
Im Rahmen des Forschungsprojekts ‚ZirkuPro‘ (Zirkuläre Produktentstehung) haben Wissenschaftler der Universität Paderborn und der Fraunhofer-Institute IEM und IZM eine praxisnahe Lösung entwickelt: ein strukturiertes Vorgehensmodell, das beschreibt, wie bestimmte Ziele erreicht werden können. Es legt typische Phasen fest und dient dazu, Abläufe effizient, transparent und kontrollierbar zu gestalten. Hinzu kommt ein Methoden-Koffer, der Unternehmen hilft, kreislauffähige Produkte effizient zu konzipieren und umzusetzen. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Elektronik als Kernbestandteil intelligenter technischer Systeme. Besonderes Augenmerk richtete sich auf kritische Materialkombinationen, wie z.B. seltene Erden, sowie häufig unterschätzte CO2-Emissionen. Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Technologie-Netzwerks It’s OWL drei Jahre lang mit rund drei Millionen Euro vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW), heute das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (MWIKE), gefördert und jüngst erfolgreich abgeschlossen.
„Um Unternehmen eine klare Herangehensweise zu bieten, haben wir eine Systematik entwickelt, die den gesamten Prozess der zirkulären Produktentstehung abbildet: von der Initiierung über die Potenzialfindung, Lösungskonzipierung und Evaluierung hin zur Implementierung“, erklärt Julia Marie Vehmeyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachgruppe ‚Advanced Systems Engineering‘ am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Der Fokus der Forschung lag dabei auf der Potenzialfindung, Geschäftsmodellentwicklung, Gestaltung der Wertschöpfung und der Zielbildentwicklung.
Die Systematik wurde im Projektkonsortium, das mehrere Industriepartner umfasst, erfolgreich getestet. Unternehmen konnten gezielt Methoden aus dem Methoden-Koffer auswählen und in ihren Produktentstehungsprozess einbinden. Vehmeyer zieht ein positives Fazit: „Beim Abschlusstreffen herrschte unter unseren Pilotpartnern Einigkeit. ZirkuPro hat den Anstoß gegeben, dass sie sich frühzeitig und systematisch mit dem Thema Zirkularität auseinandersetzen. Durch das Projekt konnten sie entscheidende Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft unternehmen und sich in diesen Bereichen einen deutlichen Vorsprung erarbeiten.“

















