Auswirkungen generativer KI auf Ingenieurberufe

csm Titelseite VDI Studie Auswirkun 20250722154836
Bild: ©Buntiam via Getty Images / VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.

Die rasante Verbreitung generativer künstlicher Intelligenz hat vielfältige Diskussionen über die tiefgreifenden Veränderungen in zahlreichen Industriezweigen ausgelöst. Besonders der Ingenieurberuf steht vor einem Wandel: Ingenieurinnen und Ingenieure, deren Arbeit traditionell durch präzise manuelle Entwürfe, detaillierte Berechnungen und analytisches Denken geprägt ist, sehen sich nun mit Technologien konfrontiert, die wesentliche Teile ihrer Arbeit automatisieren können.

Um ein besseres Verständnis für die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf den Ingenieurberuf zu gewinnen, hat die VDI/VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) eine Studie initiiert. Ein zentrales Ergebnis: 24% der befragten Ingenieure und Ingenieurinnen erwarten eine signifikante Änderung durch KI in ihrem Joballtag. Die weiteren Ergebnisse präsentierte der VDI auf dem Kongress ‚Automation‘ am 1. Juli in Baden-Baden.

Der VDI empfiehlt eine gezielte und verantwortungsvolle Integration generativer KI in die tägliche Ingenieurpraxis. KI soll unterstützen – nicht ersetzen. Der Mensch bleibt entscheidende Instanz. Damit KI im Berufsfeld zu einem echten Gewinn wird, braucht es laut VDI klare Regeln, Qualitätsstandards und eine bewusste Rollenverteilung.

Gefordert wird, dass der Umgang mit generativer KI fester Bestandteil der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung werden muss. Nur wenn angehende Ingenieurinnen und Ingenieure lernen, KI sinnvoll und kritisch einzusetzen, könne der Berufsstand zukunftsfähig bleiben.

Der VDI will seine Rolle als unabhängig Plattform für Wissensaustausch, ethische Orientierung und politische Positionierung ausbauen. Ziel ist es, Ingenieurinnen und Ingenieure bei sicherer, sinnvoller und souveräner Nutzung von KI zu unterstützen – mit Diskursformaten und Leitlinien.