Geltechnologie für Kabel-Einführungssysteme
Der Trend zur Digitalisierung und Miniaturisierung macht auch vor Kabeleinführungen nicht halt. Immer mehr Leitungen mit kleinem Durchmesser müssen auf engsten Platzverhältnissen eingeführt werden. Die Lösung ist eine neue, runde Mehrfacheinführung von Lapp. Dafür wurden die Entwickler jetzt mit dem Lapp-internen Innovationspreis, dem Eddie-Lapp-Award, ausgezeichnet.
Bild: U.I. Lapp GmbH

Die Skintop Multi-M Mehrfacheinführung mit metrischem Anschlussgewinde ermöglicht die Durchführung von mehr Leitungen als in vergleichbaren Verschraubungslösungen. Je nach Größe können bis zu 30 nicht konfektionierte Kabel und Leitungen, aber auch Medienschläuche platzsparend in ein Gehäuse eingeführt werden. Die Innovation basiert auf einer speziellen Geltechnologie, wie sie auch schon bei der rechteckigen Skintop Multi zum Einsatz kommt. Allerdings fehlte im Portfolio von Lapp bisher eine runde Bauform, die auf dem Markt zunehmend nachgefragt wurde.

Die Kabel werden einfach durch den elastischen Gel-Einsatz geschoben und durch die Haftreibung am Kabelmantel sicher an Ort und Stelle positioniert. Fremdkörper wie etwa Wasser können nicht eindringen. Die patentierte Trichter-Stufen-Geometrie der einzelnen Einführungspunkte ermöglicht zudem die Erhöhung der maximalen Klemmbereiche mit bis zu 4mm Varianz je Kabeldurchmesser. Ein weiterer Vorteil ist die kompakte Bauweise der Skintop Multi-M. Dadurch lassen sich die Leitungen besonders platzsparend anordnen. Die Größen sind auf metrische Gewinde ausgelegt (DIN EN62444). „Unsere runde Mehrfacheinführung ist in dieser Form einzigartig am Markt und daher patentiert. Der Kunde kann damit eine Vielzahl von Leitungen oder Schläuchen auf engem Raum einführen. Nicht verwendete Durchführungspunkte bleiben dabei dauerhaft verschlossen“, sagt Benjamin Rentschler, Produktmanager bei Lapp, der gemeinsam mit Entwickler Daniel Müller Preisträger des Eddie-Lapp-Awards 2020 ist.

Einer der größten Vorteile der neuen runden Mehrfacheinführung ist die hohe Packungsdichte. Mit dem Geleinsatz können mehr Leitungen durch die Gehäusewand geführt werden, als es mit den herkömmlichen Methoden möglich ist. Die Skintop Multi-M ist aktuell in drei Größen erhältlich, und Anfang des Jahres 2021 kommen die Größen M25x1,5 und M32x1,5 hinzu. Das Gelmaterial sorgt dabei für eine optimale Zugentlastung am gesamten Kabelbündel. Außerdem ergeben sich für die Installation zeitliche Vorteile. Da generell bei den rechteckigen und runden Mehrfachkabeldurchführungen keine zusätzliche Vorarbeit wie zum Beispiel das Vorstechen notwendig ist, um die Kabel zu installieren, fallen mehrere Arbeitsschritte weg.

Einsatzgebiete für runde Mehrfachkabeleinführungen sind der Steuerungs-, Schaltschrank- und Apparatebau sowie die Automatisierungstechnik. Insbesondere dort, wo viele nicht konfektionierte Kabel, Leitungen oder auch Schläuche platzsparend in ein Gehäuse eingeführt werden, sind die patentierten Mehrfacheinführungen mit Geltechnologie vorteilhafter.

Die Skintop Multi-M erfüllt die Schutznorm IP68 und besteht neben dem Geleinsatz aus einem Polycarbonat-Rahmen. Dieser thermoplastische Kunststoff ist besonders stabil. Auch eine UL-Zertifizierung für den nordamerikanischen Markt ist gemäß den Normen UL 50, UL 50E, CSA C22.2 sowie UL 508A für industrielle Systemsteuerungen (z.B. Schaltschränke) bereits vorhanden.

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Tsubaki Deutschland GmbH
Bild: Tsubaki Deutschland GmbH
Der Sonne entgegen

Der Sonne entgegen

Ein spanischer Hersteller von rotierenden Solarmodulen wollte die lange Amortisationszeit der Installation verkürzen. Während die Solarmodule der Sonneneinstrahlung folgen, werden sie von einem Antrieb bewegt. Dieser war bisher mit einer leistungsschwachen Antriebskette ausgestattet. Ein Austausch mit einer langlebigen, korrosionsbeständigen Kette reduzierte die kostspielige Wartung und begrenzte den häufigen Kettentausch.

Bild: Neugart GmbH
Bild: Neugart GmbH
Aktives Zuhören 
für passende Getriebe

Aktives Zuhören für passende Getriebe

Was können Chips, Bits und Algorithmen noch nicht? Im Maschinenbau gibt es auf diese Frage mindestens zwei Antworten: Rein digitale Technologien treiben weiterhin keine einzige Maschine an. Und sie lösen bisher auch keine individuellen Probleme. Für das eine braucht es leistungsfähige Mechanik, für das andere echte Menschen. Der Getriebehersteller Neugart setzt deshalb bewusst auf beide Faktoren.