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40 Lineartechnik Klemmsysteme mit Fail-Safe Wenn in einer Werkzeugmaschine die Druckluft ausfällt, können herkömmliche Klemmsysteme die Achsen nicht mehr halten. Dieses Versagen der Sicherheitssysteme kann schwere Verletzungen des Maschinenbedieners zur Folge haben. Die im Beitrag vorgestellten Klemmsysteme sind dagegen Fail-Safe, denn sie werden durch den Ausfall der Pneumatik überhaupt erst aktiviert.  Edmund Likus 1 Damit die Achse im Ernstfall auch wirklich sofort fixiert wird, haben die Ingenieure der Hema Maschinen- und Apparateschutz   2.2017 GmbH eine einfache, aber wirkungsvolle Konstruktion entwickelt: Die Klemmvorrichtung besteht aus einer Kammer, die von zwei Membranen aus Federstahl abgeschlossen wird. Beaufschlagt man diese mit Druckluft, verformen sich die Federbleche elastisch und verkürzen sich in Längsrichtung. Bei diesem Vorgang verjüngt sich die Klemmvorrichtung im Bereich der Federbleche und verbreitert sich gleichzeitig im unteren Bereich, wo sich die Bremsbacken befinden. Zwischen der Schiene und den Bremsbacken entsteht auf diese Weise ein Spalt, so dass sich die Klemmvorrichtung frei bewegen lässt. Der Abstand zwischen Klemme und Schiene beträgt etwa 0,05 Millimeter, was bei der hohen Präzision der Führungen vollkommen ausreicht, um ein freies Gleiten der Vorrichtung zu gewährleisten. Um die Klemmung auszulösen, wird die Kammer zwischen den beiden Membranen aus Federstahl entlüftet. Die Federbleche, die durch die Druckluft aus ihrer Ruheposition gezwungen wurden, kehren in ihre Ausgangsposition zurück, wobei die in ihnen gespeicherte Spannungsenergie eine Ausdehnung des Klemmelementes zur Schiene hin bewirkt. Wenn die Klemmbacken sie berühren, ist noch ein Großteil der Energie in den Federblechen vorhanden. Die Klemmvorrichtung ist jetzt arretiert und klemmt die Achse sicher und mit großer Kraft. Bei einigen Klemmsystemen von Hema erzeugt eine Beaufschlagung der Federbleche von außen einen zusätzlichen Druck auf die Bremsbacken, wodurch sich ihre Klemmkraft noch weiter erhöht. Die Seligenstädter Maschinenschutz- Experten bieten ihre Klemmsysteme in unterschiedlichen Größen und Ausführungen an. Alle Modelle werden standardmäßig in Versionen für einen Betriebsdruck von 4 oder 6 Bar gefertigt. Die mit Druckluft beaufschlagten Klemmsysteme von Hema haben gegenüber herkömmlichen hydraulischen Varianten nicht nur den Vorteil, wirklich zuverlässig zu sein. Sie erzeugen auch wesentlich höhere Klemmkräfte bei insgesamt deutlich niedrigeren Betriebskosten. Klemmsystem ist sofort einsatzbereit Nach seinem innovativen Prinzip hat Hema eine ganze Reihe verschiedener Klemmsysteme konstruiert. Für Positionsklemmungen auf sich drehenden Führungen oder Antrieben fertigt Hema unter dem Seriennamen RotoClamp beispielsweise ein Klemmsystem mit unterschiedlichen Wirkrichtungen (innen oder außenklemmend) in zwei Versionen: 1. Klemmung durch Beaufschlagung mit Luft oder 2. automatische Klemmung. Die RotoClamp hat eine extrem kurze Reaktionszeit und ist in Single- oder Tandem- Ausführung erhältlich. Da sie pneumatisch betrieben wird, ist sie sehr sauber in der Anwendung und außerdem vergleichsweise kostengünstig. Ein weiterer Vorteil der RotoClamp ist ihre einfache Montage: Sie lässt sich sofort einsetzen, weil sie nicht erst umständlich auf die jeweilige Umgebung abgestimmt werden muss. Die innenklemmende Version der Roto- Clamp gibt es in unterschiedlichen Größen 1) Edmund Likus, Leiter Entwicklung & Fertigung Klemmsysteme, Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH


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