
In dem neu initiierten Projekt Fluorbest befasst sich ein Konsortium unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF mit der Substitution von Fluorpolymeren. Der Fokus liegt auf der Entwicklung einer Bewertungsmethodik, die technische und (öko)toxikologische Aspekte integriert. Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) setzt das Projekt auf KI-gestützte Datenanalysen und eine semantisch strukturierte Datenbasis. Industrieunternehmen profitieren von Entscheidungsgrundlagen und Ansätzen zur Bewertung von Alternativen in ausgewählten technischen Anwendungen. Interessierte sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.
Dem Konsortium gehören auch das Fraunhofer IWM (Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik), IFAM (Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung) und ITEM (Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin) an. Es wird durch einen Beirat aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden ergänzt. Hintergrund der Projektinitiative sind geplante regulatorische Maßnahmen und die Notwendigkeit, Alternativen für industrielle Anwendungen zu finden. Ziel ist eine neue methodische Bewertungsbasis, die technische und (öko)toxikologische Aspekte berücksichtigt und als Entscheidungsgrundlage für eine schnelle, nachvollziehbare Bewertung der Substituierbarkeit dient. Die semantisch strukturierte Datenbasis wird an die Plattform zur Digitalisierung von Materialdaten ‚MaterialDigital‘ angebunden. Warum Unternehmen mit Connected Engineering schneller, sicherer und wettbewerbsfähiger werden ‣ weiterlesen
Von Insellösungen zum vernetzten Engineering-Ökosystem
Das Projekt umfasst eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie, um spezifische Anforderungsprofile zu ermitteln und Anwendungsszenarien (User Journeys) zu entwickeln. Diese Interaktion ist entscheidend, um die Anwendbarkeit der Methoden zu gewährleisten. Im Projekt werden zunächst sektorenübergreifend Anforderungen an Fluorpolymere und deren Kerneigenschaften zusammengetragen. Zur Entwicklung einer Methodik im weiteren Verlauf des Projektes wird dann auf den Sektor ‚Sealings‘ des ECHA-Beschränkungsvorschlags fokussiert.
Die erwarteten Ergebnisse umfassen eine belastbare Bewertungsmethodik zur Substitution von Fluorpolymeren in ausgewählten technischen Anwendungen sowie ein benutzerfreundliches Datenportal. Dabei werden sowohl kommerziell verfügbare Alternativen als auch der Stand der Technik und Wissenschaft bewertet. Unternehmen können so direkt von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren.

















