Automatica 2025

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Praktikable und einfache Lösungen sind es, die KMU in Europa im Kampf gegen den Fachkräftemangel brauchen. Auf der Leitmesse für intelligente Automation und Robotik, die vom 24. bis 27. Juni in München stattfindet, sind diese zu sehen.

Ein konkretes Beispiel für praktische und kosteneffiziente Automatisierung liefert das Unternehmen Bender+Wirth. Der Mittelständler suchte eine Lösung zur Montage von CoBs (Chip-on-Board Bausteinen), doch klassische Systemintegratoren sprengten das Budget. Dank einer selbst konzipierten Roboterzelle mit Scara-Robotern von Epson konnte die Automation in Eigenregie umgesetzt werden. Geschäftsführer Martin Bender betont: „Die einfache Integration und Programmierung waren entscheidend – unser Mitarbeiter konnte nach einer Schulung bei Epson die Anlage selbst einrichten.“ Ein Beispiel, das zeigt, wie auch kleinere Unternehmen mit begrenzten Ressourcen vom Einsatz moderner Robotik profitieren können.

Parallel dazu erleichtert ein neues, patentiertes System des Fraunhofer IFF die gesetzlich vorgeschriebene Risikobeurteilung beim Einsatz von Cobots. „Wir stellen auf der Automatica ein patentiertes System vor, dass diese Risikobeurteilung deutlich erleichtert“, sagt Dr.-Ing. Roland Behrens, Abteilungsleiter Menschzentrierte Arbeitssysteme beim Fraunhofer IFF in Magdeburg. „Das kommt insbesondere kleineren und mittelständigen Betrieben zugute, die Bedarf an mehr Automatisierung haben, aber nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um einen klassischen Systemintegrator zu beauftragen. Mit dieser Lösung können Anwender ganz ohne Vorwissen eine Risikobeurteilung eigenständig durchführen.“

Diese Entwicklung könnte den Einsatz von Cobots weiter beflügeln, denn tatsächlich fokussieren viele Unternehmen aufgrund des Fachkräftemangels auf die Anschaffung von Robotern. Und weil Cobots immer günstiger und die Programmierung bzw. Parametrierung immer einfacher werden, rechnen sich Roboter-Arbeitsplätze inzwischen auch für kleine Unternehmen. Wie günstig der Einstieg in die Robotik sein kann, belegt Igus auf der Messe. Bei den Kölnern gibt es Cobots schon ab rund 5.000€ und wie sie eingesetzt werden können, zeigt das Unternehmen in der eigenen Fertigung. Alexander Mühlens, Leiter Geschäftsbereich Lowcost-Automation: „Wir setzen bei uns im Spritzguss z.B. Roboter zum Entfernen der Angüsse ein. Der Roboter kostet rund 10.000€ und der Return of Invest ist schon nach sechs Monaten erreicht.“ Das macht Cobots zu einer effizienten Lösung auch für den Mittelstand, zumal man für die Inbetriebnahme keine Roboter-Experten braucht.

In naher Zukunft könnten die Einstiegshürden für Automation noch weiter sinken. Die Hersteller von Robotern und Anlagen arbeiten intensiv an Sprachsteuerungsmodellen, was die Programmierung auch für Laien zum Kinderspiel machen soll. Auf der Automatica soll gezeigt werden, wie weit die Entwicklungen in diesem Sektor bereits fortgeschritten sind.