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Focus: Mensch – Roboter – Kooperation 61 www.me-magazin.com Wieviel solcher Systeme haben Sie bisher verkauft, und was streben Sie an? Weltweit befinden sich bereits mehr als 11 000 Roboter von Universal Robots im Einsatz. Wir sind sehr optimistisch, die damit einhergehende Marktführerschaft auch langfristig zu behaupten: So konnten wir im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von über 60 Prozent erreichen und erwarten auch für 2017 ein Wachstum von 50 Prozent oder mehr. Wir möchten auch weiterhin der Innovationstreiber unseres Marktes sein. Deshalb haben wir unsere Ausgaben maximale Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleisten? Kollaborierende Roboter können dank ihrer Flexibilität ganz unterschiedlich zum Einsatz kommen. Genauso unterscheiden sich auch die im Einzelfall anzuwendenden Sicherheitsmaßnahmen, weshalb die Risikobeurteilung für jede Anwendung vor Inbetriebnahme essentiell ist. Bei echter Mensch-Roboter-Kollaboration, also der direkten Zusammenarbeit von Mensch und Maschine an einem Ort, wird die Sicherheit aber immer durch die Leistungs- und Kraftbegrenzung des Roboters gewährleistet. Gefragt: Tomas Prchal, Global Technology Manager, Metal and Robotics bei B&R MRK und Sicherheit: Bei der direkten Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine steht die Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle. Wie sicher das sein kann, hängt auch von der Applikation ab, oder? Tomas Prchal: Das Restrisiko kann man mit sicherheitstechnischen Maßnahmen minimieren, doch nie völlig beheben. Das Restrisiko hängt natürlich auch von der konkreten Applikation ab. Inwieweit können voneinander unabhängige Sicherheitsvorrichtungen die maximale Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleisten? Ein redundanter Einsatz voneinander unabhängiger Sicherheitsvorrichtungen reduziert die Risiken weitgehend. Eine unnötige Überdimensionierung der Sicherheitsvorrichtungen beeinträchtigt aber Produktivität und Benutzerfreundlichkeit der Anlage. Daher müssen die Sicherheitsvorrichtungen immer individuell auf die jeweilige Applikation angepasst werden. Wir dürfen nicht vergessen, die Motivation hinter jeder MRK-Anwendung ist, dass die Anlagenproduktivität erhöht wird. MRK und Produktivität: Wie wird ein sicherer MRK-Roboter in eine Produktionslinie am Band integriert? Gibt es dazu extra Bereiche, die sicher sind, in denen aber langsamer gearbeitet wird? Die B&R-SafeRobotics-Funktionen ermöglichen die Definition von unterschiedlichen Bereichen. Für jeden Bereich wird exakt festgelegt, wie sich der Roboter verhalten soll. So können Geschwindigkeit und Beschleunigung sämtlicher Roboterbestandteile und etwaiger Werkzeuge sicher begrenzt werden. Ebenso ist es möglich, die Ausrichtung eines Werkzeuges sicher zu überwachen. Das ist zum Beispiel beim Wasser- oder Laserschneiden entscheidend, um die Sicherheit des Bedieners zu gewährleisten. Durch die Definition von Bereichen mit unterschiedlichen Sicherheitsfunktionen wird die benötigte Sicherheit garantiert, ohne die Produktivität zu stark zu beeinträchtigen. Die Fragen stellte Peter Schäfer. u www.br-automation.com t Bei der direkten Zusammenarbeit von Mensch und Maschine an einem Ort wird die Sicherheit immer durch die Leistungs- und Kraftbegrenzung des Roboters gewährleistet. (Bilder: Universal Robots) in Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht. Ebenso wichtig ist für uns eine anhaltende Investition in unser Personal, um Leistungsfähigkeit, Know-how und unsere weltweite Präsenz stetig zu erweitern. MRK und Sicherheit: Bei der direkten Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine steht die Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle. Wie sicher das sein kann, hängt auch von der Applikation ab, oder? Die Sicherheit des Menschen ist das oberste Prinzip bei der Entwicklung einer Roboteranwendung. Der Roboterarm selbst stellt jedoch nur einen Teil davon dar, da erst die Ergänzung von Werkzeug, elektrischer Verbindung und Programmierung seine praktische Anwendung ermöglicht. Vor der Inbetriebnahme einer kollaborierenden Anwendung ist somit immer eine Risikobeurteilung der vollständigen Applikation inklusive aller Bestandteile im Kontext des jeweiligen Umfelds durchzuführen. Inwieweit können voneinander unabhängige Sicherheitsvorrichtungen die Die Kontaktkräfte von Mensch und Roboter werden so technisch auf ein ungefährliches Maß begrenzt. Nichtsdestotrotz behält der Systemintegrator auch hier die Gesamt-Applikation im Blick und ergreift gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen für das an den Roboter angeschlossene Werkzeug. Ist eine Aussage zur Sicherheit rechtlich und faktisch verbindlich? Wer haftet im Schadensfall? Verlässliche Aussagen zur Sicherheit einer Roboteranwendung können nur von dem für die Integration der kompletten Anlage Verantwortlichen getroffen werden – also von den jeweiligen Systemintegratoren und Vertriebspartnern. Diese haben die Pflicht zu prüfen, welche der bestehenden EU-Richtlinien bei der konkreten Applikation anzuwenden sind. Die Vielzahl bestehender Richtlinien unterscheidet sich auch darin, ob die Konformitätsprüfung vom Systemintegrator selbst durchgeführt werden kann oder ob eine staatliche Prüfstelle wie der TÜV einzubinden ist. u www.universal-robots.com  17–C26  9–D28


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