
Welche Möglichkeiten die additive Fertigung für kleine und mittlere Unternehmen bietet, steht im Mittelpunkt des Seminars am 7. Oktober in Potsdam. Expertinnen und Experten des Verbands 3DDruck e. V. sowie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP wollen praxisnahe Orientierung zu realistischen Einsatzfeldern des 3D-Drucks vemitteln und unterstützen Führungskräfte dabei, die Chancen und Risiken der additiven Fertigung für ihr Geschäftsmodell einzuordnen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Materialien mit Formgedächtnis, die im 4D-Druck verarbeitet werden. Ausgelöst durch Reize wie Wärme verändern sie gezielt ihre Form und ermöglichen selbstanpassende Komponenten.
Wie Unternehmen den 3D-Druck gezielt für die digitale Transformation nutzen können, beleuchtet Ralf Anderhofstadt, Vorsitzender des Vorstands im Verband 3DDruck e. V. und Leiter des Center of Competence Additive Manufacturing bei Daimler Truck. Im Fokus seines Vortrags steht die Digitalisierung von Ersatzteilen. Dadurch lassen sich Lieferfähigkeit und Nachhaltigkeit steigern, Kosten senken und neue Wertschöpfungsmodelle erschließen. 3D-Druck ist dabei integraler Bestandteil einer digitalen End-to-End-Wertschöpfung und eng verknüpft mit Technologien wie digitalen Zwillingen, Robotik, Blockchain, Virtual Reality und Digital Rights Management (DRM). Anderhofstadt gibt Einblicke in den Aufbau eines unternehmensweiten Kompetenzzentrums für additive Fertigung und zeigt, wie sich durch die Digitalisierung von Ersatzteilen neue Wertschöpfungspotenziale erschließen lassen.
Dr. Markus Wiedemann, Vorstandsmitglied im Verband 3DDruck e. V. und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz, beleuchtet die strategischen Möglichkeiten zum Schutz geistigen Eigentums: Wie schützen Unternehmen eigene Entwicklungen in einer Welt, in der sich STL-Dateien mit Konstruktionsdaten für den 3D-Druck binnen Sekunden vervielfältigen und weltweit verbreiten lassen? Der Vortrag vermittelt Führungskräften ein Grundverständnis, um die IP-Dimension des 3D-Drucks strategisch zu erfassen, und zeigt auf, welche Weichen Unternehmen bereits heute stellen sollten, bevor technologische Vorsprünge von Wettbewerbern kopiert werden.
Einen weiteren Einblick bietet das Fraunhofer-Kompetenzfeld additive Fertigung. Das Netzwerk vereint deutschlandweit 19 Fraunhofer-Institute und deckt die gesamte Prozesskette der additiven Fertigung ab – von Materialien und Technologien über Software und Simulation bis hin zu Qualitätssicherung und industrieller Umsetzung. Für Unternehmen bietet das Kompetenzfeld einen zentralen Zugang zu anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung.
Die Veranstaltung findet von 8:30 bis 16 Uhr im Fraunhofer-Konferenzzentrum im Potsdam Science Park statt. Fachvorträge, Dialogformate und Networking-Angebote bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Fragestellungen mit Expertinnen und Experten zu erörtern sowie konkrete Entwicklungs- und Kooperationspotenziale auszuloten. Interessenten können sich bis zum 15. September anmelden.


















