Nachhaltig schützen mit Kappen und Stopfen aus PCR-PE:
Abgassysteme dicht gemacht
Nutzfahrzeug-Zulieferer RTA sorgt für einen schonenden Umgang mit Ressourcen durch den Einsatz von Kappen und Stopfen aus Recyclingmaterial: Pöppelmann Kapsto bietet viele seiner Normreihen auch aus Post-Consumer-Recycling-Material (PCR) an. Das überzeugte den Hersteller von Abgassystemen aus Österreich, der seine Produkte erfolgreich mit der nachhaltigeren Lösung ausgestattet hat.
 RTA entwickelt und produziert Systeme zur Reduktion von Schadstoff- und Geräuschemissionen von Nutzfahrzeugen.
RTA entwickelt und produziert Systeme zur Reduktion von Schadstoff- und Geräuschemissionen von Nutzfahrzeugen.Bild: RTA GmbH

Die Firma RTA mit Stammsitz in St. Aegyd in Niederösterreich ist langjähriger Partner der Nutzfahrzeugindustrie im Bereich Abgastechnik. Das Unternehmen entwickelt und produziert Systeme zur Reduktion von Schadstoff- und Geräuschemissionen von LKW und Bussen, Agrar- und Baumaschinen, Schienenfahrzeugen, Schiffen und stationären Anlagen. Die Fertigung von RTA, für die ein moderner Maschinenpark mit sehr hohem Automatisierungsgrad bereitsteht, findet im Stammwerk St. Aegyd sowie im hessischen Lampertheim statt, wo auch Versuchseinrichtungen stationiert sind. Am Standort Rastatt werden die individuellen Abgas- und Abgasnachbehandlungssysteme in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt und reichen von Einzelanwendungen bis zur Großserie. Das erfordert eine hohe Flexibilität in der Produktion des Abgassysteme-Spezialisten.

2011 brachte RTA neue Produkte mit erhöhten Schutzanforderungen auf den Markt – und vertraut seitdem auf Pöppelmann Kapsto. Die Division der Pöppelmann-Gruppe aus dem niedersächsischen Lohne entwickelt und produziert Kunststoff-Schutzelemente für verschiedene Anwendungen. Die Schutzkappen und Verschlussstopfen, Griff- und Schraubkappen sowie individuell für kundenspezifische Anwendungen entwickelten Artikel bewahren Außengewinde, Bolzen, Leitungen und mehr während der Fertigung, der Lagerung und dem Transport vor dem Eindringen von Schmutz in sensible und funktionsentscheidende Komponenten. Kapsto-Schutzelemente werden für unterschiedlichste Zielmärkte produziert, z.B. für Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie, Maschinenbau, Bauwesen, Elektronik, Hydraulik, Luft- und Raumfahrt, Pneumatik sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Bei RTA werden die Kappen und Stopfen aus Lohne vor allem für Kontaktflächen, Gewinde und Schnittstellen zur Reduktionsmitteleinbringung eingesetzt, wie Patrick Janson, Leiter Entwicklung bei RTA, erzählt: „Die Bauteile müssen auf dem Weg zu unseren Kunden zuverlässig vor Verunreinigungen und Beschädigungen geschützt werden. Verschmutzungen verursachen beispielsweise Probleme an den Gewindebuchsen und bewirken, dass sich Sensoren nicht richtig einschrauben lassen. Ein starker Schmutzeintrag könnte sogar den Betrieb des ganzen Systems beeinträchtigen. Das machte den Einsatz von entsprechenden Schutzelementen erforderlich.“ Zu den Anforderungen des Abgassysteme-Herstellers an die Artikel aus Kunststoff zählten u.a. ein fester Sitz der Kappen und Stopfen und eine einfache Montage ohne Werkzeuge. Eine anwenderfreundliche Demontage, die den Kunden von RTA das Handling vereinfacht, war ebenfalls eine der Vorgaben. Pöppelmann Kapsto lieferte Muster, die RTA in Verbauversuchen umfassend prüfte. Die Qualität und die Maßgenauigkeit der Artikel überzeugten. „Inzwischen nutzen wir etwa 25 verschiedene Kappen, Verschlussstopfen und Schraub-Schutzelemente von Pöppelmann für unsere Produkte. Diese ordern wir, abhängig vom Kundenwunsch, in neutralen Farben oder in Signalfarben. Da die Beschäftigten in der Montage unserer Kunden die Verbauposition der Schutzlösungen genau kennen, ist in den meisten Fällen jedoch eine neutrale Farbe ausreichend“, meint Patrick Janson.

