Kälteerzeugung ist der weltweit am stärksten wachsende Energieverbraucher im Gebäudesektor. Allein in Deutschland verursacht die Kälteversorgung jährlich rund 16% des Strombedarfs sowie über 20 Million Tonnen CO2. Das Berliner Start-up Factor4Solutions hat eine Lösung entwickelt, mit der sich der Energieverbrauch von Kältesystemen laut Unternehmen um 40 bis 75% verringern lässt, was nicht nur Betriebskosten spart, sondern auch den CO2-Fußabdruck senkt.

Mit der sogenannten digitalen Systemmanagerin, einer KI-gestützten Software, bringt Factor4Solutions eine vollautomatisierte Lösung für jede Art von Kälteerzeugung auf den Markt. Die Lösung ist sofort einsetzbar, hersteller- und technologieoffen, skalierbar und lässt sich sowohl im Bestand als auch im Neubau einsetzen. Die Systemmanagerin funktioniert als Standalone, offlinefähiges System und ist daher auch für kritische Infrastrukturen geeignet. Das Konzept der KI-gestützten Systemmanagerin ist aus Forschungsarbeit des Gründungsteams von Factor4Solutions an der TU Berlin hervorgegangen.
Ein großes Problem bei der Kälteerzeugung ist, dass Rückkühlwerke und Pumpen unerkannt oft genauso viel Strom verbrauchen, wie die Kälteerzeuger selbst. Zudem findet die Optimierung des Strombedarfs häufig nur auf Komponentenebene und genauso oft nur für einen, in der Planung definierten Betriebszustand statt, der typischerweise in weniger als drei Prozent aller Betriebsstunden vorliegt.
Die intelligente Systemmanagerin von Factor4Solutions löst diese Herausforderung, indem sie den Betrieb aller für die Kältetechnik relevanten Komponenten und damit deren energetische Betriebsaufwendungen gemeinsam betrachtet. Dazu erstellt die Lösung einen digitalen Zwilling des jeweiligen Kältesystems, über den sich sowohl in Echtzeit bzw. parallel zum Betrieb als auch situativ errechnen lässt, wie sich die einzelnen Komponenten verhalten müssen, um die maximale Effizienz des Systems zu erzielen.
Die Kälteerzeuger sowie alle Hilfsaggregate werden somit nicht mehr nach fester Reihenfolge eingesetzt, sondern effizienzbasiert, abhängig von den Witterungsbedingungen und der geforderten Leistung über standardisierte Protokolle von der Lösung freigegeben und geregelt. Damit erreicht die vollautomatisierte Systemmanagerin in jeder Lastsituation den effizientesten Systembetrieb. Die Anwender können dabei ihre gewünschte Zielgröße für die Optimierung individuell vorgeben.

















