
Aufgrund der Automobilkrise durch eine abgeschwächte Nachfrage im Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen und einem verzögerten Hochlauf der Elektromobilität sieht sich Schaeffler gezwungen ein Ergebnisverbesserungsprogramm zu starten. Im Zuge der Umsetzung sollen netto insgesamt 3.460 Stellen in der Region Europa bis 2028 abgebaut werden. Davon entfallen rund 2.660 Stellen auf Deutschland, was rund neun Prozent der vorhandenen Stellen entspricht.
Bezieht man den aus Altprogrammen und den bereits unterzeichneten 1.800 Altersteilzeitverträgen resultierenden Stellenabbau mit ein, erhöht sich der oben genannte Prozentsatz auf rund 18 Prozent. Fünf Standorte, davon vier in Deutschland, sollen perspektivisch geschlossen werden und zwar in Dortmund, Morbach, Berlin und Höchstadt.
Der Stellenabbau, der vor allem darauf ausgerichtet ist, Überkapazitäten im Produktionsbereich sowie in der Forschung und Entwicklung anzupassen, wird ergänzt durch einen Solidaritätsbeitrag, der unter anderem einen temporären, noch im Detail auszuarbeitenden freiwilligen Gehaltsverzicht – beginnend mit dem Vorstand über alle Hierarchieebenen hinweg – umfassen soll. Mit dem Ergebnisverbesserungsprogramm sollen bis 2030 Einsparungen von rund 300Mio.€ pro Jahr erzielt werden. Beim Einmalaufwand wird mit einem Betrag von rund 480Mio.€ gerechnet.
Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz im Fokus
Mit dem Programm erneuert der Vorstand sein Bekenntnis zum Standort Deutschland. Dazu sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands von Schaeffler: „Mit dem heute bekanntgegebenen Ergebnisverbesserungsprogramm wollen wir zeigen, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen möglich und sinnvoll ist, in Deutschland und Europa langfristig wettbewerbsfähig und kosteneffizient zu entwickeln und zu produzieren. Das setzt voraus, dass wir Standorte konsolidieren, Technologiekompetenzen in ausgewählten regionalen Clustern bündeln und die Personalkosten pro Kopf optimieren. Gleichzeitig wollen wir die Organisation weiter verschlanken und Hierarchieebenen reduzieren.“
Dr. Jochen Schröder, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf von Schaeffler ergänzt: „Neben unserem Fokus auf der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts bieten sich der Schaeffler Gruppe vielversprechende Wachstumschancen in Zukunftsfeldern, vor allem in den Bereichen Humanoide Robotik und Verteidigung. Hierbei können wir auf technologisches Knowhow zurückgreifen, das wir im Kerngeschäft entwickelt haben.“















