
Glossform fertigt nicht nur Dreh- und Frästeile aus Edelstahl, Stahl, Leichtmetallen und Kunststoffen nach Kundenvorgaben, auch das Schweißen, Leistungen im Bereich Entwicklung und Konstruktion sowie Pflege und Wartung von Spritzgussformen zählen zum Portfolio. Für einen hohen Grad an Qualität und Termintreue unterhält das 2012 gegründete Bielefelder Unternehmens einen umfassenden Maschinenpark, zu dem auch eine 5-Achs-Maschine für das Simultanfräsen gehört. Bauteile, die darauf bearbeitet werden, sind je nach Kunde völlig unterschiedlich – zuletzt entstanden hier im Rahmen eines größeren Auftrags Bahntechnik-Komponenten für Weichenstellungen und Bremssysteme sowie Zugteile. Dabei gab es zwei Herausforderungen, wie sich Glossform-Geschäftsführer Nikolai Schmidt erinnert: „Einerseits machten es die ungewöhnlichen Konturen der Bauteile sehr schwierig, diese auf dem Maschinentisch zu fixieren. Andererseits sind gerade im Bereich der Bahntechnik höchste Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Das bedeutet, dass die Toleranzen bei der Bearbeitung genauestens eingehalten werden müssen.“

Flexibel spannen mit hoher Präzision
Keine ganz einfache Ausgangslage also – jedoch bekam das Unternehmen bei der Problemlösung Hilfestellung von Heinrich Kipp. „Glossform bezieht von uns vor allem Norm- und Bedienteile wie Kugelsperrbolzen, Exzenterhebel oder Griffe, die in kundenspezifisch produzierten Modulen verbaut werden“, erläutert Pascal Kretschmer von Kipp. „Als mir Nikolai Schmidt jedoch das vorliegende Projekt schilderte, konnte ich unsere Expertise einbringen. Ich schlug vor, hier unser modulares 5-Achs-Modul-Spannsystem 50 einzusetzen.“
Das Nullpunktspannsystem ist für die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung konzipiert und sorgt für hohe Präzision: Während Maschinenschraubstöcke häufig umgespannt werden müssen, ermöglichen die Säulen des 5-Achs-Modulsystems eine gute Zugänglichkeit von allen Seiten. Das reduziert Rüstkosten, erlaubt den Einsatz von Standardwerkzeugen und erhöht die Genauigkeit. Durch den variablen Aufbau sowie die Vielzahl der Module können Anwender das System individuell zusammenstellen und neu kombinieren. Mehr als 70 Elemente stehen zur Verfügung, darunter Basis- und Aufbaumodule sowie Zubehörteile. Damit lassen sich verschiedenste Höhen, das Andocken an Schnittstellen sowie die Bearbeitung unterschiedlich komplexer Werkstücke realisieren.
Einfache Bedienung und schnelle Umrüstung
Bei Glossform kamen in der anspruchsvollen Applikation zwei Basismodule für die Doppelspannung und Spannbolzen zum Einsatz. „Das System ermöglichte es, die gesamte Komponente mit nur zwei Bohrungen im Bauteil vom Tisch abzuheben“, so Schmidt. „Wir konnten sie somit von fünf Seiten direkt bearbeiten und alle Toleranzen exakt einhalten.“ Die Handhabung mit nur einem Handgriff überraschte und beeindruckte den Geschäftsführer von Glossform – in einer Anwendung, bei der er normalerweise mit einer Spannung von 70 bis 100Nm gearbeitet hätte, genügte hier eine manuell erzeugte Kraft von nur 10Nm.

Dank der einfachen Bedienung erlauben die Module zudem eine schnelle Umrüstung. Im laufenden Betrieb können die Mitarbeiter die zu bearbeitenden Bauteile fixieren, ohne sie neu zu positionieren. Trotzdem gewährleistet das Nullpunktspannsystem eine hohe Wiederholgenauigkeit. Auch neue Konfigurationen oder andere Spannpunkte lassen sich schnell umsetzen. Letzteres ist besonders wichtig für ein Unternehmen wie Glossform, das immer wieder neue Bauteile bearbeitet.
Problemlöser in Katalogform
Die Flexibilität des 5-Achs-Modul-Spannsystems ergibt sich auch durch die vielfältigen Anbindungsmöglichkeiten an den Werkzeugtisch: Die Spannsäulen können auf T-Nutentischen, Lochrastersystemen, vielen Nullpunktsystemen oder direkt auf Maschinentischen befestigt werden. Die schmale Ausführung des Basismoduls ermöglicht Rasterabstände ab 20mm. Zudem lassen sich Werkstücke formschlüssig mit der Lösung verbinden und über Gewinde oder Passsitze positionieren. „Dieser Punkt unterscheidet das Kipp-Spannsystem von Wettbewerbsprodukten, die zum Beispiel nur auf Rastersystemen einsetzbar sind“, erläutert Schmidt. „Für uns ist diese Flexibilität sehr wertvoll und wichtig. Auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns überzeugt.“
Das 5-Achs-Spannsystem hat sich im Einsatz gut bewährt – mittlerweile ist der betreffende Auftrag vollständig und erfolgreich abgearbeitet. Glossform nutzt die vielfältigen Module aber nach wie vor oder arbeitet alternativ auch mit dem 5-Achs-Spanner kompakt und anderen klassischen Vorrichtungen von Heinrich Kipp. Hier wird nach Bedarf aufgestockt – was aufgrund der Modularität jederzeit möglich ist. Eine Inspiration dafür sind die umfassenden Kataloge von Kipp, die im Pausenraum von Glossform liegen und immer wieder bei der Suche nach Problemlösungen helfen. „Es ist faszinierend, welche Fülle an unterschiedlichen Produkten Kipp bereithält“, so Schmidt. „Die Kataloge geben uns oft Gedankenimpulse und zeigen völlig neue Möglichkeiten auf.“

















