[me] im Gespräch mit …
Peter Fischer

von Komet

„Vakuumverpacken liegt voll im Trend“

Vakuumverpacken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vakuumverpackt wird heute in nahezu allen Branchen und Wirtschaftsbereichen – von Industrieprodukten bis hin zu Handel, Dienstleistung und Gastronomie. Dort wird zum Beispiel in der Vakuumverpackung gegart. „Dabei sorgt die Vakuumverpackung für Haltbarkeit, Frische, Hygiene und niedrige Kosten“, erklärt Peter Fischer, der Geschäftsführer der Komet Maschinenfabrik GmbH, im Gespräch mit der [me].

Welche Anwendungen gibt es eigentlich für Vakuum-Verpackungsmaschinen, und wie stellen Sie sich auf die unterschiedlichen Bereiche ein?

Peter Fischer: Wir bieten ein breites Spektrum an Maschinen und Zubehör sowie Sonderanfertigungen nach Abstimmung für fast alle Bedarfe, für den klassischen Metzgereibetrieb, die Gastronomie, den Lebensmittelhandel bis hin zu Hightech-Branchen wie die Medizintechnik oder Computer- und Chipindustrie. Darüber hinaus bedienen wir auch den Privatkundenbereich mit innovativen Produkten.

Haben Sie für diese doch unterschiedlichen Anwendungen jeweils eigene Vakuum-Verpackungsmaschinen entwickelt?

Komet bietet mit mehr als 30 verschiedenen Maschinentypen ein äußerst breites Produktspektrum: Von der manuellen Tischmaschine über Standgeräte und Doppelkammermaschinen bis hin zum vollautomatischen Schalensiegler oder zur automatischen Tiefziehmaschine für das rationelle Verpacken großer Stückzahlen. Damit können wir auf fast alle kundenspezifischen Anforderungen reagieren.

Kann ein Kunde Sonderanfertigungen bei Ihnen bestellen, also die Sondermaschine fürs Vakuumverpacken? Gibt es Beispiele dafür?

Nein, wir sind nicht im Sondermaschinenbau tätig. Neue Maschinentypen entwickeln wir mit dem Ziel der Serienproduktion. Das hat schlichtweg betriebswirtschaftliche Gründe.

Gibt es ein konstruktives und funktionales Grundprinzip, nach dem sich solch eine Vakuum-Verpackungsmaschine beschreiben lässt.

Die meisten Vakuum-Verpackungsmaschinen arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Zuerst füllt man das Produkt in einen Vakuumbeutel und legt diesen in die Vakuumkammer. Nach dem Schließen des Deckels evakuiert die Vakuumpumpe die Luft aus der Kammer und dem Beutel. Die Beutelöffnung wird anschließend durch einen Hitzeimpuls in der Siegelschiene und gleichzeitigen Druck verschweißt. Danach strömt wieder Luft in die Kammer und der Vakuumiervorgang ist beendet. Durch den Sauerstoffentzug verlangsamt sich die Aktivität der Mikroorganismen, die auf Sauerstoff angewiesen sind. Das führt zu einer längeren Haltbarkeit. Nebenbei verändert das Produkt im Beutel nicht seine Farbe. Vitamine und Nährstoffe werden ebenso konserviert.

In der Elektronikfertigung taucht immer wieder die Frage auf, wie hochwertige und empfindliche Bauteile und Leiterplatten gelagert werden. Welche Rolle spielt hier das Vakuumverpacken?

In der Elektronikfertigung werden unsere Maschinen ebenso eingesetzt. Bei dieser Anwendung ist die Vakuumhöhe allerdings nicht entscheidend, sondern das Lagern im Vakuumbeutel und der dadurch entstehende Schutz. Für spezielle Anwendungen werden auch Maschinen in der ESD-Version benötigt, auch diese bieten wir an.

Lebensmittelhersteller sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, wie sie die Haltbarkeitsdauer verlängern können, ohne die physikalischen oder chemischen Eigenschaften der Lebensmittel zu verändern oder nicht natürliche Zusätze beizufügen. Welche Lösung bietet Komet dazu?

Es kommt immer auf das Lebensmittel des jeweiligen Herstellers und die gewünschte Haltbarkeit an. Grundsätzlich wird das Produkt durch das Vakuumverpacken länger haltbar. Die Haltbarkeit ist aber auch noch von vielen anderen Einflussfaktoren abhängig, z. B. von der Kühlung, der Hygiene und dem Licht. Bei vielen Produkten kann die Haltbarkeit noch weiter verlängert werden, indem man mit einer Schutzatmosphäre den evakuierten Beutel begast.

Eine weitere Möglichkeit, die Haltbarkeit der Lebensmittel zu verlängern, ist das Sous-Vide-Garen. Hierbei werden rohe Produkte in einem Vakuumbeutel bei Niedertemperatur gegart und sind dann länger haltbar als das vergleichbare frische Produkt.

Das Sous-Vide-Garen erobert auch private Küchen. Können Sie den Hobbyköchen und Privatanwendern von Vakuumiergeräten noch einige Tipps zum Kauf geben?

Wichtig ist: Die Maschine muss ein volles Vakuum erzeugen, damit die längste Haltbarkeit für das Produkt erzielt werden kann. Das heißt, das Endvakuum sollte immer unter 10 mbar sein. Die Schweißzeit muss einstellbar sein, um damit auf unterschiedliche Beutelqualitäten zu reagieren. Besonders zuverlässig sind Kammervakuummaschinen. Damit lassen sich auch flüssige Lebensmittel oder Marinaden ohne Probleme verpacken. Hygienic Design spielt auch bei Vakuumiergeräten eine entscheidende Rolle. Hygiene und einfaches Reinigen sprechen für Maschinen aus Edelstahl.

Die Fragen stellte Peter Schäfer

http://www.vakuumverpacken.de/

http://www.vacuumpackaging.com/

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