Cobot rettet Korallen

 Der ursprünglich für industrielle Aufgaben entwickelte Cobot kann Last bis zu 30kg bewegen und hat eine Reichweite von bis zu 1.800mm.
Der ursprünglich für industrielle Aufgaben entwickelte Cobot kann Last bis zu 30kg bewegen und hat eine Reichweite von bis zu 1.800mm.Bild: Delta Electronics Europe

Shan-Shan Guo, stellvertretender Vorsitzender der Delta Electronics Foundation, sagt: „Seit 2023 haben anhaltende globale Meereswärmewellen zur Bleiche von 84 Prozent der Korallenriffe in 82 Ländern geführt. Delta engagiert sich mit Freiwilligen und eigener Technologie für die Wiederherstellung von Korallenriffen und hat bis heute 10.000 Korallen wiederhergestellt. In den nächsten fünf Jahren wollen wir rund 300 Korallenarten, mehr als die Hälfte der im Pazifik vorkommenden Arten, erhalten, um zur Bewältigung der gravierenden ökologischen Herausforderungen im Meer beizutragen.“ Eine Plattform dafür soll das International Coral Restoration Symposium bilden, auf dem sich führende Naturschutzorganisationen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Meeresökologieforschung über die neuesten Anwendungstrends austauschen können, darunter KI-gestützte Korallenuntersuchungsmechanismen und großflächige Bildgebung von Korallen zum Aufbau digitaler Zwillinge. Der Schwerpunkt des diesjährigen Seminars lag auf praktischen Anwendungen und Technologien. Dabei wurden auch die neuesten Ergebnisse der kollaborativen Roboterlösungen von Delta zur Unterstützung der Züchtung hitzebeständiger Korallen vorgestellt.

Coralreef Project Dbot
Bild: Delta Electronics

Temperaturresistente Korallen

Hitzebeständige Korallen könnten in Zukunft helfen, Riffe dauerhaft zu stabilisieren. Um solche Arten zu identifizieren, nutzen Forschende das sogenannte ‚Tank-Hopping‘-Verfahren: Die Korallen werden in verschiedenen Wasserbecken schrittweise steigenden Temperaturen ausgesetzt. Das beschleunigt den Forschungsprozess für verschiedene hitzebeständige Korallenarten und verbessert die Effizienz sowie die Qualität der Korallenrestaurierung. Derzeit können die von Delta und dem National Museum of Marine Biology and Aquariums in Taiwan gezüchteten hitzebeständigen Korallen bei Temperaturen von bis zu 37°C eine Photosyntheseeffizienz von 50 Prozent aufrechterhalten.

Das Projekt wird gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen und Organisationen aus aller Welt vorangetrieben. Dazu zählen die Taiwanese Coral Reef Society, das Scripps Institution of Oceanography (UC San Diego), die James Cook University sowie Partner aus Australien, Japan, Singapur und Indonesien. Durch diesen engen Austausch entsteht ein globales Netzwerk für technologiebasierten Meeresschutz.

Die Arbeit des Cobot

Eine zentrale Rolle bei dem Forschungsprozess spielt der D-Bot. Der kollaborative Roboter unterstützt diesen Prozess, indem er automatisch Proben bearbeitet, Temperaturverläufe steuert und Messdaten erfasst. Dadurch läuft die Forschung schneller und genauer als bei manuellen Verfahren. Das spart wertvolle Zeit und erhöht die Chancen, robuste Korallenarten rechtzeitig zu erkennen und zu vermehren.

Der D-Bot gehört zu einer Serie von Robotern, die ursprünglich für industrielle Aufgaben entwickelt wurden. Sie lassen sich schnell einrichten und einfach bedienen. Jede Einheit verfügt über sechs Bewegungsachsen und kann Lasten von bis zu 30kg handhaben. Mit Reichweiten von bis zu 1.800mm sind sie vielseitig einsetzbar. Diese Eigenschaften werden nun auch in der biologischen Korallenforschung gezielt genutzt.