
Durch die Integration von Führung und Antrieb in einem Bauteil erfüllen die Getriebe der Lifgo-Baureihe hohe Anforderungen an Hubkraft, Synchronizität, Präzision und Verfahrgeschwindigkeit gleichzeitig – und das in einem kompakten, direkt montierbaren Bauteil, das keine zusätzliche externe Führung voraussetzt. Sie eignen sich vor allem bei Anwendungen die Führung und Antrieb in einer Einheit benötigen. Die Getriebe erzielen je nach Baugröße Hubkräfte zwischen 2.000 und 25.000N und erreichen Verfahrgeschwindigkeiten bis 3m/s. Ihre hohe Querkraftaufnahme macht sie besonders geeignet für das synchrone Positionieren schwerer Lasten.
Ergänzend dazu fertigt Leantechnik die Baureihe Lean SL – für Anwendungen, in denen bereits eine externe Führung vorhanden ist. Diese Getriebe sind in verschiedenen Baugrößen und zwei Ausführungen erhältlich, nehmen Hubkräfte von 800 bis 25.000N auf und erreichen Hubgeschwindigkeiten bis 0,6m/s. Eine spezielle Variante der beiden Baureihen (gilt für Lifgo und Lean SL) ist für Greif-, Schließ- und Zentrierbewegungen ausgelegt. Beide Serien sind zudem in Versionen für lange Hub- und Verfahrwege erhältlich.

Modular aufgebaut
Ein wesentliches Merkmal beider Baureihen ist die Modulbauweise: Die Gehäuse aller Serien und Baugrößen haben identische Abmessungen, sodass sich die Getriebe beliebig miteinander kombinieren lassen. Das ermöglicht die Konstruktion einer breiten Palette von Hub- und Positioniersystemen aus einem einheitlichen Baukastensystem – von einfachen Einachsantrieben bis zu mehrachsigen Synchronhubsystemen, bei denen mehrere Getriebe über eine gemeinsame Welle mechanisch gekoppelt werden. Warum Unternehmen mit Connected Engineering schneller, sicherer und wettbewerbsfähiger werden ‣ weiterlesen
Von Insellösungen zum vernetzten Engineering-Ökosystem
Neu im Programm ist die Baugröße 5.2 – sowohl für die Lifgo- als auch für die Lean SL-Baureihe. Sie ist für einen Belastungsbereich bis 1.030kg ausgelegt und schließt die Lücke zwischen den Baugrößen 5.1 (bis ca. 400kg) und 5.3 (bis ca. 1.600kg). Damit steht Konstrukteuren nun für jeden relevanten Hubkraftbereich eine passende Getriebeausführung zur Verfügung. Die neuen Varianten werden aus derselben hochfesten Legierung wie die übrigen Baugrößen gefertigt. „Das sorgt für eine hohe Tragfähigkeit der Führung“, erläutert René Halw, Vorstandsvorsitzender und CEO der Leantechnik AG. Im Lastbereich von 0 bis 1.000kg ermöglichen die Getriebe zudem eine Reduzierung der Fertigungskosten, da sie exakt auf diesen Anwendungsbereich zugeschnitten sind.

Präzision in Formel 1 und Metallverarbeitung
Die Einsatzfelder der Zahnstangengetriebe aus Oberhausen reichen von wissenschaftlicher Messtechnik bis zur industriellen Schwerlastanwendung. Die ILA_5150 GmbH entwickelt Strömungsmesssysteme für Wissenschaft und Motorsport. Für ein Formel-1-Team benötigte iLA ein Positioniersystem zur hochpräzisen Ausrichtung von Kamera und Laser, mit einem zulässigen Positionierfehler von maximal 100µm. Die Lösung basiert auf Lifgo 5.3-Zahnstangengetrieben mit Exzenter, die dank der vierfachen Rollenführung eine Positioniergenauigkeit von 0,05mm und eine Wiederholgenauigkeit von 0,02mm erreichen – und die Anforderung damit deutlich unterschreiten.
In der Metallverarbeitung sind dagegen Hubkraft und Takttreue gefragt. Die WH Sondermaschinen GmbH konstruierte eine Entsorgungseinrichtung für einen Hersteller von Schlagscheren in der Blechbearbeitung. Ein Hubtisch bewegt sich parallel zur Schlagschere und fördert Blechabfälle in einen Behälter. Lean-SL-Zahnstangengetriebe heben und senken den Tisch mit dem 350kg schweren Förderer im 6s-Takt, der Gesamttakt der Schlagschere beträgt 15s. Pro Hub legt der Tisch 250mm in der Vertikalen zurück und erreicht dabei eine Wiederholgenauigkeit von 0,05mm.

In einem hochpräzisen Messsystem für Strömungskanäle sorgen Zahnstangengetriebe für die exakte Positionierung der Kamera. – Bild: ILA_5150 GmbH 

Die Zahnstangengetriebe sind in zahlreichen Ausführungen und Größen erhältlich. – Bild: Leantechnik AG
Zuverlässig in Logistik und Lebensmittelindustrie
In der Intralogistik setzt die Extor GmbH aus Hannover auf Leantechnik-Getriebe für ein Hochregal-Lagersystem für schnelldrehende Konsumgüter. Die RoverLog-Regalbediengeräte bestehen aus einem Shuttle und einem Ladungsträger; Zahnstangengetriebe heben die Ladungsträger in die Tragstruktur des Hochregals zum Ein- und Auslagern. Dabei ist neben Schnelligkeit auch hohe Positioniergenauigkeit erforderlich: Die Ladungsträger müssen exakt vor dem Schließmechanismus des jeweils darüber liegenden Behälters positioniert werden, damit der Schnellverriegelungsmechanismus greift und alle Transportboxen zu einer freitragenden Säule verbindet. Das System reduziert den Bedarf an konventioneller Fördertechnik und schafft nutzbaren Stauraum.

















