
Werkstätten für Menschen mit Behinderung bieten neben der Teilhabe am Arbeitsleben auch Qualifizierung, Förderung sowie Unterstützungsleistungen, wie Assistenz, Betreuung und Pflege, an. Gleichzeitig müssen sie aber auch ein wirtschaftliches Arbeitsergebnis erzielen. Ein Werker-Assistenzsystem leistet in der Werkstatt wertvolle Hilfe bei der Unterstützung der Menschen. Menschen mit Behinderung können so selbstständiger arbeiten – ein wichtiger Schritt zur Inklusion.
Selbstständigeres Arbeiten mit digitalem Assistenten
Um vorgegebene Tätigkeiten eigenständig durchführen zu können, benötigen Menschen mit Behinderungen in einigen Fällen Unterstützung und Anleitung. Diese bietet das digitale Werker-Assistenzsystem Mate von IFM. Es folgt den Arbeitsschritten der Beschäftigten und gibt eine direkte audiovisuelle Rückmeldung. Falls ein Fehler auftritt, können Beschäftigte diesen sofort selbst erkennen und beheben, ohne ständig durch Kollegen kontrolliert zu werden. Dadurch können sie selbstständig arbeiten und sind eigenständig in den Arbeitsprozess integriert. Das System ermöglicht auch das Erlernen neuer Tätigkeiten. Mit Hilfe von Videoanleitungen führt es die Menschen durch neue Arbeitsprozesse und gibt Feedback ob die Prozesse korrekt eingehalten wurden. Dies fördert neben dem selbstständigen Arbeiten, auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Handerkennung mit künstlicher Intelligenz
Mate basiert auf einer Bildverarbeitung, die mit Methoden der Künstlichen Intelligenz die Hände des Werkers erkennt und ihm so quasi auf die Finger schauen kann. Die Bildverarbeitung arbeitet mit einer optischen 2D/3D-Kamera, die neben dem reinen Videobild auch eine Abstandsinformation für jeden Bildpunkt ermittelt. Kernstück des Systems ist die Handerkennung, die aus den Rohdaten der Kameras Hände innerhalb des Bildes identifiziert. Diese anspruchsvolle Aufgabe unterscheidet sich deutlich von herkömmlicher Muster- oder Konturerkennung, wie sie in klassischen Bildverarbeitungslösungen zum Einsatz kommt. Eine Hand kann zur Faust geballt sein, mit der Handfläche nach oben oder nach unten gerichtet, die Finger alle oder einzeln ausgestreckt, abgewinkelt oder gespreizt – in allen Fällen muss das System die Hand sicher identifizieren und erkennen können. Warum Unternehmen mit Connected Engineering schneller, sicherer und wettbewerbsfähiger werden ‣ weiterlesen
Von Insellösungen zum vernetzten Engineering-Ökosystem
Durch die Erkennung der Hände kann das System genau analysieren, welche Arbeitsschritte gerade ausgeführt werden. Ein typisches Beispiel ist die Entnahme eines Gegenstandes aus einer Box. Das Werker-Assistenzsystem kommt durch die Handerkennung ohne zusätzliche Hilfsmittel, wie VR-Brillen oder Tracker am Handgelenk aus. Dadurch ist die Arbeit mit Mate deutlich komfortabler als bei anderen Systemen, und die Akzeptanz bei den Menschen mit Behinderung ist sehr hoch.

Abläufe komfortabel definieren
Als Nutzerschnittstelle ist Mate von IFM mit einem Touchmonitor ausgestattet, der am Arbeitsplatz ergonomisch platziert werden kann. Arbeitsabläufe, die der Werker an diesem Arbeitsplatz ausführen soll, lassen sich in der Software flexibel definieren. Die Konfiguration des Systems erfolgt einfach und intuitiv, ohne dass programmiert werden müsste. Deswegen sind auch keine speziellen Fachkräfte oder IT-Spezialisten für die Einrichtung notwendig. Es können grafisch auf dem Bildschirm verschiedene Zonen definiert werden, in denen die Hand des Werkers einen Gegenstand greifen sollen. Dabei lässt sich auch festlegen, ob die Reihenfolge der Schritte vorgegeben werden soll oder ob diese in beliebiger Reihenfolge ausgeführt werden können. Dies wirkt sich unter anderem positiv auf die Ergonomie der Arbeitsabläufe aus. Das System überprüft anschließend, ob der Arbeitsablauf korrekt ausgeführt wird und zeigt Abweichungen auf dem Monitor an. Wird versehentlich in die falsche Box gegriffen, wird dies durch einen Warnhinweis auf dem Bildschirm angezeigt. Der Werker kann den Fehler dann direkt auf dem Touchscreen quittieren und den Arbeitsschritt anschließend korrekt ausführen. Optional ist ein kombinierter optischer und akustischer Signalgeber erhältlich, der den Werker direkt im Blickfeld auf Fehler hinweisen kann.
Positive Erfahrungen
„Der Anspruch an die korrekte Umsetzung der Aufträge ist hoch“, sagt Benedikt Hanses, Produktionsleiter der Lenne-Werkstatt in Schmallenberg, die zum Sozialwerk St. Georg gehört, „denn sind die gefertigten oder verpackten Endprodukte fehlerhaft oder unvollständig, kommen kostspielige Reklamationen auf unsere Kunden zu.“ In der Vergangenheit mussten deswegen Mitarbeiter die geleistete Arbeit ständig kontrollieren, um die Qualitätsforderungen der Auftraggeber erfüllen zu können. Mit dem Werker-Assistenzsystem IFM Mate konnte dieser Aufwand deutlich reduziert werden.
„Sicherlich steht und fällt ein solches Werker-Assistenzsystem mit der Akzeptanz derjenigen, die damit im Alltag umgehen müssen“, so Hanses. „Das Interesse mit Mate zu arbeiten ist bei den rund 320 Menschen mit Behinderung die hier einer Beschäftigung nachgehen sehr groß. Auch unsere Mitarbeiter, die den Beschäftigten am Arbeitsplatz zur Seite stehen, sind mehr als überzeugt vom Mehrwert – nicht zuletzt aufgrund der einfachen Handhabung. Die einfache Bedienung und die reduzierte Technik haben bei der Entscheidung für Mate eine erhebliche Rolle gespielt.“

















