Peter Schäfer
Kind im Brunnen? 

E-Mail-Postfächer in unseren Redaktionen quellen über mit gefühlten tausenden von Updates in Sachen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Mit dieser Verordnung – Stichtag war der 25. Mai 2018 – werden die Gesetze zum Datenschutz in Europa vereinheitlicht und die Vorschriften präzisiert, wie Unternehmen ihre Datenverarbeitungsprozesse transparent beschreiben sollen. So die gute Absicht des Schutzes persönlicher Daten.


Passiert ist etwas anderes. Fast alle Unternehmen haben sehr verunsichert reagiert. Denn niemand kennt das Patentrezept, wie verhindert werden kann, dass Kundendaten einfach gesperrt werden. Damit wären Wege zu gewohnten Geschäftsprozessen erst einmal verloren sindt. Das erklärt die große Hektik beim Einsammeln des Ja-Worts der Kunden und Partner. Die DSGVO verlangt die ausdrückliche Einwilligung zur Verarbeitung persönlicher Daten. Wenn das Formular mit der Bitte ums Vertrauen rausgeht, sollte der Angesprochene eine Verifizierungs- E-Mail versenden, um die Angaben zu bestätigen (Double-Opt-In-Verfahren).


Der Aufwand fürs Ja-Wort ist eine Hürde: E-Mail öffnen, riesige Datenerklärung überfliegen, einen Button anklicken, Name und Adresse bestätigen und zurücksenden. Manche sind auch nicht so einfach zu beantworten. Sie sind datentechnisch verzwickt. Die Zustimmung kommt dann wieder zurück. Jeder Kunde gibt nach dem dritten Versuch auf, sein Ja-Wort zu wiederholen. So fliegt mancher Redakteur übers Kuckucksnest der Presseverteiler.


Die Anfragen nach Zustimmung sind höchst unterschiedlich. 1. Die Rigorosen: „Ohne Ihre Zustimmung können wir Ihnen nach dem 25. Mai 2018 leider keine weiteren Neuigkeiten mehr zusenden.“ 2. Die Negativen: Sie gehen von der Negativ- Option aus: Wer nicht antwortet, von dem wird angenommen, dass er der weiteren Nutzung der Daten zustimmt. „Sollten Sie dies nicht wünschen, können Sie jederzeit eine Löschung Ihrer Daten veranlassen.“ Das ist pragmatisch gedacht, lässt aber das Double-Opt-In-Verfahren freizügig links liegen. 3. Die Vorsichtigen: Sie gehen auf Nummer Sicher. Sie erwarten zusätzlich zum Bestätigungslink die Angabe von Name, Email, Firma. Dazu wird gesetzesbelehrend gesagt: „Bitte beachten Sie, dass wir – falls wir Ihre persönliche Einwilligung nicht erhalten – gesetzlich dazu gezwungen sind, Ihre persönlichen Daten nach dem 25. Mai 2018 aus unserer Datenbank zu löschen.“


4. Die Traurigen: Sie fallen mit der Datenschutztür ins Haus und beschweren sich, bevor das Kind in den Datenbrunnen gefallen ist: Das liest sich in etwa so: „Wir sind traurig, Sie zu verlieren! Sie erhalten ab sofort keine Newsletter zu …, auch keine an Sie gerichteten Aktionen und Produktempfehlungen! Sie bekommen keine News mehr. Nach so viel Drohung folgt die Aufklärung: „Sie fragen sich warum? Weil wir aufgrund der DSGVO eine konkrete Zustimmung von Ihnen benötigen. Falls Sie in Zukunft nicht auf unser Service verzichten möchten, erteilen Sie uns bitte jetzt Ihre Zustimmung“. Wie gesagt, es gibt keine Patentrezepte.

 

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