Gewerbliche Schule Crailsheim nutzt iPhysics für den Unterricht
Fit für die Zukunft
Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen, das sollte man eigentlich. In einer Technikerschule, die auf einer abgeschlossenen Ausbildung aufbaut, wird dies nun mittels Simulations-Software umgesetzt.
 An der gewerblichen Schule Crailsheim wird im Unterricht auch der praktische Umgang mit Simulationsmodellen vermittelt.
An der gewerblichen Schule Crailsheim wird im Unterricht auch der praktische Umgang mit Simulationsmodellen vermittelt.Bild: machineering GmbH & Co. KG

Die Verantwortlichen an der Gewerblichen Schule Crailsheim wünschten sich, die Programmierung an realen Modellen für die Schüler an der Fachschule für Technik im Unterricht zu optimieren. Die Technikerschule baut auf eine abgeschlossene Berufsausbildung auf und befähigt die Absolventen, nach Abschluss als Techniker tätig zu sein. „Wir waren auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern im Unterricht den praktischen Umgang mit Simulationsmodellen noch besser vermitteln zu können“, erinnert sich Matthias Bross, Lehrer für Automationstechnik an der Fachschule für Technik in Crailsheim. „Bisher hatten wir nur vier gleiche Stationen für 16 Personen zur Verfügung, um die Programmierung an realen Modellen zu erlernen. Gerade dann, wenn es zu einem Crash kam, bedeutete das für uns Lehrende großen Aufwand und für die Schülerinnen und Schüler möglicherweise sogar einen vorübergehenden Leerlauf.“ Seit der Einführung von iPhysics im Unterricht sind nun alle Arbeitsstationen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden unendlich oft vorhanden mit der Möglichkeit, dass jeder eine eigene Station programmiert. Eine echte Investition in die Zukunft.

  Dank iPhysics ist auch die Vernetzung von vielen Kleinstationen möglich, die einzeln oder in Gruppen bearbeitet werden können. Zukünftig ist vorgesehen, das MES-System in die Simulationsumgebung einzubinden.
Dank iPhysics ist auch die Vernetzung von vielen Kleinstationen möglich, die einzeln oder in Gruppen bearbeitet werden können. Zukünftig ist vorgesehen, das MES-System in die Simulationsumgebung einzubinden.Bild: machineering GmbH & Co. KG

Die Entscheidung und Erwartungen

„Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben mitgeben“, sagt Bross. Aber die Situation war nicht zufriedenstellend für alle Beteiligten. „Vier verschiedene Modelle für 16 Arbeitsplätze waren einfach zu wenig.“ Im Jahre 2017 hat die Firma Heitec, Industriepartner von Machineering, den Verantwortlichen die Simulationssoftware iPhysics des Münchner Softwareunternehmens vorgestellt. „Damit war die Entscheidung quasi schon gefallen“, so Bross. „Wir waren von der Idee begeistert.“

Es wurden zwar kurzfristig noch andere Simulationstools in Betracht gezogen, aber iPhysics überzeugte durch die einfache Handhabung und die guten Erfahrungen durch Heitec. „Wir haben es nicht bereut“, freut sich Bross.

Die Implementierung

Nachdem die Entscheidung zugunsten Machineerings gefallen war, kümmerte sich Heitec um die Implementierung der Simulationssoftware iPhysics – angefangen bei dem Einlesen der 3D-Daten bis hin zur Visualisierung der ersten Station zuzüglich der Steuerungsanbindung mit Beckhoff TwinCat. Nach und nach wurden die restlichen Stationen integriert und sukzessive die Unterrichtsmaterialien für die jeweiligen Stationen erstellt. Kleinere Herausforderungen wie die Integration von Beckhoff XTS konnten mithilfe von Heitec gelöst werden.

Nach Abschluss der Implementierung wurden die Verantwortlichen mit der Simulationssoftware vertraut gemacht. „Wir konnten die Software sofort ohne lange Einarbeitung für die Simulation nutzen“, erzählt Bross.

Ziel erreicht

Seit 2018 ist iPhysics an der Gewerblichen Schule Crailsheim im Einsatz. Jede Station ist nun unendlich oft vorhanden und jeder am Kurs Teilnehmende programmiert seine eigene Station. Alle Anlagen haben eine eigene Steuerung und können auch im virtuellen Modell separat programmiert, und danach zusammen betrieben werden.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Regent
Bild: Regent
Energiesparend übers Wasser

Energiesparend übers Wasser

Der Seaglider ist ein lokal emissionsfreies Hochgeschwindigkeitsfahrzeug, das ausschließlich auf dem Wasser verkehrt und den Zeit- und Kostenaufwand für den Transport von Menschen und Gütern zwischen Küstenstädten reduzieren kann. Über das Siemens-Xcelerator-Portfolio an Cloud-basierter Software und Services wird das Projekt nun unterstützt.

Bild: igus GmbH
Bild: igus GmbH
Direkt am Herzschlag

Direkt am Herzschlag

Ergometer sind nicht nur in Fitnessstudios oder als Heimtrainer bei Sporttreibenden beliebt, sondern kommen im Bereich der Medizintechnik zur
Diagnose von Herzerkrankungen zum Einsatz. Einer ihrer führenden Hersteller ist die Firma Ergoline. Sie setzt in ihrem Kipp-Liege-Ergometer auf hochverschleißfeste und schmiermittelfreie Iglidur-Kunststoffgleitlager in einer Sonderabmessung. Damit das Unternehmen schnell die Produktion seiner neuen Serie beginnen konnte, nutzte es den FastLine-Spritzguss-Service von Igus. Innerhalb von vier Tagen waren die ersten Gleitlager beim Kunden.

Bild: Hiwin GmbH
Bild: Hiwin GmbH
Das smarte Multitalent

Das smarte Multitalent

In Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 ist ein zuverlässiger und innovativer Warenfluss innerhalb der
Produktion der Schlüssel zum Erfolg. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) gewinnen in der Intralogistik hierbei immer mehr an Bedeutung und lassen sich gut an das Gesamtautomatisierungskonzept einer Fabrik anbinden.