TE Connectivity setzt im Spritzguss auf ressourceneffiziente Verfahren, um Kunststoffabfälle und CO₂ zu reduzieren. Kernhebel ist die vollheißkanalbasierte Direktanspritzung: Anders als bei Kaltkanälen oder Heißkanälen mit Unterverteiler entsteht dabei kein Angusmaterial, wodurch Materialeinsatz, Produktionsaufwand (Handling, Energie, Wartung, Logistik) und Zykluszeiten sinken. In den vergangenen fünf Jahren konnte das Unternehmen so weltweit über 5000 Tonnen Kunststoffabfälle vermeiden.
Die Umstellung gilt als strategischer Hebel für Wettbewerbsfähigkeit und „Null-Abfall“- sowie Dekarbonisierungsziele, erfordert aber hohe Prozessstabilität (Thermomanagement, standardisierte Werkzeuge, Fehlerprävention gegen Düsenverstopfungen/Materialdegradation). TE treibt die Einführung mit einem strukturierten, interdisziplinären Vorgehen voran; in einem ersten Cluster wurden 7 von 10 Produkten erfolgreich umgestellt. Trotz höherer Anfangsinvestitionen amortisieren sich Projekte meist in 12 bis 24 Monaten, bei angussintensiven oder hochvolumigen Anwendungen teils in unter 12 Monaten.
Ergänzend fokussiert TE die interne Wiederverwendung von Mahlgut; wenn das nicht möglich ist, werden externe Partner zur Aufbereitung und Qualitätsprüfung genutzt – allerdings begrenzen Kundenanforderungen häufig den Einsatz externer Rezyklate. Gleichzeitig verschärft sich die Materialknappheit bei technischen Thermoplasten: Durch geringere Angusmengen und Direktanspritzung sinkt das verfügbare Regranulat, während spezialisierte Werkstoffe (z. B. PA66, flammgeschützte/glasfaserverstärkte PBT, Hochtemperaturpolymere) teurer und schwerer verfügbar werden. Strenge Spezifikationen und Zulassungen begrenzen zudem Recompounding und Materialanpassungen – Materialverfügbarkeit wird damit zum strategischen Wettbewerbsfaktor.
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Besonders betroffen sind spezialisierte Werkstoffe wie PA66, flammgeschützte oder glasfaserverstärkte PBT-Typen sowie Hochtemperaturpolymere, deren Produktionskapazitäten begrenzt und global stark konzentriert sind. Für diese hochspezifizierten Materialien ist der Einsatz von Mahlgut oder Recompounding häufig nur eingeschränkt möglich. Additivpakete, Faserlängen und Zulassungen – etwa UL (Underwriters Laboratories) oder OEM (Original Equipment Manufacturer)-Freigaben – müssen strikt eingehalten werden, sodass jede Materialanpassung eine erneute technische Bewertung erfordert. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Kreislaufwirtschaft und Spezifikationssicherheit, das sorgfältig abgewogen werden muss. Die Materialverfügbarkeit entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor – mit direkten Auswirkungen auf Kosten, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeitsziele.
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