 Neue Produkte mit erhöhten Schutzanforderungen der bei RTA gefertigten Abgassysteme machen den Einsatz entsprechender Schutzelemente notwendig.
Neue Produkte mit erhöhten Schutzanforderungen der bei RTA gefertigten Abgassysteme machen den Einsatz entsprechender Schutzelemente notwendig.Bild: RTA GmbH

Im 3D-Druck schnell zu Funktionsmustern und Kleinserien

RTA verfügt über eine hochmodern ausgestattete Entwicklungsabteilung mit diversen Entwicklungstools, u.a. verschiedene CAD-Systeme, Simulationssoftware zur ein- und zweiphasigen Strömungsberechnung (CFD) sowie die Akustik- und Festigkeitsberechnung (FEM). Für die Validierung stehen ein Strömungslabor, Festigkeitsprüfstände mit Heißgaserzeugern und akustischer Messtechnik zur Verfügung. Damit ist das Unternehmen hervorragend ausgestattet, um für seine Kunden immer wieder neue individuell zugeschnittene Abgassysteme zu entwickeln – für die dann wiederum die entsprechenden Schutzelemente benötigt werden. Aktuell verwendet RTA ausschließlich Artikel aus dem Kapsto-Standardsortiment, das Produkte in über 3.000 Abmessungen umfasst, die aus Lagerbestand lieferbar sind. Dazu kommt ein Sonderprogramm von noch einmal 2.000 weiteren Ausführungen, die der Kunststoffspezialist innerhalb von zwei Wochen liefern kann. „Das Standardprogramm umfasst eine riesige Auswahl an Normreihen in unterschiedlichsten Größen und Abmessungen, sodass wir dort bisher immer die passenden Schutzkappen und Blindstopfen gefunden haben. Wir wissen aber auch, dass wir bei unserem Partner in guten Händen sind, wenn wir einmal individuelle Lösungen benötigen sollten“, meint Patrick Janson.

Der Schutzelemente-Profi führt für seine Kunden auch die schnelle Entwicklung ganz individueller Kappen und Stopfen durch. Dafür hat der Hersteller ein umfangreiches Dienstleistungsangebot aufgebaut, das alle Schritte – von der Produktentwicklung bis zur Serienfertigung – unter einem Dach vereint: Unter der Bezeichnung FastLane bietet Kapsto eine besonders schnelle Produktentwicklung an. Diese beginnt mit einer Machbarkeitsprüfung. Nach deren positivem Verlauf erhält der Kunde innerhalb kürzester Zeit ein Angebot inklusive Artikelkonzept in Form einer technischen Zeichnung oder Artikelskizze. Auf CAD-Basis erfolgt dann die Artikelkonstruktion. Zur Fertigung erster Ansichts- oder Funktionsmuster können Kunden wie RTA auf die Service-Leistungen Rapid Tooling und Rapid Prototyping zurückgreifen. Rapid Tooling beinhaltet die Herstellung von Prototypenwerkzeugen im 3D-Druck, die in eine vorhandene Werkzeug-Stammform eingesetzt werden. Damit lassen sich dann Muster oder Kleinserien aus Originalmaterial fertigen. Kunden sparen durch die additive Fertigung im 3D-Druck die Investition in spezielle Werkzeuge ein. Alternativ können auch die Artikel selbst im 3D-Druck erstellt werden. Bei diesem Prozess wird das Produkt in der gewünschten Geometrie auf Basis der Konstruktionsdaten Schicht für Schicht aufgebaut. Die additive Fertigung eignet sich für Kleinserien, Anschauungs- sowie Funktionsprototypen. Auf diese Weise gelangen Anwender schnell zu Musterteilen ihrer individuell entwickelten Kunststoff-Schutzelemente, die dann in Versuchseinrichtungen, wie sie beispielsweise RTA zur Verfügung stehen, am Originalbauteil auf richtigen Sitz und Funktionalität getestet werden können. Zusätzlich fertigt der Kunststoffspezialist qualitativ hochwertige Kleinserien, für die eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien zur Verfügung stehen.

