Ressourcenschonung beginnt beim Maschinenpark

 Ein Walzwerk vor der Modernisierung: Ausfallzeiten, CO2-Ausstoß sowie Energie- und Wartungsaufwand sind hoch.
Ein Walzwerk vor der Modernisierung: Ausfallzeiten, CO2-Ausstoß sowie Energie- und Wartungsaufwand sind hoch.Bild: Deguma-Schütz GmbH

Maschinen sind die zentralen Stellschrauben für einen nachhaltigeren Umgang mit Energie und Rohstoffen: Sie gehören sowohl in der Herstellung als auch der Entsorgung zu den ressourcenintensivsten Investitionsgütern in der Industrie – obwohl sie grundsätzlich für jahrzehntelangen Einsatz ausgelegt sind. Genau hier setzt ein Umdenken an: Die Lebensdauer von Maschinen zu verlängern ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung. Denn: Jede länger genutzte Maschine spart wertvolle Rohstoffe, Energie und CO2 ein.

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Überholung durch Deguma: Mit dem Deguma Efficiency Konzept werden Sicherheit, Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich gesteigert.
Ein Walzwerk nach der Überholung durch Deguma: Mit dem Deguma Efficiency Konzept werden Sicherheit, Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich gesteigert.Bild: Deguma-Schütz GmbH

Die 5R-Strategie: Nachhaltigkeit für Investitionsgüter

Im Konsumbereich liest man häufig vom Prinzip der 5R – Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle. Das Prinzip lässt sich aber auch auf Investitionsgüter wie industrielle Maschinen übertragen: Übergeordnetes Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Abfall zu vermeiden, indem Produkte so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf verbleiben. Statt Maschinen zu ersetzen (Refuse), sollte der Fokus stärker auf der Reduzierung von Ressourcenverschwendung (Reduce) durch regelmäßige Wartung, Reparatur und Modernisierung (Repair) liegen. So kann die Maschine auch weiterverkauft und -verwendet werden (Reuse). Erst irreparable Maschinen sollten fachgerecht für das Recycling entsorgt werden (Recycle).

Veraltete Anlagen gelten jedoch schnell als wirtschaftlich unattraktiv: zu hohe Energiekosten, zu hohe Ausfallzeiten, zu hoher CO2-Ausstoß. In der Praxis, in der wirtschaftliche Argumente oft über umwelttechnischen stehen, wird daher immer noch häufiger an Neuanschaffung gedacht, als an Instandhaltung und Modernisierung. Dabei können mit nur geringem Aufwand auch jahrzehntealte Maschinen auf den aktuellen Stand der Technik und wirtschaftlichen Effizienz gebracht werden.

Nachgerüstete Torquemotoren liefern konstante Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen und senken den Energieverbrauch enorm.
Nachgerüstete Torquemotoren liefern konstante Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen und senken den Energieverbrauch enorm.Bild: Deguma-Schütz GmbH

Schätzen statt Ersetzen: Wartung und Pflege schonen Ressourcen

Trotz der hohen Anschaffungskosten für Neumaschinen wird häufig der Fehler gemacht, Maschinen nach einigen Jahren auszutauschen, ohne den Wert der bestehenden Infrastruktur zu berücksichtigen. Zusätzlich wird der Kauf einer Neumaschine als einmalige Investition betrachtet und Service- und Wartungsverträge als Kostenfalle abgetan. Doch im Gegenteil: Regelmäßige Pflege, Wartungen und Modernisierungen erzielen bei kleinen Kosten langfristige Einsparungen und erhöhte Lebensdauer. Wer investieren will, sollte also vorausschauend denken.

Schon beim Kauf einer Maschine sollten daher bestimmte Aspekte für die Instandhaltung des Investitionsguts beachtet werden. Modulare Bauweisen ermöglichen beispielsweise nachträgliche Erweiterungen und bedarfsgerechte Anpassungen, ohne eine gesamte Anlage ersetzen zu müssen. Das spart nicht nur Kosten und Ressourcen, sondern trägt auch zu einem flexiblen und zukunftssicheren Maschinenpark bei. Komponenten wie Filter oder Schmierstellen, die regelmäßig geprüft werden müssen, sollten gut zugänglich sein, um Wartungs- und Pflegearbeiten effizient durchführen zu können. So werden teure Reparaturen und Ausfälle vermieden werden. Die erhöhte Verfügbarkeit der Maschine führt zu einer höheren Produktivität und damit zu einer höheren Planungssicherheit.

Bild 4 Walzwerk sicherheit

Energieeffizienz durch Modernisierung

Spätestens zum und mit Inkrafttreten der neuen EU-Maschinenverordnung (2023/ 1230/EU) im Januar 2027 werden Unternehmen gezwungen sein, sich mit dem Zustand ihrer Maschinenparks auseinanderzusetzen. Mit der Verordnung wird eine wichtige Grundlage für europaweite Sicherheitsstandards von Maschinen geschaffen. Sie ersetzt die bisherige Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) und führt im Hinblick auf KI und digitale Technologien neue Anforderungen an die Sicherheit sowie an die Energieeffizienz von Maschinen ein. Die neue Verordnung setzt damit einen zusätzlichen Anreiz, nicht nur auf Neuanschaffungen zu setzen, sondern Wartung und Modernisierung als langfristige Strategie zu betrachten; nicht mehr nur als eine Frage der Kostensenkung, sondern der Betriebsfähigkeit und Rechtskonformität.

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