Energie sparen mit System

 Im Rahmen eines Druckluft-Audits nach DIN/EN/ISO11011 werden Anbohrschellen an 
Leitungen angebracht, um den Durchfluss, den Druck und 
andere relevante Parameter 
zu messen.
Im Rahmen eines Druckluft-Audits nach DIN/EN/ISO11011 werden Anbohrschellen an Leitungen angebracht, um den Durchfluss, den Druck und andere relevante Parameter zu messen.Bild: Mader GmbH & Co. KG

Druckluft-Audits liefern eine unabhängige, ganzheitliche Bewertung des Druckluftsystems und bieten sich insbesondere dann an, wenn eine Neu-Investition notwendig ist, weil z.B. der Druckluftbedarf nicht mehr gedeckt werden kann; aber auch wenn grundsätzlich die Energieeffizienz des Druckluftsystems verbessert werden muss oder belastbare Daten für ein Energie- oder Umweltaudit fehlen.

Orientierung im Maßnahmen-Dschungel

Im Rahmen eines Druckluft-Audits werden der Energie- und Druckluftverbrauch, die Leckagerate sowie die Druckluftqualität ermittelt. „Das sind Kennzahlen, mit denen die Druckluftverantwortlichen selbst arbeiten können, um die Performance des Druckluftsystems zu bewerten; gleichzeitig sind die Kennzahlen wichtig für Energiemanagement-, aber auch Qualitätsbeauftragte“, weiß Marina Griesinger, Leiterin Energieeffizienzmanagement bei Mader.

Den größten Mehrwert sieht sie in der unabhängigen Bewertung des Druckluftsystems inklusive Benchmarkzahlen vergleichbarer Unternehmen und in den konkreten Optimierungsvorschlägen: „Ein externer Blick kann da helfen zu klären, ob überhaupt Handlungsbedarf im Druckluftsystem besteht und wenn ja, wie die Maßnahmen sinnvollerweise priorisiert werden und was sie bringen.“ Zudem beschränkt sich ein nach DIN/EN/ISO11011 zertifiziertes Druckluft-Audit nicht auf die Beurteilung einzelner Bereiche im Druckluftsystem, sondern untersucht und bewertet im Idealfall auch die Drucklufterzeugung, die Rohrleitungen sowie die Endverbraucher.

Normgerecht und herstellerunabhängig

Seit 2018 wird das Druckluft-Audit nach DIN/EN/ISO11011 von Mader jedes Jahr vom TÜV Süd zertifiziert. Die Norm stellt Anforderungen an die Durchführung der Energiebewertung sowie die Berichterstattung von Druckluftsystemen und steuert den außerbetrieblichen Prozess – das heißt die Erbringung der Dienstleistung. Fachbetriebe für die Druckluft-Energieeffizienz-Bewertung haben qualifiziertes Fachpersonal, analysieren das gesamte Druckluftsystem und sind in der Lage Einsparpotenziale zu identifizieren und zu bewerten. Dies wird in regelmäßigen Abständen vom TÜV überprüft. „Zertifizierte Unternehmen verpflichten sich das Audit neutral durchzuführen, das heißt insbesondere herstellerunabhängig zu beraten“, führt Griesinger aus.

Ziele im Rahmen eines Druckluft-Audits nach DIN/EN/ISO11011 sind, das Aufdecken von Einsparpotenzialen, der Nachweis der tatsächlichen Effizienz des Druckluftsystems sowie die Ermittlung von belastbaren Kennzahlen für Energiemanagementsysteme wie DIN/EN/ISO 50001, DIN/EN16247-1 und EMAS.

„Ein Druckluft-Audit nach DIN/EN/ISO 11011 hilft, Einsparpotenziale zu erkennen und Fehlinvestitionen zu vermeiden“, bringt Griesinger die Vorteile des Audits auf den Punkt.