PCR – für mehr Ressourcenschonung

Ein zentrales Thema in der Unternehmenspolitik, das den Abgassysteme-Hersteller und Pöppelmann Kapsto verbindet, ist das Engagement für mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Bei RTA steht die Umsetzung in sämtlichen innerbetrieblichen Bereichen – von der Entwicklung bis zur Produktion – immer wieder auf dem Prüfstand. Das Unternehmen setzt auf 100 Prozent Ökostrom und untersucht Möglichkeiten der Energieeinsparung. In der Produktentwicklung der verschiedenen Bauteile ist die Recyclingfähigkeit ein wichtiger Baustein. Dies entspricht der Unternehmensphilosophie der Pöppelmann-Gruppe, die u.a. mit der Initiative Pöppelmann blue unternehmensweit alle Aktivitäten bündelt, die einen geschlossenen Materialkreislauf zum Ziel haben. Sie beinhaltet u.a. Vorgaben für kreislauffähige Produktkonzepte und treibt die Entwicklung von PCR-Materialien an, damit ressourcenschonende Artikel zum Standard werden. In Zusammenarbeit mit renommierten Kunden, z.B. aus der Automobilbranche, wurden bereits diverse Projekte realisiert, die belegen, dass ein geschlossener Materialkreislauf auch in streng regulierten Branchen zur alltagstauglichen Lösung werden kann. Im Rahmen der Initiative entwickelte die Division Kapsto Schutzelemente aus 100% Post-Consumer-Rezyklat (PCR) im eingesetzten Kunststoff. Diese überzeugen durch bewährte Produkteigenschaften, die der Qualität bestehender Normreihen aus Neuware in nichts nachsteht. Bereits seit 2019 sind erstmalig zwei gefragte Normreihen auch als nachhaltige Version aus PCR verfügbar, im Frühjahr 2021 wurde das Angebot um rund 100 neue Artikel erweitert. Seitdem umfasst das Standardsortiment u.a. auch komplett neue Normreihen aus PCR, wie beispielsweise die Hochvolt-Steckerkappen GPN 380 und GPN 384 sowie die Hochvolt-Steckerabdeckungen GPN 385.

Die ressourcenschonenden Schutzelemente weckten sofort das Interesse des österreichischen Unternehmens, erzählt Steffen kleine Stüve, Area Sales Manager bei Pöppelmann Kapsto: „Wir haben RTA die neuentwickelten Normreihen vorgestellt und entsprechende Muster für Tests zur Verfügung gestellt.“ Weil die Montageversuche des Abgassysteme-Herstellers positiv verliefen, erfolgte schnell die Umstellung zahlreicher Artikel auf die ressourcenschonenden PCR-Versionen. Entscheidend für den Abgassysteme-Hersteller war, dass es keine Änderungen in der Schutzwirkung und in der Handhabung gab. Der Prozess verlief in enger Abstimmung mit den Kunden von RTA, die ihrerseits von ihrem Zulieferer einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen einfordern. Seit dem Sommer 2020 ersetzen die ressourcenschonenden Schutzelemente aus PCR ihre Vorgänger aus Neuware, so Steffen kleine Stüve: „Wir liefern aktuell den Universalschutz GPN 610 PCR-PE, blau in zwei Größen, den Griffstopfen GPN 310 PCR-PE, blau und den Kegelverschluss GPN 600 PCR-PE, blau jeweils aus einem Recycling-Polyethylen an RTA.“ Mit dem Austausch sind die Verantwortlichen bei RTA sehr zufrieden, denn er verlief ohne jegliche Kundenreklamation. Daher kann sich der Abgassysteme-Hersteller gut vorstellen, zukünftig noch mehr Kappen und Blindstopfen aus PCR einzusetzen, sofern die gewünschten Artikel aus dem Recyclingmaterial verfügbar sind. Patrick Janson unterstreicht abschließend: „Neben unseren eigenen Anstrengungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, sind uns Impulse von unseren Partnern in der Lieferkette willkommen. Pöppelmann Kapsto hilft uns mit PCR-Produkten, unserem Anspruch als umweltbewusstes Unternehmen gerecht zu werden.“

www.poeppelmann.com

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