteinführungszeiten. Auch die Deutsche Messe AG stellt sich darauf ein. 2018 wird es die Motion, Drive & Automation (MDA) innerhalb der Hannover Messe nicht mehr geben. Sie tritt gemeinsam mit der Industrial Automation unter neuer Flagge auf. „Integrated Automation, Motion & Drives“ soll auf der Fahne stehen. Die Begründung passt zur gängigen Industrie 4.0-Philosophie. Wie gesagt, kürzere Produktentwicklungszyklen und keine Grenze zwischen Antriebstechnik und industrieller Automation. Das sind gute Argumente für wichtige Ziele, wie zum Beispiel bessere Nutzung der Digitalisierung bei Verpackungsmaschinen. So lässt sich die Verfügbarkeit der Maschinen steigern und ihre Bedienung vereinfachen. Das ist übrigens das Generalthema des 2. Verpackungstags am 27. September in Waiblingen. Smarten und einfachen Lösungen gehört die Zukunft auch in der Verpackungstechnik. Aber zu jeder Technik gehören entsprechende Geschäftsmodelle. Modulare Maschinen können vieles besser, aber sie arbeiten in Wirtschaftseinheiten, in denen Geschäftsmodelle an die Technik anknüpfen. Anwender sind unerbittlich, sie erwarten ständig mehr Flexibilität, Individualität und Qualität von Anlagen sowie Produkten. Die Digitalisierung und die unter Industrie 4.0-Bedingungen optimierten Maschinen sind für sie selbstverständlich. Das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 umfasst eben nicht nur sämtliche Phasen und Bereiche der Wertschöpfungskette eines Produkts. Neue Geschäftsmodelle werden immer wichtiger. Der Antrieb, die Steuerung, der Sensor selbst in ihrer bis in den letzten Winkel der Wertschöpfung vernetzten Kommunikation sind nicht mehr das Spannendste. Wie revolutionär einzelne Entwicklungen sind, wird ständig rauf und runter gebetet. Was sich im Stillen wirklich neu entwickelt, sind die Geschäftsmodelle, die folgen (siehe Seite 12 ff. in diesem Heft). Wer auf der Hannover Messe von Neuheit zu Neuheit wandert, kommt ins Staunen. Doch er sollte sich vor allem bei Innovationen der besonderen Art die neuen Geschäftsmodelle erklären lassen. Herzlichst Ihr Chefredakteur Peter Schäfer „Bei Industrie 4.0 kommt es vor allem auf die Geschäftsmodelle an“ Ich freue mich auf Ihre Reaktionen. Rufen Sie an, schreiben oder mailen Sie mir. Peter H. Schäfer Schragenhofstraße 35 Haus A 80992 München Telefon: 0 89 / 15 70 46 12 u schaefer@agt-verlag.de


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