
Trotz des von der EU gerade erst aufgeweichten Verbrennerverbots bleibt E-Mobilität in der Breite unverzichtbar. Elektroantriebe sind das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, CO2-Emissionen im Straßen- und Bahnverkehr zu senken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ein neues, großangelegtes Forschungsprojekt unter Leitung der Universität Paderborn arbeitet jetzt an der Entwicklung von E-Motoren auf Basis additiver Fertigungsverfahren. Das Vorhaben, an dem u.a. Industriepartner wie Mercedes-Benz und Siemens beteiligt sind, hat ein Gesamtvolumen von rund 11,5Mio.€ und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) für eine Dauer von drei Jahren gefördert. Das Forschungs- und Innovationsmanagement vom TÜV Rheinland betreut AddReMo, so der Projektname.
„Unser Ziel ist es, innovative Technologien zur Produktion von elektrischen Antriebssystemen zu entwickeln, die zur nachhaltigen Mobilität und signifikanten Reduktion der CO2-Emissionen beitragen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Balázs Magyar, Leiter der ‚Konstruktions- und Antriebstechnik‘ an der Universität Paderborn. Der Lehrstuhl bildet zusammen mit Siemens die Konsortialleitung des Forschungsprojekts. Im Fokus stehen die Erforschung und Anwendung additiver Fertigungsverfahren zur Herstellung von E-Motoren. Warum Unternehmen mit Connected Engineering schneller, sicherer und wettbewerbsfähiger werden ‣ weiterlesen
Von Insellösungen zum vernetzten Engineering-Ökosystem
Die Verfahren lassen eine Reduktion des Gewichts, des sogenannten Massenträgheitsmoments und eine Verbesserung der Kühlung zu, um die Leistungsdichte der E-Motoren zu erhöhen. Für den industriellen Einsatz werden E-Motordemonstratoren von Mercedes-Benz und Siemens weiterentwickelt, technisch-wirtschaftlich bewertet und in bestehende Gesamtsysteme integriert. Neben den verbesserten E-Motoren wird auch die Dezentralisierung der Produktion ermöglicht, was die Abhängigkeit von globalen Lieferketten reduziert und die industrielle Resilienz stärkt. „Durch den Vergleich der Fertigungsverfahren werden die mechanischen, thermischen und magnetischen Eigenschaften der E-Motoren analysiert und unter realen Bedingungen simulativ und experimentell validiert. Ziel ist es, sowohl eine technische als auch ökonomisch-ökologische Bewertung der Verfahren sowie der E-Motoren durchzuführen, um eine serienreife Produktion zu schaffen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Mirko Schaper, Leiter des Lehrstuhls für Werkstoffkunde an der Universität Paderborn und Dekan der Fakultät für Maschinenbau.
Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, ressourcenschonendere und leistungsfähigere Antriebssysteme für die zukünftige Mobilität zu realisieren und die industrielle Produktion nachhaltig zu verbessern. Das Transfer- und Skalierungspotenzial soll eine branchenübergreifende Wirkung sichern, nicht nur im Bereich der E-Mobilität, sondern auch hinsichtlich steigender Effizienzklassen für stationäre E-Motoren gemäß EU-Vorgaben.

















