Auch mit dem sogenannten Pin-on-Disk-Tribometer misst Igus die Reibung und den Verschleiß. Dabei drückt ein kleiner Pin aus dem Prüfmaterial auf z.B. eine Edelstahlscheibe, die mit zunehmender Geschwindigkeit rotiert. Der Verschleiß wird direkt vom Gerät gemessen und die Resultate werden mit anderen Materialien verglichen. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache. Ein Pin aus POM-H erreichte einen Verschleiß von 77,58µ/km. Prüfkörper von Igus erreichten signifikant bessere Werte: aus Iglidur i190 (FDM) 1,08µ/km, aus Iglidur i4000 (DLP) 2,05µ/km und aus Iglidur i230 (SLS) 1,19µ/km. Bemerkenswert ist zudem, dass der Verschleiß bei den POM-Proben mit zunehmender Geschwindigkeit ansteigt. Das ist bei den selbstschmierenden Iglidur Materialien nicht der Fall. Reibung und Verschleiß halten sich auf konstant niedrigem Niveau. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass viele Anwender den etablierten Werkstoff Polyoxymethylen (POM) in bewegten Anwendungen ersetzen, etwa bei Zahnrädern, Lagern, Führungen und Antriebsmuttern.

Langlebiger Griff nach der Parfümflasche
Auch das Unternehmen Stausberg & Vosding aus Aachen hat davon profitiert, POM zu ersetzen. Die Konstrukteure standen bei einer automatisierten Fertigungsanlage für Parfümflaschen vor der Herausforderung, mehrere Greifer für bis zu 40 verschiedene Flaschenformen herzustellen, die die Flaschen aus Kartons entnehmen und in einer Abfüllanlage platzieren. Das Problem: Die bisherigen Greifer aus Aluminium und POM waren mit 250 Euro pro Stück entweder zu teuer oder mit maximal 20.000 Zyklen zu kurzlebig. Das führte zu täglichen Wechseln und hohen Wartungskosten. Die Konstrukteure fertigten daher mit SLS-Druckern und dem Druckmaterial Iglidur i3 eine wirtschaftlich und technisch überlegene Alternative. Die 3D-gedruckten Greifer halten bis zu 130.000 Zyklen und müssen nur noch einmal pro Woche getauscht werden. Zudem konnte das Unternehmen die Kosten mit einem Stückpreis von 13 Euro signifikant senken. Warum Unternehmen mit Connected Engineering schneller, sicherer und wettbewerbsfähiger werden ‣ weiterlesen
Von Insellösungen zum vernetzten Engineering-Ökosystem
Igus bemüht sich die Anwendungsmöglichkeiten des 3D-Drucks mit neuen Druckmaterialien kontinuierlich zu erweitern. Zur Hannover Messe 2026 präsentiert das Unternehmen mit Iglidur i6000 ein neues Resin für DLP-Drucker, das den strengen Hygienerichtlinien der US-amerikanischen Regierungsbehörde FDA entspricht. Somit ist es geeignet, um in der Medizin-, Pharma- und Lebensmitteltechnik Bauteile für den Trockenbereich herzustellen, die keinen direkten Kontakt mit Produkten haben, etwa Rutschen, Zahnräder und Umlenkrollen für Verpackungsanlagen. „Wir legen zudem Wert darauf, dass Anwender mit den Druckmaterialien sofort professionelle Ergebnisse erzielen, ohne vorher stundenlang mit Druckereinstellungen experimentieren zu müssen“, so Burk abschließend. „Deshalb bieten wir auf unserer Website Materialprofile zum Download an, mit denen sich Parameter wie Temperatur und Durchflussgeschwindigkeit automatisch anpassen lassen.“ Interessenten, die nicht direkt in eigene 3D-Drucker investieren möchten, können den 3D-Druckservice von Igus nutzen. Er ermöglicht die Fertigung individueller, komplexer Bauteile in nur drei Tagen, ab Stückzahl eins bis zu Serien mit 70.000 Teilen.

















