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52 Antriebstechnik+ Mechatronik Motion Control für mehr Flexibilität in der Backstube Unter dem Begriff „Stüpfeln“ verstehen Lebensmitteltechniker die Formgebung von Brötchen-Teiglingen. Die Mitarbeiter der WP Kemper GmbH in Rietberg sind echte Stüpfelexperten, denn das ostwestfälische Unternehmen zählt zu den Top-Adressen rund ums Brötchen. Damit sich die Anlagen modular auf Kundenwünsche zuschneiden lassen, löst Kemper koordinierte Bewegungsfunktionen in servomotorische Einzelachsen auf. Kurze Rüstzeit – große Varianz waren gefragt. Die dafür notwendige Motion-Control-Lösung entstand in enger Zusammenarbeit mit einem Experten für Antriebstechnik und Maschinenautomatisierung. Klaus Just Die Werner & Pfleiderer Bakerygroup ist ein Zusammenschluss von Unternehmen der Bäckereitechnik. Sie liefert ihren Kunden – handwerklichen sowie industriellen Bäckereibetrieben – die gesamte Prozesskette der Bäckereitechnik aus einer Hand. Auch die WP Kemper GmbH in Rietberg, etwa 30 km westlich von Paderborn, ist Mitglied der WP Backerygroup. Als Spezialist für Kneten, Brötchen- und Fettbackanlagen konzipierte WP Kemper mit seiner Baureihe „Evolution“ eine Anlage, mit der sich die beliebten Frühstücksbrötchen   2.2017 in unterschiedlichen Variationen ohne langwierige Umrüstzeiten im schnellen Wechsel herstellen lassen. Den Start der Produktionslinie, mit der sich auch Brötchen für Hot Dogs herstellen lassen, bildet der Teigteiler, der den rund 200 Kilogramm schweren Grundteig aus der Knetmaschine zunächst handlich portioniert. Die fünf bis sechs Kilogramm schweren Stücke werden dann von einem Kolben in eine Multimesstrommel geschoben. Hierbei handelt es sich um kleine Zylinder, in die volumengesteuert die gewünschte Teigmenge für ein Stück Gebäck gedrückt wird. Die „Evolution“-Rei- he kann bereits zu Beginn des eigentlichen Brötchenformprozesses unterschiedliche Gewichtsformate softwaregesteuert fahren. Nach dem Portionieren kommen die Teiglinge in eine Wirktrommel. „Die macht das Gleiche wie ein Bäckermeister, wenn er die Teiglinge von Hand rollt“, erklärt Dietmar Berkhan, Konstruktionsleiter bei WP Kemper. Haben die Teiglinge eine schöne runde Form angenommen, landen sie in Trögeln, die wiederum Teil eines paternosterähnlichen Transport- und Zwischenspeichersystems sind. Das sind Formen, in denen die Teigrohlinge vor dem Stüpfeln noch gute zehn Minuten Zeit zum Garen bekommen. Garen nennen die Fachleute das Gären beziehungsweise Aufgehen und Entspannen des Teiges. Synchroner Formprozess Wenn die Teiglinge für das Stüpfeln dann ihre Trögel wieder verlassen, verabschieden sie sich gleichzeitig vom kontinuierlichen Transport. Nach dem Auskippen werden sie ausgerichtet, indem sie gegen eine taktende Sperre laufen, die sie danach zum richtigen Zeitpunkt wieder freigibt. In diesem Bereich wechselt


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